Deutsche Ministerin warnt vor Internet-Banking mit Smartphones

7. Februar 2012, 15:02
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Sicherheit der Geräte muss verbessert werden

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner warnt vor Internet-Banking mit Smartphones. Die internetfähigen Mobiltelefone hätten nicht das selbe Sicherheitsniveau wie stationäre Computer, sagte die CSU-Politikerin am Dienstag in Berlin. "Derzeit würde ich zum Beispiel nicht unbedingt von einem Smartphone aus ein Internet-Banking vollziehen." Die Ministerin warnte, allein durch den Besuch mancher Internet-Seiten mit dem Smartphone könnten die Geräte identifiziert und die Telefonrechnung mit Kosten belastet werden. Nach Angaben Branchenverbandes BITKOM nutzen zehn Millionen Bürger ihr Smartphone zum Surfen im Web, Tendenz stark steigend.

Verbesserungsbedarf

Aigner verwies darauf, dass auch beim allgemeinen Datenschutz Verbesserungsbedarf bestehe. In vielen Smartphones seien persönliche Profile gespeichert, die weitergegeben werden könnten. Auch könnten Smartphones den jeweiligen Aufenthaltsort des Nutzers übermitteln, auch wenn dieser nicht eingewilligt habe. Sei bekräftigte, sie setze sich deswegen auf europäischer Ebene dafür ein, dass beispielsweise Nutzer das Recht erhielten, ihre Daten im Internet zu löschen. Nationale Alleingänge machten hier keinen Sinn, da die Anbieter auf andere EU-Mitglieder ausweichen würden. Deswegen habe sich das soziale Netzwerk Facebook auch Irland als europäischen Sitz ausgesucht.

Sicherheiten gefordert

An die Hersteller der Smartphones appellierte sie, die Sicherheit der Geräte zu verbessern. Momentan seien die Internet-Handys zwar selten Ziel von Viren und Angriffen, aber man müsse kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass Angriffe und Datenlecks zunehmen würden. Sie selber plane unter anderem ein Verbot der Abrechnung von Kosten über die Telefonrechnung ohne ausdrückliches Einverständnis des Nutzers.

BITKOM-Präsident Dieter Kempf wies darauf hin, dass die Nutzer für kostenlose Kleinprogramme, der sogenannten Apps, in der Regel den Anbietern ihre persönlichen Daten überließen. "Sie zahlen alles, was sie im Internet machen", sagte der Verbandschef. Die Daten könnten weiterverkauft oder für eine gezieltere Werbung eingesetzt werden.

17 Apps installiert

Nach BITKOM-Angaben sind auf jedem Handy im Schnitt 17 Apps installiert. Nach einer Erhebung im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums fühlen sich 82 Prozent der Smartphone-Besitzer nicht ausreichend von den Anbietern der App-Programme über die Verwendung ihrer Daten informiert. Mehr als jeder Dritte stört sich zudem daran, dass die sogenannten Smartphones den eigenen Standort verraten können. Insgesamt sorgt sich jeder vierte Smartphone-Nutzer um die Sicherheit im mobilen Internet.

Jeder vierte Deutsche nutzt nach der Forsa-Umfrage ein internetfähiges Handy. In der Altergruppe bis zu 30 Jahren besitzen sogar 58 Prozent der Verbraucher ein sogenanntes Smartphone. Nach der Befragung nutzt jede fünfte Frau ein Smartphone, bei Männern ist es jeder Dritte. Die meist genutzten Eigenschaften der internetfähigen Mobiltelefone ist das Lesen von Emails und die Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook. (APA)

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