Öl-Exportverbot gegen die EU kommt früher

7. Februar 2012, 16:00

Iran nennt neue US-Sanktionen "psychologische Kriegsführung" - Kreise: Iran kann Reislieferungen nicht bezahlen

Teheran - Der Iran will das von der EU im Atomstreit beschlossene Öl-Importembargo mit einem umfassenden Handelsverbot begegnen. Parlamentarier kündigten am Dienstag an, ein Gesetz vorzuziehen, das die Öl-Ausfuhren in die EU bereits vor Inkrafttreten der EU-Sanktionen im Sommer stoppen soll. Die jüngste Verschärfung der US-Finanzsanktionen prangerte die Regierung in Teheran als "psychologische Kriegsführung" an, die jedoch wirkungslos bleiben werde. Möglicherweise haben die Sanktionen des Westens jedoch bereits ernste Folgen für das Land: Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, blieb der Iran Indien das Geld für 200.000 Tonnen Reis schuldig.

Noch kein Datum für Abstimmung

Unter Verweis auf den iranischen Erzfeind Israel sagte der Abgeordnete Mohammed Javad Karimi-Koddusi der halbamtlichen Agentur Fars zufolge: "Als Vergeltung für die von den Zionisten unterstützten Schritte europäischer Länder zum Verbot iranischen Öls sind wir bereit, Öl-Exporte in einige EU-Länder zu unterbinden." Ein entsprechender Gesetzentwurf sei fast abgeschlossen. "Dieser wird die Regierung dazu veranlassen, Öl-Exporte in die EU sofort zu stoppen. Das Gesetz wird außerdem die Importe aller Güter aus der EU verbieten", sagte der Abgeordnete Parvis Sarvari. Die Initiative verfüge über eine Mehrheit im Parlament, fügte er hinzu, ohne jedoch ein Datum für die Abstimmung zu nennen.

Sanktionen gegen iranische Notenbank "wirkungslos"

Das EU-Ölembargo soll im Juli in Kraft treten. Der Iran hatte bereits nach den entsprechenden EU-Beschlüssen am 23. Jänner Gegenmaßnahmen in Form von Exportverboten angekündigt. Eine für Ende Jänner anberaumte Parlamentsdebatte über das Thema wurde jedoch verschoben.

Den USA warf der Iran wegen der jüngsten Verschärfung der Sanktionen ein "antagonistisches" Verhalten vor. "Dies ist nichts Neues, das geht bereits seit über 30 Jahren so", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums und bezog sich dabei auf die seit mehr als drei Jahrzehnten anhaltenden Spannungen zwischen den beiden Ländern. Die Sanktionen gegen die iranische Notenbank seien wirkungslos, betonte der Spreche. "Die Zentralbank des Iran hat keine finanziellen Transaktionen mit den USA, deshalb treffen sie die neuen Sanktionen nicht."

Inspektoren am 20./21. Februar im Iran

Die USA hatten am Montag ihre Sanktionen gegen den Iran verschärft. Dem US-Finanzministerium zufolge können nun die Vermögenswerte aller iranischen Ministerien und staatlicher Einrichtungen eingefroren werden. Betroffen sei auch die Notenbank, die für die Einkünfte aus den Ölgeschäften des Landes zuständig ist. Mit den Sanktionen wollen die USA den Iran zwingen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine diplomatische Lösung des Atomstreits zu suchen. Der Iran bestreitet den Verdacht der Staatengemeinschaft, Atomwaffen zu entwickeln. Es weigert sich aber beharrlich, sein gesamtes Atomprogramm offenzulegen. Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) teilte unterdessen mit, dass sich ihre Inspektoren am 20. und 21. Februar wieder im Iran aufhalten werden. Dabei sollen vor allem offene Fragen zu den möglichen militärischen Aspekten des iranischen Atomprogramms geklärt werden, hieß es am Dienstag in Wien.

