Fünfmal mehr Frauen betroffen

    7. Februar 2012, 12:36
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    Deutsche Studie bescheinigt vor allem jungen Frauen hohe Anfälligkeit und Männern eine Zunahme an Auffälligkeiten im Essverhalten

    Eine repräsentative Studie aus Leipzig zeigt, dass fünfmal mehr Frauen (5,9 Prozent) als Männer (1,5 Prozent) in Deutschland unter Störungen im Essverhalten leiden. Dazu zählen Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Störung), die Binge-Eating- oder Essanfallsstörung und die Anorexia Nervosa (Magersucht).

    Junge Frauen vor dem 24. Lebensjahr signifikant anfälliger

    Neue Erkenntnisse liefert die Studie von Anja Hilbert, Martina de Zwaan und Elmar Brähler zur Häufigkeit von Essstörungen in den verschiedenen Altersgruppen. Im Vergleich zu früheren epidemiologischen Studien fiel auf, dass bei Männern Symptome und Auffälligkeiten, die für ein gestörtes Essverhalten sprechen, in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Bei Frauen bestätigte sich, dass junge Frauen vor dem 24. Lebensjahr signifikant anfälliger sind für Essstörungen. In einer europäischen Studie hatten junge Frauen ein achtfach erhöhtes Risiko für eine Essstörung im Vergleich zu älteren Frauen.

    Eating Disorder Examination-Questionaire

    Für diese bevölkerungsrepräsentative Erhebung über beide Geschlechter und alle Altersgruppen hinweg wurde erstmals der international bewährte Essstörungsfragebogen "Eating Disorder Examination-Questionaire" (EDE-Q) verwendet. Dieser ermittelt die spezifischen Symptome und Verhaltensweisen (Psychopathologie), wie etwa ein negatives Körper- und Selbstbild, Unzufriedenheit mit dem Aussehen, selbst herbeigeführtes Erbrechen, Essanfälle, Missbrauch von Abführmitteln, übertriebene sportliche Aktivität oder Diäten.

    Die 2520 Befragten (1354 Frauen, 1166 Männer) waren zwischen 14 und 95 Jahre alt (mittleres Alter 50,5), der Body-Mass-Index lag zwischen 14,17 und 55,40 kg/m2. Gemäß den Selbstangaben der Befragten waren 10,8 Prozent adipös (BMI 30 kg/m2 und mehr), rund 37 Prozent übergewichtig und etwa 52 Prozent normalgewichtig. Ähnlich wie in Vorgängerstudien zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Essstörungen und Einkommens- oder Bildungslevel.

    Die Studie belegt außerdem, dass bei fettleibigen (adipösen) Frauen elfmal häufiger und bei adipösen Männern sogar 20-mal häufiger eine Störung im Essverhalten vorliegt als bei normalgewichtigen Frauen und Männern. (red)

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