Eigentümerwechsel

Unternehmens-Chef Satek kauft Zielpunkt

7. Februar 2012, 16:15

Eigentümerwechsel mit sofortiger Wirkung

Wien - Zielpunkt-Chef Jan Satek hat dem deutsch-luxemburgischen Finanzinvestor BluO im Zuge eines Management Buy-Out gemeinsam mit zwei Investoren die noch defizitäre Lebensmittelkette Zielpunkt abgekauft. Damit habe er sich sein eigenes Lebensmittelgeschäft gekauft, denn rund einen siebenstelligen Betrag hat Satek aus seinem Privatvermögen in das Unternehmen gesteckt, verriet er am Dienstag vor Journalisten.

In Summe übernahmen Satek und seine (nicht genannten) Investoren die Kette mit ihren 300 Standorten und 3.000 Mitarbeitern um einen zweistelligen Millionenbetrag rückwirkend per 1. Jänner 2012. Ein Weiterverkauf wird nicht dezidiert ausgeschlossen: "Wenn jemand mit einem Geldkoffer kommt, dann kann man darüber nachdenken", sagte Satek. Erst im Mai 2010 hatte BluO Zielpunkt um einen einstelligen Millionenbetrag von der deutschen Tengelmann-Gruppe (Kik, Obi) übernommen.

Suche nach Investoren

Auch wenn man derzeit "finanziell gut aufgestellt" sei und das Geld für die weitere Sanierung reiche, ist Satek auf der Suche nach weiteren Investoren. Er führe Gespräche mit Finanzinvestoren, wolle aber immer die Mehrheit an Zielpunkt behalten, betonte er.

Satek hat die Zielpunkt-Sanierung unter dem bisherigen Eigentümer BluO als Vorstandsvorsitzender vorangetrieben und die Lebensmittelbranche dadurch liebgewonnen, wie er erzählte. "Wenn mir jemand vor fünf Jahren gesagt hätte, dass ich einmal Lebensmittelhändler werde, hätte ich das nicht gedacht. So bin ich jetzt ein Midlife-Greisler, wie ich immer sage." Bereits im Vorjahr habe BluO signalisiert, Zielpunkt wieder veräußern zu wollen, "und da habe ich ein Angebot gemacht", so Satek. Gestern habe er dann den Zuschlag erhalten. Seinen Angaben zufolge gab es auch andere Interessenten, der Großhändler Pfeiffer, dem immer wieder Interesse an Zielpunkt nachgesagt wurde, sei nicht darunter gewesen, meinte er.

Spekulationen in der Branche

In der Handelsbranche wird allerdings darüber spekuliert, was Satek mit der Lebensmittelkette vorhat. Von einem "größeren, dahinterliegenden Plan" ist die Rede. Ins Spiel gebracht wird eine Fusion mit den zur Pfeiffer-Gruppe gehörenden 112 Unimarkt-Supermärkten, die in Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Salzburg vertreten sind.

Zielpunkt ist wie Pfeiffer Mitglied im Einkaufsverbund Markant und übernimmt dessen Eigenmarke "Jeden Tag". Auch die von Pfeiffer entwickelte Bio-Linie "natürlich für uns" ist bei Zielpunkt zu haben. Eine Zusammenlegung der Unimärkte und Zielpunkt würde größeres Gewicht am Markt bringen, heißt es. Derzeit teilen sich Rewe, Spar und Hofer über 80 Prozent des heimischen Lebensmittelhandels. Auf Zielpunkt mit seinen rund 300 Filialen fallen etwa 4 Prozent.

An dem eingeschlagenen Kurs bei Zielpunkt soll sich indes mit der neuen Eigentümerschaft nichts ändern. Der Turnaround soll heuer gelingen, 2013 soll Zielpunkt wieder schwarze Zahlen schreiben. 2011 machte die Lebensmittelkette bei einem Umsatz von 540 Mio. Euro einen EBITDA-Verlust von 5 Mio. Euro. Satek möchte Zielpunkt als Nahversorger positionieren und die Eigenmarken "natürlich für uns" und "Jeden Tag" ausbauen. Der Non-Food-Bereich soll im Gegenzug verkleinert werden. Auch an den Expansionsplänen ändere sich nichts: Wie schon im Vorjahr würden etwa fünf neue Standorte aufgemacht und fünf geschlossen.

