Safer Internet Day - Studie: Eltern sollten Kinder aktiv begleiten

7. Februar 2012, 15:12

Informieren statt verbieten

 Eltern sollten sich aktiv mit dem Online-Konsum ihrer Kinder auseinandersetzen. Das schütze den Nachwuchs besser vor negativen Erfahrungen als Verbote, besagt ein anlässlich des (heutigen) Safer Internet Day 2012 veröffentlichter Bericht des EU Kids Online-Forschungsverbunds.

Über das Internet sprechen

Die Erziehungsberechtigten sollten "über das Internet sprechen und zumindest ab und zu dabei bleiben, wenn ihr Kind online ist. Anders als bei der Beschränkung der kindlichen Internetnutzung durch Verbote kann die aktive Auseinandersetzung das Risiko belastender Erfahrungen verringern, ohne gleichzeitig die mit dem Internet verbundenen positiven Erfahrungen zu behindern", lautet eine der Schlussfolgerungen. Die Studie basiert auf Interviews mit 25.000 Kindern im Alter von neun und 16 Jahren und ihren Eltern in 25 europäischen Ländern.

Gemeinsame Online-Aktivitäten und die Ermutigung des Kindes, selbstständig mit dem Internet umgehen zu lernen und dabei in der Nähe zu bleiben verringern die Wahrscheinlichkeit, dass Mädchen und Buben mit Cyber-Fallen konfrontiert werden. "Zumindest jüngere Kinder, deren Eltern häufiger solche Maßnahmen verwenden, machen auch etwas seltener belastende Erfahrungen, wenn sie das Internet nutzen, etwa im Zusammenhang mit Cyber-Mobbing oder sexuellen Nachrichten, obwohl sie das Internet ebenso vielfältig nutzen wie andere Kinder", so die Studienautoren. "Die Daten zeigen, dass es die Kinder begrüßen, wenn sich ihre Eltern für ihre Internetnutzung interessieren", sagte Professor Sonia Livingstone, die das EU Kids Online-Projekt leitet.

Schutzstrategien

Restriktive Maßnahmen wie das Blockieren bestimmter Webseiten oder Verbote, Fotos und andere Informationen hochzuladen scheinen zwar effiziente Schutzstrategien zu sein, dadurch werde aber die Internetnutzung so stark einschränkt, dass die Kinder die positiven Möglichkeiten im Sinne von Lernen, Kommunikation und Spaß nicht ausschöpfen können. Die Internetkompetenz bleibe unterentwickelt.

Österreichische Eltern versuchen, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder eher selten zu beeinflussen. Wenn sie aktiv werden, dann eher mit einschränkenden Maßnahmen, sagte die Autorin des Berichts, Andrea Durager von der Universität Salzburg. Deutsche Eltern greifen vergleichsweise oft zu Verboten, setzen jedoch auch überdurchschnittlich viele aktive Strategien ein. In den skandinavischen Ländern würden Kindern vermehrt aktiv begleitet und wenig eingeschränkt, in Osteuropa surft der Nachwuchs vergleichsweise unbehelligt durchs Netz. Insgesamt Dreiviertel der befragten Eltern verwenden zwar Software gegen Spam und Viren, aber nur weniger als ein Drittel für den Kinder- und Jugendschutz. (APA)

James131
00
unterentwickelt gegenueber was

Wenn eine studie zum ergebnis kommt, dass der einsatz eines echten proxy und der schutz vor an- und uebergriffen gerade auf kinder fuehre dazu, dass deren faehigkeiten unterentwickelt blieben, dann stellt sich eine wesentliche frage: Welche faehigkeiten sollen die kinder erlernen?
Die faehigkeiten eines so geschuetzten kindes sind nach praktischer erfahrung immer noch denen von Lehrern ueberlegen, gerade, weil es eben nicht nur um die bedienung der maus geht ..... aber diese faehigkeiten zum nutzen eines werkzeuges waren wohl nicht gemeint

LFG
00
Für Interessierte:

Hier kann der Bericht gefunden werden:
http://www2.lse.ac.uk/media@lse... /Home.aspx

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.