Was ein gutes Traineeship ausmacht

7. Februar 2012, 12:13
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Aus der Sicht von Unternehmen und Absolventen - Studie von Haniel und Kienbaum zu Traineeprogrammen in Deutschland

Duisburg - 94 Prozent der Hochschulabsolventen in Deutschland können sich vorstellen, als Trainee ins Berufsleben zu starten. Vor einem Jahr waren es noch 84 Prozent. Das ergab eine Studie der Unternehmensgruppe Haniel in Kooperation mit der Managementberatung Kienbaum. Befragt wurden für die Traineestudie 2011/2012 406 Unternehmen und 355 Absolventen aus Deutschland. Ein gegenläufiger Trend zeigt sich aber bei den Unternehmen: Während 2010 noch 86 Prozent der befragten Firmen Traineeprogramme angeboten haben, sind es 2012 nur noch 78 Prozent.

Die Top drei der Kriterien, die aus Sicht der Absolventen ein gutes Traineeprogramm ausmachen:

  • für 45 Prozent erstens eine persönliche Betreuung
  • zum zweiten gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen (40 Prozent)
  • drittens die inhaltliche Vielfalt des Programms (39 Prozent).

Die Unternehmen legen in ihren Traineeprogrammen in erster Linie Wert auf:

  • Personalentwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen (40 Prozent)
  • vielfältige Inhalte (38 Prozent)
  • Gestaltungsspielraum für den Trainee (31 Prozent).
  • regelmäßige Feedbackgespräche und fördern den Austausch der Trainees untereinander. 

Trainees am häufigsten in Finance und Controlling

Je nach Unternehmensbereich sind Traineeprogramme laut der Studie mal eine gängige Einstiegsmöglichkeit, mal eher eine Seltenheit: Gut die Hälfte der Unternehmen setzt Trainees in der Abteilung Finance und Controlling ein, 37 Prozent im Marketing, fast ebenso viele im Personalbereich, jedoch nur jede fünfte Firma bietet ein Traineeprogramm in ihrem Logistikbereich an.

Start meist im Herbst und Frühjahr

Mit 39 Prozent beginnen die meisten Firmen ihre Traineeprogramme im Oktober, also zum Ende des Sommersemesters, und 16 Prozent am Ende des Wintersemesters im April. Die Programme dauern dann meist 18 Monate - so handhaben es 40 Prozent der befragten Unternehmen - oder 24 Monate wie in gut einem Fünftel der Firmen.

Konzipierung der Programme

Beim Aufbau der Traineeprogramme orientiert sich ein Drittel der Firmen durchaus an den Wünschen der Absolventen. Der Großteil der Firmen gliedert ihr Programm aber immer noch nach den relevanten Abteilungen und Kernbereichen in ihrem Hause. Konkret bieten knapp 40 Prozent der Unternehmen den Trainees die Möglichkeit, drei bis vier Stationen in den meist 18 oder 24 Monaten kennenzulernen; in 28 Prozent der Firmen sind es sogar fünf bis sechs. Auch bei der Planung des Traineeprogramms erhalten die Berufseinsteiger immer mehr Mitspracherecht.

Bachelor reicht häufig nicht

Absolventen mit Bachelor Abschluss haben es nicht leicht: Für 18 Prozent der Unternehmen ist es ein Ausschlusskriterium für das Traineeprogramm, wenn der Bewerber lediglich einen Bachelorabschluss vorweisen kann. Höher angesehen sind hingegen Master- und Diplomabsolventen. Generell definieren 41 Prozent der Unternehmen einen Universitätsabschluss als unabdingbares Kriterium für die Aufnahme in ihr Traineeprogramm. Besser als noch im Vorjahr ist offenbar der Ruf von Fachhochschulabsolventen: 37 Prozent sehen in diesem Abschluss ein unabdingbares Kriterium, das Bewerber mitbringen müssen; vor einem Jahr waren es nur 14 Prozent.

Praxiserfahrung und Eigeninitiative

40 Prozent der Firmen definieren Berufspraxis als unabdingbares Kriterium, das ein Bewerber mitbringen muss. Fundierte Fremdsprachenkenntnisse setzen 31 Prozent unbedingt voraus, auch interkulturelle Kompetenzen sind wichtig. Bei den Persönlichkeitsmerkmalen erwarten die Unternehmen von den Bewerbern an erster Stelle Eigeninitiative und Motivation. Danach folgen Lernbereitschaft und Teamfähigkeit.

Gehälter steigen leicht

Rund 40 Prozent der Unternehmen befristen die Verträge ihrer Trainees auf die Traineephase. Das widerspreche hingegen den Zielsetzungen, die die Unternehmen mit dem Angebot von Traineeprogrammen verbinden, resümieren die Unternehmensexperten in einer Aussendung. Denn das wichtigste Ziel sei mit 86 Prozent die Gewinnung talentierter Potenzialträger, gefolgt von der Gewinnung von Führungskräften mit 60 Prozent sowie der Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und der strukturierten Einbindung von Talenten in das Unternehmen.

Die Gehälter der Trainees in Deutschland sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen: Aktuell erhalten die Berufseinsteiger im ersten Jahr ihres Traineeships ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 43.100 Euro, im zweiten Jahr sind es im Schnitt 44.000 Euro. 2010 waren es noch 42.600 beziehungsweise 43.000 Euro.
(red, derStandard.at, 7.2.2012)

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    Freie Plätze für den Berufseinstieg: 78 Prozent der für eine Studie befragten Firmen in Deutschland bieten Traineeprogramme an.

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