Zehn Kubaner im Hungerstreik

7. Februar 2012, 15:41
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Kubanischer Blogger berichtet von Misshandlungen in US-Lager

Havanna - Zehn kubanische Flüchtlinge befinden sich nach Angaben eines Castro-nahen Bloggers auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba im Hungerstreik. Damit wollten sie ihrer Forderung nach Anerkennung ihrer Rechte Nachdruck verleihen, schrieb der Blogger Yohandry am Montag (Ortszeit) in seinem Blog yohandry.com. Den Hungerstreik hätten sie am vergangenen Freitag begonnen.

Keine Mitteilung darüber, wie sie auf Militärbasis gelandet sind

Die an dem Hungerstreik beteiligten unabhängigen Journalisten Olienny Valladares Capote und Adolfo Pablo Borraza Chaple hätten übereinstimmend berichtet, dass Flüchtlinge in Guantanamo "wie Terroristen behandelt" würden - eine Anspielung auf die dort von den USA unter Terrorverdacht festgehaltenen Gefangenen. Wie die zehn Kubaner vor drei Monaten auf die strikt abgesicherte Militärbasis gelangten, teilte der Blogger nicht mit. Stattdessen stellte er die Frage, ob die Hungerstreikenden nun wohl zwangsernährt würden, so wie "Nordamerikaner dies gewöhnlich in solchen Fällen tun".

"Einziger Ort in Kuba, an dem gefoltert wird"

Yohandry forderte die US-Behörden auf, sich um diesen "Fall von Menschenrechtsverletzung" in Guantanamo zu kümmern, "dem einzigen Ort in Kuba, an dem gefoltert wird". Nach dem Sieg der kubanischen Revolution von 1959, die Fidel Castro an die Macht brachte, versuchten viele Kubaner, über den von Minenfeldern umgebenen Guantanamo-Stützpunkt in die USA zu gelangen. Die kubanische Regierung betrachtet den 1903 mit den USA geschlossenen und 1934 unbefristet verlängerten Pachtvertrag für den Stützpunkt als ungültig.

Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 7. Februar 1962, verhängten die USA eine Blockade gegen Kuba, die noch immer in Kraft ist. Anlass war die Verstaatlichung der US-Erdölraffinerien in Kuba, nachdem diese sich geweigert hatten, sowjetisches Erdöl zu verarbeiten. (APA)

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    Demo gegen Guantanamo von Amnesty International im Jänner 2012 vor dem Weißen Haus.

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