Max Schrems: "Facebook wirkt hochgradig unprofessionell"
Birgit Riegler, Zsolt Wilhelm , 7. Februar 2012, 11:43
foto: apa
Max Schrems brachte als Initiator der Gruppe Europe vs. Facebook 22 Anzeigen gegen den Konzern ein.
foto: derstandard.at/wilhelm
Am Montag traf er sich mit Vertretern von Facebook Irland.
Änderungen beim Datenschutz: Vorerst keine Einigung zwischen Wiener Jusstudenten und Facebook-Vertretern
Am Montag haben sich Vertreter von Facebook Irland mit Max Schrems, dem Initiator der Gruppe Europe vs. Facebook, getroffen, um die geforderten Änderungen am Datenschutz zu verhandeln. Eine Einigung konnte in der sechsstündigen Debatte nicht erzielt werden, wie Schrems am Dienstag bekanntgab. Facebook sei jedoch daran interessiert, selbst Rechtssicherheit zu schaffen. Nun wollen die ambitionierten Studenten einen Antrag auf eine formelle Entscheidung einbringen.
"Facebook wirkt hochgradig unprofessionell"
2011 brachte die Gruppe insgesamt 22 Anzeigen gegen den europäischen Sitz des sozialen Netzwerks ein, der für alle Facebook-User außerhalb der USA zuständig ist. Vorrangig wird kritisiert, dass Inhalte nach dem Löschen noch auf den Servern von Facebook vorhanden sind und mehr Daten von Nutzern gesammelt werden, als diesen bekannt ist. Das Löschproblem sei teilweise auf einen Software-Fehler zurückzuführen, erklärt Schrems. "Facebook wirkt hochgradig unprofessionell", so das Urteil des Jus-Studenten. Teilweise sei unklar, wer für die Inhalte verantwortlich ist, Facebook selbst oder die User. Die Policy-Abteilung des Konzerns könne sich innerhalb des Unternehmens nicht immer durchsetzen.
Finale Liste mit allen Datensätzen versprochen
Von der irischen Datenschutzbehörde seien in dem im Dezember veröffentlichten Bericht nur zehn Prozent der Forderungen umgesetzt worden. Mit dem Unternehmen soll eine einvernehmliche Lösung erzielt werden. Zunächst versprachen die Facebook-Vertreter, eine finale Liste aller Datensätze herauszugeben, die Europe vs. Facebook auch veröffentlichen will. Die US-amerikanischen Datenschutzvorstellungen seien weit von dem entfernt, was in Europa zulässig sei, erklärt Schrems.
Flickwerk
Mutwilligkeit will er dem Netzwerk jedoch nicht in allen Punkten unterstellen. Es sei ein System, das Studenten entwickelt haben und auf das stückweise immer weiter aufgebaut wurde. Bei einigen Punkten aus den Anzeigen habe Facebook zugegeben, selbst noch nicht daran gedacht zu haben. Es entstehe oft der Eindruck eines regelrechten Flickwerks. Durch den Börsegang laste aber ein enormer Druck auf dem Unternehmen, sodass bislang nicht alle Details preisgegeben wurden. Schrems: "Da herrscht Panik." Dennoch habe das Unternehmen viele Informationen geliefert, die vorher unklar gewesen seien.
Ziele
Facebook selbst vergleicht sich mit einem Öltanker, der sich langsam in die richtige Richtung dreht. Doch dafür seien sie für Schrems in den "falschen Hoheitsgewässern". Auf jeden Fall werde Facebook nun User besser informieren, wie und wo die hochgeladenen Daten verwendet werden. Auch wurde versprochen, gelöschte Daten, etwa Fotos, tatsächlich zu löschen und nicht nur vor den Nutzern zu verbergen. Letztendlich sei das Ziel eine Änderung der Datenschutzrichtlinie. Diese müsse nach den Anzeigen der Studenten weltweit in Kraft treten. Nutzer müssen eine eindeutige Zustimmung geben, welche Daten wofür genutzt werden. Eine finale Entscheidung muss nun die irischen Datenschutzkommission fällen.