Reis nicht bezahlt

Ungeachtet der iranischen Haltung könnte die Bevölkerung des Landes die Sanktionen schon bald zu spüren bekommen: Der Iran konnte seinem wichtigsten Reislieferanten Indien nach Angaben von Exporteuren zuletzt mit 200.000 Tonnen Reis ein Sechstel seiner jährlichen Gesamteinfuhren nicht bezahlen. Die indischen Händler hätten deshalb in den Monaten Oktober und November 2011 Zahlungsausfälle von 144 Millionen Dollar erlitten, sagten Betroffene der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. "Das ist eine ernste Angelegenheit, und wir schließen weitere Ausfälle aus dem Iran nicht aus", sagte der Chef des Verbands der Reisexporteure, Vijay Setia. Seine Organisation habe die indische Regierung um Hilfe gebeten. Der Iran bezieht rund 70 Prozent seines jährlichen Bedarfs von bis zu 1,2 Millionen Tonnen Reis aus dem südasiatischen Schwellenland. (APA)

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Seine Durchlaucht
00
Die Chinesen und Inder können die Ölmengen die jetzt frei werden sicher gut gebrauchen,

bei derem Wirtschaftswachstum und Rohstoffhunger.

MartinP
 
11
Beschlossene Sache!

Der Iran hat es bereits beschlossen.
Mit 200 von 290 Stimmen.

Vielen Dank auch an die US hörigen EU Knechte!

Ein Schuss ins Knie, mit dem Ländern wie Griechenland in der derzeitigen Situation noch mehr geschadet wird! Sauber!

Besonders peinlich aber, dass westliche Diplomaten hinter den Kulissen versucht haben, den Iran von dieser Maßnahme abzubringen.

Ja, gehts noch? Erst blöd-dummdreist und dann arschkriecherisch?

Der Preis an der Zapfsäule wird steigen.
Der Preis für ein warmes Heim wird steigen.

Schuld daran ist NICHT DER IRAN.
Schuld sind die Kriegstreiber in der US-hörigen EU!

MartinP
 
11
Beschlossene Sache!

Zwei Und Vierzig
01
Irgendwie legen die Iraner andere Zahlen vor, das in die APA ...

http://tinyurl.com/7n6nkef
http://tinyurl.com/6s3x3fl
http://tinyurl.com/8yqn396

Man kann nun die Iranischen Angaben in Frage stellen ...

Aber auf der anderen Seite klingt das mit den nicht bezahlten 200.000 Tonnen Reis auch irgendwie "seltsam" ...

Kontrahent1
01
Ich dachte auch,

daß man für 1 Liter Öl doch einiges an Reis bekommt;-)

Elettra
23
Wer auf einem Fass Öl sitzt

kann auch mal anschreiben,

wer wie der Westen nur noch bunt bedrucktes Papier produziert weniger.

Sonata
14
Dies würde die EU-Bevölkerung in erster Linie treffen...

Höhere Spritpreise wären die Folge und somit ungerechtfertigt höhere Steuereinnahmen der Finanzminister. Hoffentlich spielt der Iran den europäischen Abzockern nicht in die Hände. Die Bevölkerungen beider Regionen haben kein Problem miteinander. Probleme machen nur die europäischen und amerikanischen Politiker.

papst benedikt
111

ich möchte mal schärfstens dagegen protestieren, dass hier immer wieder einzelne user die lügenpropaganda der apa mithilfe von fakten blosstellen.
bitte unterlassen Sie das!

Kontrahent1
01

auch in den Rußland-Foren! (Bei Syrien bin ich mir nicht ganz so sicher, aber daß da immer nur von armen, gewaltfrei demonstrierenden Opfern die Rede ist, scheint irgendwie auch nicht logisch).

lassen Sie mich durch
110

144 Millionen Reis rechnung,und der Iran bekommt von Indien noch 11 Milliarden Dollar Öl rechnung.

wo ist da das verhältniss.

es sind die banken die deren Transaktionen nicht ausführen,weder ist Iran pleite noch Indien.

http://www.n-tv.de/politik/T... 30831.html

Auf der Gegenseite ist Indien der zweitgrößte Käufer iranischen Öls. Wegen der Finanzsanktionen gegen die Regierung in Teheran hat das Land Probleme, seine Ölrechnung von 11 Mrd. Dollar zu begleichen. Das Geld wäre vorhanden. Durch die Beschränkungen im Bankverkehr muss lediglich die Frage geklärt werden, wie die regelmäßig anstehenden Summen aus dem Ölhandel transferiert werden können.