Partnerschaften bleiben

Aufrecht bleiben auch alle bisherigen Partnerschaften und Kooperationen. Um im hart umkämpften Lebensmittelhandel zu überleben, holte sich Zielpunkt für den Einkauf erst kürzlich internationale Unterstützung und schloss sich der Handels- und Dienstleistungskooperation Markant mit Sitz in der Schweiz an. Schon seit 2010 wird beim Einkauf mit dem Großhändler Pfeiffer kooperiert.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), Wolfgang Katzian, sieht in dem Eigentümerwechsel "ein ernsthaftes Signal, dass an den gesicherten Weiterbestand des Unternehmens geglaubt und dass vor allem dafür gearbeitet wird". Die rund 3.000 Mitarbeiter seien heute über den Eigentümerwechsel informiert worden. Für sie ändere sich dadurch "gar nichts", versprach Satek. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 163
1 2 3 4
Crazy-Business
00
10.2.2012, 17:23
Zielpunkt II

Als er mir zum dritten Mal gesagt hat, daß er eben diesen Kassapreis hat, habe ich nur gemeint, daß es schon OK geht, jedoch Zielpunkt mit mir als Kunden zukünftig nicht mehr zu rechnen braucht.

Kein Wort der Entschuldigung, keine Ambitionen den Fehler beheben bzw. beheben zu lassen - einfach nichts!

Schade, denn Zielpunkt hat mit Abstand das beste Gebäck (zumindest was die Supermärkte angeht)!

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
15.2.2012, 06:02

....in wien niemals auf die rechnung schauen, niemals angeboten glauben, niemals service erwarten, u. zb. bei rewe&co sicherheitshalber nur mit rechtskundigen zeugen einkaufen - wenn überhaupt.... am besten nur in normalen , kundenfreundlichen geschäften u. märkten (ausserhalb wiens) einkaufen!

Crazy-Business
01
10.2.2012, 17:23
Zielpunkt I

Ich habe mir bis jetzt mehr als ungläubig die negativen Postings reingezogen, bis ich heute d'ran war: Zielpunkt, am Südtiroler Platz:

In Aktion: Knabbersachen minus 25 %. Als ich eher zufällig auf das Display bei der Kassa geschaut habe, mußte ich feststellen, daß anstelle der 1,79 Regalpreis (ohne Abzug der 25 %) stolze 1,99 zu sehen waren - also um gut 11 % mehr. Unter der Berücksichtigung der nicht gewährten Aktion sogar ein Unterschied von stolzen 48 %! Darauf angesprochen, meinte der Kassier trocken, daß er eben diesen Preis in der Kassa hätte. Ich entgegnete ihm mehrmals, daß mich "sein" Preis in der Kassa nicht interessiere und ich mich ja nur am Regalpreis orientieren kann.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
Das Schaf ist die Ziege!

Wien, Zielpunkt Breitensee, heute, 17.30h:
Emsig sind mehrere Mitarbeiterinnen dabei Massen von Preiszettelchen gegen neue mit sehr deutlich höheren Preisen auszutauschen! Die neuen Preise gelten zwar erst ab dem nächsten Tag, aber das soll für die Kunden natürlich eine Überraschung werden!

Ein fast elegant gekleideter Kunde im besten Alter erlaubt es sich, wagt es dennoch tatsächlich eine der fleissigen Bediensteten nach Ziegenkäse zu fragen - und prompt wird er von der anscheinend langjährigen Mitarbeiterin zum Kühlregal geleitet, wo die Dame mit dem Zeigefinger zielsicher auf eine Packung tippt: "Da, das ist der Ziegenkäse!" Verduzt sich die Augen reibend nimmt der Kunde all seinen Mut zusammen und ...
(2.Teil folgt)

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
2. Teil von "Das Schaf ist die Ziege!"

...und meint:
"Da steht "reine Schafmilch" darauf!"
Die selbstbewusste Mitarbeiterin irritiert das keinen Moment: "Für mich ist das Ziegenkäse!"
Und weiter vorwurfsvoll: "Sie kommen jeden Tag u. beschweren sich über alles!"
Der verdutzte Kunde, der es in den letzten Monaten dreimal - höchsten viermal schaffte, den Zielpunkt aufzusuchen, zögerte mit seiner Antwort einen Moment, was ein Fehler war, denn die Angestellte nutzte diese Gelegenheit um blitzschnell, aber doch vernehmbar wütend schnaufend hinter dem nächsten Regal unterzutauchen...

Geht's ohne Kunden denn besser?

Schwein/Sau
10
ja, der Zielpunkt hat ganz schlechte Beratung bei Ziegenkäse, Kokosmilch und Trüffeltörtchen

Und der Gebrauchtwagen Novacek in Simmering konnte mir nichtmal wegen der Ledergarnitur für meinen Bentley helfen.

Und das ärgste: Man findet heute beim Kik kaum mehr einen brauchbaren Frack fürn Opernball...

Mann40
00

"Auch an den Expansionsplänen ändere sich nichts: Wie schon im Vorjahr würden etwa fünf neue Standorte aufgemacht und fünf geschlossen."

eine interessante Variante von Expansion, kannte ich bisher nicht.

Ohne Gurt im Ionensturm
00

Na an den ExpansionsPLÄNEN ändert sich nichts.
Meine Heiratspläne sind ja auch jedes Jahr gleich, nämlich nicht zu heiraten.

