Europas Leitbörsen schließen mehrheitlich leicht im Plus

7. Februar 2012, 18:22
posten

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben den Handel am Dienstag mehrheitlich leicht im Plus beendet. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich bis zum Handelsende um 0,25 Prozent auf 2.514,12 Stellen.

Hatten die Aktienmärkte über weite Strecken des Handelstages Verluste verzeichnet, hellte sich im Späthandel das internationale Sentiment deutlich auf und die Mehrzahl der europäischen Indies konnte sich bis zur Schlussglocke in die Gewinnzone vorarbeiten. Für den kräftigen Schub nach oben sorgten im späten Handelsverlauf hoffnungsvolle Signale aus Griechenland. Einem Athener Offiziellen zufolge arbeite die griechische Regierung mit der "Troika" aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) an einem Papier über zusätzliche Einsparungen und Reformen.

Gestützt von einem Anleihen-Rückkauf legten UniCredit als stärkster Wert im Euro-Stoxx-50 um 4,68 Prozent auf 4,38 Euro zu. Die italienische Großbank hatte am Vorabend mitgeteilt, Anleihen über nominal 1,86 Mrd. Euro zurückgekauft zu haben. Aus dem Umfeld der Bank-Austria-Mutter verlautete, damit werde die Kernkapitalquote (Core Tier 1 Ratio) um elf Basispunkte gestärkt. "Das wäre mehr als erwartet", kommentierte ein Händler.

Unter den übrigen Bankenwerten rückten BNP Paribas um 2,13 Prozent auf 35,735 Euro vor, Intesa Sanpaolo und Societe Generale verteuerten sich um 1,51 Prozent auf 1,55 Euro bzw. 1,21 Prozent auf 23,835 Euro. Der Bankenbereich legte europaweit die stärkste Sektorperformance hin; der entsprechende Branchenindex verzeichnete einen Aufschlag von 1,4 Prozent.

Schwach tendierten indessen Autowerte, die Marktteilnehmern zufolge unter Wachstumssorgen um China litten. Das zuständige chinesische Ministerium hatte für das laufende Jahr eine Wachstumsabschwächung der Industrieproduktion in Aussicht gestellt, zumal der durch die Euro-Schuldenkrise ausgelöste Abschwung die Exporte der Volksrepublik und insofern auch die Industrieproduktion belaste. BMW und Daimler fanden sich mit Einbußen von 1,98 Prozent auf 69,36 Euro bzw. 1,84 Prozent auf 44,635 Euro unter den größten Verlierern im Euro-Stoxx-50, Volkswagen (VW) verbilligten sich um 1,19 Prozent auf 141,75 Euro.

Im oberen Bereich der Kurstafel fanden sich wiederum ArcelorMittal, die nach der Vorlage von Ergebnissen 3,28 Prozent auf 16,69 Euro nach oben zogen. Das Unternehmen rutschte im Schlussquartal 2011 mit einer Milliarde US-Dollar in die Verlustzone, operativ (EBITDA) stand aber ein Gewinn von 1,7 Mrd. Dollar zu Buche. Am Markt wurde das Zahlenwerk als erwartungsgemäß eingestuft.

Gefragt waren auch Nokia mit einem Zuwachs um 1,84 Prozent auf 3,884 Euro. Wie aus Zahlen der International Data Corporation (IDC) hervorgeht, verkaufte Nokia im vierten Quartal 2011 insgesamt 113,5 Mio. Handys und führte damit weiter die Liste der weltweiten Mobiltelefonverkäufe an. Der Marktanteil lag damit bei 27 Prozent.

Außerhalb des Euro-Stoxx-50 gingen UBS in Zürich mit einem Minus von 1,44 Prozent auf 13,02 Euro aus dem Handel. Die Schweizer Großbank hatte für das Schlussquartal 2011 mit 393 Mio. Franken einen deutlich geringeren Reingewinn als im Vorjahreszeitraum (1,02 Mrd. Franken) vermeldet. Der Jahresgewinn 2011 sank auf 4,23 Mrd. Franken von 7,5 Mrd. im Jahr davor. Analysten hatten den Quartalsgewinn im Vorfeld auf 737 Mio. und den Jahresgewinn auf 4,58 Mrd. Franken prognostiziert.

In London standen indes die Fusionspläne des weltgrößten Rohstoffhändlers Glencore (minus 3,80 Prozent auf 443,25 Pence) mit dem Bergbaukonzern Xstrata (minus 4,88 Prozent auf 1.200,00 Pence) im Blick. Die beiden Konzerne kommen gemeinsam auf einen Marktwert von rund 90 Mrd. US-Dollar und einen operativen Gewinn (EBITDA) von gut 16,2 Mrd. Dollar. (APA)

Share if you care.