Kubanischer Blogger berichtet von Misshandlungen in US-Lager
Havanna - Zehn kubanische Flüchtlinge befinden sich nach
Angaben eines Castro-nahen Bloggers auf dem US-Marinestützpunkt
Guantanamo Bay auf Kuba im Hungerstreik. Damit wollten sie ihrer
Forderung nach Anerkennung ihrer Rechte Nachdruck verleihen, schrieb
der Blogger Yohandry am Montag (Ortszeit) in seinem Blog
yohandry.com. Den Hungerstreik hätten sie am vergangenen Freitag
begonnen.
Keine Mitteilung darüber, wie sie auf Militärbasis gelandet sind
Die an dem Hungerstreik beteiligten unabhängigen Journalisten
Olienny Valladares Capote und Adolfo Pablo Borraza Chaple hätten
übereinstimmend berichtet, dass Flüchtlinge in Guantanamo "wie
Terroristen behandelt" würden - eine Anspielung auf die dort von den
USA unter Terrorverdacht festgehaltenen Gefangenen. Wie die zehn
Kubaner vor drei Monaten auf die strikt abgesicherte Militärbasis
gelangten, teilte der Blogger nicht mit. Stattdessen stellte er die
Frage, ob die Hungerstreikenden nun wohl zwangsernährt würden,
so wie "Nordamerikaner dies gewöhnlich in solchen Fällen tun".
"Einziger Ort in Kuba, an dem gefoltert wird"
Yohandry forderte die US-Behörden auf, sich um diesen "Fall von
Menschenrechtsverletzung" in Guantanamo zu kümmern, "dem einzigen Ort
in Kuba, an dem gefoltert wird". Nach dem Sieg der kubanischen
Revolution von 1959, die Fidel Castro an die Macht brachte,
versuchten viele Kubaner, über den von Minenfeldern umgebenen
Guantanamo-Stützpunkt in die USA zu gelangen. Die kubanische
Regierung betrachtet den 1903 mit den USA geschlossenen und 1934
unbefristet verlängerten Pachtvertrag für den Stützpunkt als ungültig.
Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 7. Februar 1962, verhängten
die USA eine Blockade gegen Kuba, die noch immer in Kraft ist.
Anlass war die Verstaatlichung der US-Erdölraffinerien in Kuba,
nachdem diese sich geweigert hatten, sowjetisches Erdöl zu verarbeiten. (APA)