Mann40
00

wenn Sie männlich sind, dann verstehe ich das ;-)

Mike McCready
00
zielpunkt

zielpunkt ist mir einfach ein rätsel (bis dato). in ermangelung an richtig nahen alternativen bin ich zwar stammkunde, aber immer wieder aufs neue über die zustände dort verwundert. die bankomatkasse ist seit monaten provisorisch mit braunem "pickbandl" befestigt, die automatischen türen funktionieren alle zwei monate einmal und an der kassa muss man immer fünf minuten warten, bis die dame aus dem hintersten gang, in dem sie wegen der personalknappheit 25.000 milchpackln einschlichten muss, aufkoffert. wer dort "bitte eine zweite kassa aufmachen" schreit, macht sich hochgradig lächerlich. dass deren kunden immer weniger werden, liegt auf der hand.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
Zielpunkt könnte eine echte, attraktive -

konkurrenz zu der überteuerten monopol- service-wüste von rewe-spar werden - jedenfalls mit kundenfreundlichkeit in jeder beziehung!!

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
Mutig ... und gut für unsere Handelslandschaft

Mit etwas Glück lockert dies das Duopol Billa-Spar etwas auf

Derzeit wird man ja zwischen Teurerungswellen von Billa und Nachziehen von Spar augepreßt wie eine Zitrone

clearlake
00
ich weiss nur

der Feta-Käse wird seit wochen betrügerischerweise um 1,59 beworben, an der kassa sinds dann 1,99.......

ja ich weiss dass ich auf den geringeren Preis bestehen hätte können aber wehr macht wegen der paar cent einen aufstand....

pascale
00
Das gibt es auch in anderen Geschäften,

und die Differenz ist manchmal größer als 40 Cent! Bei Reklamation wird man dann von der Kassiererin an die Info-Stelle verwiesen...

Der Waehlerwille
 
03
genau den Aufstand sollten Sie aber machen.

ich moser wegen solcher Preisprobleme recht regelmässig bei Diskontern.

Mann40
00

ich mosere
du moserst
wir mosern
er, sie, es mosert

kommt das von Hans Moser? ;-)

Der Waehlerwille
 
00
Nein aus dem jiddischen ;-)

Mann40
00

danke, man lernt nie aus ;-)

KomaPoster
01

In letzter Konsequenz gibt es nur 2 (!) relevante Einkäufer in Europa. Verschachtelt hängt der gesamte LEH Europas daran.
Mit der Folge, dass von GB bis Rumänien nur mehr 5-6 Tomatensorten angeboten werden. etc.
Oder dass selbst die REWE (Europa 400.000 Beschäftigte) jetzt nicht DER Big Player ist.

Stbo
 
02
Genau, und deshalb sollte man schauen,

dass die Marktbeherrschung von REWE (Billa,Penny,Merkur) und Hofer nicht noch größer wird, denn sonst wirds für die Österreicher noch teurer.
Wir zahlen sowieso schon mehr als die Deutschen.

werwolfi
00

Vor allen wichtig wäre, dass der Schirrnhofer drin bleibt, oder besser noch, in alle Filialen kommt.
Das “Feinkost“angebot in den schirrnhoferlosen Filialen ist recht dröge...

Stbo
 
01

Schirnhofer gut vielleicht bei Fleisch. Bei der Wurst war er einmal gut, denn wer in jeder Wurst Geschmacksverstärker braucht, da kann die Qualität nicht all zu toll sein.

Ohne Gurt im Ionensturm
00

Wie sieht man ob in einer nicht verschweissten wurst geschmacksverstärger drinnen sind?

Reginald Barclay
00
Naja ..

Schirnhofer setzt sich nur in die Filialen mit ausreichend Fläche (Shop-in-Shop braucht Platz), und auch nur, wenn sie bereits halbwegs passabel geführt sind. Um die kleinen finsteren Schmuddelgeschäfte macht der einen weeeiiiiten Bogen - verständlicherweise, der hat schliesslich einen (für den Lebensmitteleinzelhandel) guten Ruf zu verlieren.

Man vergleiche zB die 2 Filialen auf der Lerchenfelderstrasse - eine gross, hell, sauber (mit Schirnhofer), die andere klein, verwinkelt, dunkel und vergrindet (ohne Schirnhofer).

Daran ist ja angeblich auch das Kaufinteresse, das Schirnhofer an Zielpunkt hatte, letztendlich gescheitert - der hätte gut 1/3 der Filialen in Wien einfach auflassen müssen - vgl. auch http://derstandard.at/121603497167

ol_blue_eye
02

Der Hauptgrund, warum ich des oefteren bei ZP einkaufe ist der, dass es inzwischen der einzige Supermarkt in der Gegend ist, wo man nicht mit Werbung vollgekotzt wird.

Gab mal eine Sendung mit Spar-Manager (OOe), wo behauptet wurde, dass dieses Unternehmen sich aus der akustischen Umweltverschmutzung raushalten wolle. Ist wohl nix geworden.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 163
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.