Facebook nutzen ohne Kopfschmerzen
Inzwischen hat sich auch die EU-Komission eingeschaltet. Der Druck auf Unternehmen, Datenschutzrichtilinien zu erfüllen, werde nun zunehmen, glaubt Schrems. Dabei stehe man aber erst am Anfang. Die Studenten bleiben am Ball. "Es geht darum, dass ich Facebook nutzen
kann, ohne nach einem halben Jahr Kopfschmerzen zu haben." (derStandard.at, 7.2.2012)
Es ist auch erfreulich zu sehen, dass David (ein Student wie Max Schrems) gegen Goliath (ein Unternehmen wie facebook) auch in der heutigen Zeit durchaus eine Chance hat, und dass selbst so große Konzerne sich nicht über alle Gesetze hinwegsetzen können, wie es ihnen so passt.
Das ist eigentlich Grund zur Freude.
Im Prinzip denke ich, dass facebook eine nette Sache sein könnte. Wenn diese Probleme hinsichtlich Datenschutz geklärt wären. Im Endeffekt wird facebook einsehen, dass sie sich mit der bisherigen ignoranten Vorgangsweise nur selbst schaden...
erinnert mich diese Debatte an das Prinzip Microsoft.
Gerade die exzessive Auswertung und Vermarktung privater Userdaten, hat facebook so erfolgreich gemacht. Alle anderen online communities, die sich auf Seriösität und halbwegs Datenschutz berufen (hatten), sind klein geblieben oder verstorben (MySpace, etc.). Warum man auf facebook wütend sein sollte, ist die nicht gerechtfertigte oder vom jeweiligen Benutzer ungenehmigte Weitergabe seiner Daten.
Und den Kritikern werfen sich noch vor wie Schafe nachzulaufen. Wobei man ja sieht wo die Schafherde ist, die nur Stricheln kann, aber zum Kommentare verfassen zu blöd ist. Und zum drüberstreuen werden noch Judenvergleiche gemacht! Als ob HC und Fekter nicht schon gereicht haben. Jetzt ist es FB gegen das jetzt angeblich so das Feindbild wie bei den Juden gebildet wird. *Krächz* Ich packs nimma!
ach schreibst du deinen unsinn jetzt woanders weil du unten keine plattform mehr findest?
Was dir strichler betrifft...wie du an meinen postings siehst bekommst du sehr wohl antworten auf deine aussagen...es ist nicht meine schuld wenn deine ansichten hier auf wenig gegenliebe stossen.
Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
nein, nur jeden der nicht deiner meinung ist, und sich an der diskussion aus welchen gründen auch immer nicht mit einem textbeitrag beteiligt hat, sondern sich mit der verwendung des bewertungssystems begnügt hat.
Etwas anderes tust du auch nicht wenn du in einer Wahlkabine kommentarlos dein Kreuz machst, ohne dich je an einer öffentlichen Diskussion zum Thema Politik beteiligt zu haben.
Wenn sich Schüssel jetzt wie...(wann war schwarzblau? 2005? Ich bin grad zu bequem um nachzusehen) anno 2005 hinstellt und sagt der Wähler ist dumm, der Wähler hat einen Fehler gemacht, würdest du dich trotzdem (zu recht) aufregen. Aber genau das sagst du jetzt selbst aus.
Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
Forendiskussionen sind doch keine Wahlen. *seufz*. Ja, ich rege mich auf, wenn zig Leute die Zeit haben zu stricheln, aber nicht eineR (außer sie) kurz Zeit hat zu diskutieren. Und wenn wir schon Demokratie heranziehen, eine funktionierende Demokratie ist eben mehr als nur Wahlen, und es gibt wohl eine Öffentliche Diskussion.
das ganze wirkt leider extrem aufgesetzt und lächerlich. an facebook gibt es nichts zu verteidigen, die verdienen die große kohle mit unserem inhalt, aber der medientripp dieses studenten ist echt lächerlich.
