Straßburg sieht mehr Recht auf Bericht

7. Februar 2012, 19:47
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Grundsatzentscheid gegen Caroline von Hannover

Straßburg/Wien - Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte kommt ins Spiel, wenn es um grundsätzliche Grundrechtsfragen geht. Gleich in zwei Fällen entschied diese Große Kammer nun gegen die Privatsphäre von Prominenten und für das Recht auf Berichterstattung.

In Causa eins pochte wieder einmal Caroline von Hannover auf ihr Recht auf Privatsphäre. "Vielleicht ein wenig auch zum Schutz ihrer Einnahmen aus Exklusivverträgen", merkte dazu Medienrechtler Hans Peter Lehofer in seinem Blog an. Thema nun: Fotos von Caroline und ihrem Mann Ernst August von Hannover aus dem Skiurlaub in St. Moritz, neben einem Bericht über den Gesundheitszustand von Fürst Rainier von Monaco in "Frau im Spiegel" und "Frau Aktuell".

Der deutsche Bundesgerichtshof wies Caroline von Hannovers Beschwerde zurück. Die Erkrankung und der zeitgleiche Urlaub seien von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse. Das bestätigen nun nach dem deutschen Verfassungsgericht die Straßburger Richter: Die deutschen Gerichte hätten sorgfältig abgewogen zwischen freier Meinungsäußerung und Schutz des Privatlebens. Sie hätten auch berücksichtigt, dass der Artikel "zumindest in gewissem Maße zu einer Debatte von allgemeinem Interesse beitrug". (red/DER STANDARD; Printausgabe, 8.2.2012)

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