NONE
19

Ich kann die APA einfach nicht ernst nehmen.

Die berichten nicht einmal wieviel in % der Export beträgt.

Wenn nun die % sehr gering sind, dann wird dies den Iran logischerweise nicht besonders hart treffen.

Aber die APA erwähnt ja nicht einmal IRGENDEINE Zahl. Sie setzt uns "Fakten" vor die wir akzeptieren sollen.

So ein Schwachsinn...

der schwitzbär der schwitzt sehr
16
zum Thema "indischen Reis nicht bezahlt"

http://www.debka.com/article/21673/

Da ganz Asien sich von den maroden westlichen Leitwährungen löst, werden wir wohl noch oft lustige Meldungen lesen, daß dort angeblich nix mehr funktioniert

Erwin Wolfram
102
...

nach und nach wird die gesamte welt der eu den hahn abdrehen, ist einfach billiger als sich in den bankrott treiben zu lassen oder nazistaaten zu foerdern.

mario zapperlotti
31
USA will den Iran stragulieren

arme dortige Bevölkerung!

Hans Meier459
04
ers sagt denn, dass Iran dann keine Dollars oder Euros bekommen kann

Dollars haben die Chinesen mehr als sie wollten, müssen eher schauen das sie das noch wegkriegen bevor der Dollar fällt.

Hasenöhrl.
119
Die Perser drehen den Spieß um

und die EU-Verantwortlichen schauen wieder einmal blöd aus der Wäsch'!

Seine Durchlaucht
01
Die werden jetzt nach Washington anrufen

und weitere Befehle über die Vorgangsweise erfragen.

Jasper Perky
53

Die Iraner tun so als würden sie den Spieß umdrehen, um wenigstens bei den dümmsten der Dümmsten den Eindruck zu erwecken, dass alles vom Iran ausgeht und nicht von der EU.

Und es wirkt.

Kpt.Blaubart
11
Witzig ist jedoch das bereits

mehrere Botschafter aus den EU Ländern aktuell darum betteln, dieses Embargo nicht umzusetzen.
Sie treffen sich persönlich mit einzelnen Abgeordneten um die Abstimmung zu beeinflussen.

Jetzt stellt sich mir die Frage wenn wir die Dummen sind, wie betiteln Sie sich selbst?

unterbezahltüberarbeitet
01

Wer ist stärker von wem abhängig?
Der Westen vom Öl, oder der mittlere Osten vom Geld des Westen?

lassen Sie mich durch
10

Das beruht auf gegenseitigkeit.

Und es funktioniert.

herr_gwehr
00

der iran baut aber an alternativen...was europa irgendwie gar nichts macht.

Hugo Strudl
343
Gibt es einen besonderen Grund

warum der Standard einen Artikel bringt in dem steht, die Staatengemeinschaft verdächtige Iran Atomwaffen zu entwickeln?

Das Gegenteil ist der Fall: Die Staatengemeinschaft WEISS auf Grund der Aussage des US Verteidigungsministers
http://crooksandliars.com/susie-mad... t-developi
und auf Grund der Berichte der IAEO, dass Iran keine Atomwaffen entwickelt.
Warum also genau steht das in einem Artikel veröffentlicht auf derstandard.at? Wissen die verantwortlichen Journalisten nicht, dass diese Art von Irreführung zu einer Million sinnlosen Toten im Irak führte oder wissen sie überhaupt über das Thema bescheid oder unterstützen sie Kriegsaktivismus? Vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit an die ich nicht gedacht hab

Daniel Stampf
00
Kommt halt drauf an ob man denkt der Preis von Sanktionen "is worth it"...

http://www.youtube.com/watch?v=R0WDCYcUJ4o

der Rabe
05
Nutzmießer sind Asien und Lateinamerika

und die Ölwirtschaft als Ganzes, weil so die Preise anziehen.
Für Europa und Iran ändert sich kaum was, und wenn der Nichthandel zwischen den USA und dem Iran eingestellt wird, wird das niemand merken...

Diese Sanktionen sind doch wirklich nur heiße Propagandluft.

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