Es ist mir egal ob es Kohle mit unserem Inhalt verdient. Es geht darum, dass es a) sich um Datenschutzrecht einfach nicht kümmert b) mit hoch verwirrenden "Privateinstellungen" immer wieder herum trickst.
Falls übereifrige EU-Datenschützer allzu lästig werden sollten...
...könnte FB den europäischen Markt wieder von den USA aus administrieren!
...oder den europäischen Firmensitz einfach von Irland in die Schweiz verlegen!
Och wie niedlich, ist der kleine Schauspieler immer noch auf seinem Selbstdarstellungstrip?
Es is schon lustig, die Masse, auch hier im Forum rennt dem Dutzendjusler Maxi nach wie blökende Schafe, obgleich man allein an den Fotos schon erkennt, wie sehr es dem Jungen um Selbstdarstellung geht.
Aber naja, Menschen sind nunmal dämlich, und wenn man ihnen ein Feindbild vor Augen hält (Dass ihnen im übrigen noch nie auch nur den geringsten Schaden zugefügt hat) und Angst macht, sind sie bereit jede noch so dümmliche Aussage zu schlucken die man ihnen darreicht, und sich für die Zwecke anderer einspannen zu lassen (In diesem Fall Verbesserung des Lebenslaufs aus nichts heraus)
Alter Trick: schaffe der simplen Masse ein Feindbild. Hat bei den Rechten mit den Juden funktioniert, funktioniert jetzt beim Jusstudent mit Facebook.
Könnte was Wahres dran sein. Ich frage mich: Besteht diese Europe-vs-Facebook-Gruppe nur aus Schrems? Der ist der Einzige, der zu sehen ist, wenn es um das Thema geht.
Es ist eine ganze Gruppe von ca. 20 Leuten (man könnte sie Mitläufer nennen, ein etwas weniger netter Ausdruck lautet "nützliche Idioten"), aber Schrems scheint der einzige zu sein, der um mediale Aufmerksamkeit buhlt.
Angesichts der Tatsache dass fb auf die Vorwürfe sehr positiv reagiert, ist das enttarnend für ihn und seine Unterstützer, denn wozu frage ich dienen die peinlichen Auftritte des kleinen Maxis inkl. Fototermin, wenn sie doch bekommen was sie wollen (= Durchsetzung komplett unsinniger Paranoia - Verordnungen die keinem Menschen nützlich sind)...bleibt als logische Erklärung nur mehr die Geltungssucht, bzw. das Ködern möglicher Arbeitgeber frei nach dem Motto: "Schaut her, ich lege mich mit fb an, ich bin ein toller Jurist!"
Die Gesetze sind ja alle da, nur klagt halt niemand. Datenschutz ist übrigens ein wichtiges Thema, oder willst du überall deine Daten verbreitet haben?
Zum Thema Daten: Ich hätte ehrlich gesagt kein Problem damit. Ich mach das sowieso jeden Tag freiwillig (Wenn der Prof. anruft, wenn freunde wissen wollen was ich mache und wo ich bin...und wenn ich ein wenig personalisierte werbung bekomme...who cares?
Wir sind eine Informationsgesellschaft, es wird Zeit dass wir aufhören uns wie Stammtisch-Bergdorf-Neandertaler zu verhalten.
Lustig dass du den Neid erwähnst...ist es doch gerade diese Emotion, die einen wesentlichen Faktor des hier im Forum zunehmenden fb - Bashings ausmacht...wäre Zuckerbergs Firma ein kleines Startup, dass sich den grossen bösen Firmen wie Google und Microsoft entgegenstemmt, es hätte deine, und die Unterstützung all der anderen Kreuzfahrer hier =)
Ach und neidisch worauf soll ich denn genau sein? Dass Schrems in der Zeitung ist? Danke, kein Bedarf an öffentlicher Aufmerksamkeit (deshalb verwende ich einen Nick), Jus studiere ich auch nicht, und Geld ist auch keines für ihn persönlich drin...ergo, erklär mir was es deiner Meinung nach denn genau ist worauf ich einen solchen Neid hege?
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