München

Gruberova nimmt Abschied von Bayerischer Staatsoper

7. Februar 2012, 08:27

Sie Habe seit Jahren keine neuen Rollenangebote mehr bekommen - 26. April Solistenkonzert in Wiener Staatsoper

Die Koloratur-Sopranistin Edita Gruberova beendet ihre langjährige Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper. "Hiermit gebe ich bekannt, dass ich zum 27. Juli 2014 meinen Abschied von der Bayerischen Staatsoper schweren Herzens nehmen werde", erklärte die 65-jährige am Montag in München. Seit Jahren habe sie keine neuen Rollenangebote mehr bekommen und die Zahl ihrer Auftritte sei beständig reduziert worden. "Dadurch habe ich den Eindruck, dass die Bayerische Staatsoper kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit hat", sagte die von Kritikern als "Primadonna assoluta" gefeierte bayerische Kammersängerin. Außerhalb der Staatsoper wird sie aber weiterhin auftreten, auch in München.

Gruberova hatte 1970 als Königin der Nacht an der Staatsoper in Wien debütiert. Ihren internationalen Durchbruch brachte ihr 1976 die Rolle der Zerbinetta in der Richard-Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos". An der Oper in München begeisterte sie das Publikum unter anderem als Konstanze in Mozarts "Entführung aus dem Serail" sowie in den Donizetti-Opern "Lucia die Lammermoor" und "Roberto Devereux". In dieser Oper wird Gruberova Ende Mai auch an der Wiener Staatsoper auftreten - schon davor, am 26. April, gibt sie im Haus am Ring ein Solistenkonzert. (APA)

Kommentar posten
19 Postings
Belfagor1
10
Die Bayerische Staatsoper ...

... ist dank "unseres" Herrn Bachler eines der interessantesten Opernhäuser der Welt geworden, aber sie ist nicht die Opernwelt schlechthin. Warum Frau Gruberova ihre letzten Rollendebuts wie Norma und Lucrezia Borgia ausschließlich in München szenisch erarbeitete, während sich alle anderen ihrer Fangemeinden mit mehr oder weniger lauen konzertanzen Abenden zufrieden geben müssen, ist mir ein wirkliches Rätsel. Wenn ich allerdings z.B. sie szenische Umsetzung des Roberto Devereux in München mit der (typischen Holender-)Scheußlichkeit in Wien vergleiche, verstehe ich sie sehr gut.

killerbaerchen
01

der Bachler? Der ruiniert das Haus gerade mit wehenden Fahnen!!!!!

Antagonist1
00
Wenn nun aber

die szenische B/orgia-Scheußlichkeit als Argument herangezogen wird, verstehe ich den Rückzug aus München auch sehr gut....

one vote
00
16.2.2012, 20:46
"Fückzug" weil ihr ihre Knochengabe nicht bewilligt wurde, wie an anderen Häusern auch schon

grizabella
 
41
Welche Rollen

soll man einer 65jährigen denn noch anbieten ?
Auch wenn die Gesangsmaschine nach wie vor funktioniert - Herz und Seele haben immer gefehlt.

Alfredo E. Newman
01

Sie ist zwar nie eine große Schauspielerin gewesen, aber singen kann sie schon sehr gut (mit unverwechselbarer Stimme):

http://www.youtube.com/watch?v=Cd9HqIUmkWI

Ausserdem, Sänger haben ihre Rollen zu interpretieren und nicht ihr Seelenleben auf die Bühne zu bringen.
Und Rollen für eine 65jährige gibt es genug. Vor allem mit einer Stimme, wie Gruberova sie hat. Man könnte z.B. La Traviata im Pensionistenheim spielen lassen oder Lucia di Lammermoor in Transylvanien (am Ende würde Edgardo der armen Lucia einen Pfahl durchs Herz stoßen, um sie vorm sicheren Hungertod zu retten, weil die Blutkonserven ausgegangen sind - das macht zwar keinen Sinn, aber in der Oper ist das Wurscht.)

Kontrahent1
00
Lol !

Antagonist1
00
WELCHE ROLLEN?

Das Problem ist eher das Fach (galt in kleinerem Umfang einst auch für Güden und Rothenberger)!
Viele wahrlich große Kaliber fanden und finden sich auch im Finale eines erfüllten Künstlerlebens immer noch Partien, siehe Silja, Ludwig, Mödl....
Mit der Elisabetta (in Roberto Devereux) kann Gruberova auch noch als 70-Jährige beeindrucken; die Zerbinetta-Erinnerungen hingegen sollten längst schon golden eingerahmt an bessere Zeiten gemahnen. Allerdings ist zuzugeben: Was Sutherland gelang, bleibt Gruberova vorenthalten....

oas
00
Als "Elisabetta"

habe ich sie zuletzt gesehen - nicht nur sängerisch grandios!
Oper ist nämlich Schauspiel…

Antagonist1
00
Ob Oper

mit dem Begriff Schauspiel spartengerecht charakterisiert ist, könnte just durch Gruberovas Auftritte passend hinterfragt werden...

Keikobad
03
Dumm

Etwas Dümmeres habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Dieses Argument stammt von Menschen, die selbst nichts können und daher wahres Können klein machen müssen.

annabrecht
00
Tja.

Die Geschmäcker sind eben verschieden.

The Only Cat in the Village
00

Mit Geschmack sollte das eigentlich weniger zu tun haben als eher mit fundiertem Fachwissen.

Auslands Oesterreicher
81
Na endlich geht sie in Pension

und vielleicht kann sie noch einen kleinen Abstecher nach Wien machen und Netrebeko mit in die Fruehpension nehmen

tomsaklas
91
technisch sicher gut

jedoch ohne jegliche seele und emotion singend, lässt einen vollkommen kalt, uninteressante sängerin, abgang !

Marcel Baum
00
Wir befinden uns in einer Epoche

des exakten Singens.
Jeder Strich und Punkt in der Partitur wird analysiert und umgesetzt. Da bleiben wenige Freiheiten für eine individuelle Gestaltung über. Der technisch perfekte Sänger wird belohnt , der der sich die Rolle auf sein eigenes Stimmvermögen einrichtet (vielleicht auch auf Grund einer gewissen technischen Schwäche) ist nicht gefragt.
In manchen Ohren klingen diese Perfektionisten eben ein wenig steril, obwohl das der Stil ist der heute gelehrt wird.

Gemueseknolle
03
selten so einen blödsinn gelesen...

sie haben sie wohl noch nie live gehört? das faszinierende ist, dass sie trotz ihres hohen alters geradezu außergewöhnlich singt. und immer mit viel seele und humor!

Kontrahent1
00
Das sagte man von Joan Sutherland auch

und trotzdem stürmten die Bewunderer dieser stupenden Technik die Vorstellungen (trotz des mittelmäßigen Dirigats ihres Gatten). Übrigens machte Frau Gruberova in 'Lucrezia Borgia' überhaupt nicht den von Ihnen geschilderten Eindruck.-

Alfredo E. Newman
17

finde ich nicht.
Sicher eine von den besten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.