Schiffsverkehr auf der Donau kam zum Erliegen - Die Zahl der Kältetoten in Europa steigt
Zusätzlich zum Frost wird es in den kommenden Tagen in Österreich vermehrt Schneefälle geben. Die Temperaturen fallen zwischen minus 22 und minus 10 Grad. Außerdem kann es zu starken Wind- und Sturmböen im Osten des Landes kommen. Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h sollen möglich sein. Die Tageshöchsttemperaturen am Mittwoch liegen zwischen -12 und -4 Grad.
Österreichs "Gefriertruhe" war am Montag Tannheim in Tirol mit minus
28,9 Grad. Frohnleiten nördlich von Graz war hingegen der "Hotspot" der
Republik. Nirgends sonst im Land konnten die minus 8,9 Grad überboten
werden. Auf Platz 100 der kältesten Orte lag
Frankenmarkt in Oberösterreich - mit immer noch beeindruckenden minus
18,6 Grad.
Schiffsverkehr kam zum Erliegen
Die Donau ist in Niederbayern und der Oberpfalz zum Teil komplett zugefroren. Weil zu viel Eis auf dem Fluss schwimme, sei die Strecke zwischen Kelheim und Untergriesbach (Landkreis Passau) für die Schifffahrt gesperrt, sagte Karl-Hermann Stöcklein vom Regensburger Wasser- und Schifffahrtsamt am Dienstag. "Es macht für die Schiffe keinen Sinn mehr, zu fahren." Der Experte rechnet damit, dass die rund 230 Kilometer lange Flussstrecke die gesamte Woche über gesperrt bleibt. Bereits zuvor waren dort mehrere Schleusen zugefroren.
Immer mehr Todesopfer in Europa
Das sibirische Hochdruckgebiet, das derzeit für hartnäckigen Frost in
ganz Europa sorgt, fordert immer mehr Todesopfer. Seit Beginn der
Kältewelle vor elf Tagen sind - vor allem in Osteuropa - bereits mehr
als 300 Menschen erfroren. Trauriger Spitzenreiter bei den Kältetoten blieb weiterhin die Ukraine, wo offiziellen Angaben zufolge 135 Menschen erfroren sind. In Polen erfroren neun Menschen, zumeist betrunkene Obdachlose, die Gesamtopferzahl erhöhte sich damit auf 62.
Ungewöhnliche Kälte im Mittelmeerraum
Selbst im Mittelmeerraum wurde ungewöhnliche Kälte registriert. Im Nordosten Tunesiens sank die Temperatur auf minus vier Grad, während mehrere Dörfer nach Schneefällen abgeschnitten waren. Auf der spanischen Urlauberinsel Mallorca waren bei minus 5,7 Grad die Badestrände von einer Schneeschicht bedeckt. Ungewöhnlich weiß präsentierten sich auch die Hügel rund um die sizilianische Metropole Palermo. In Italien und Frankreich stieg der Stromverbrauch in schwindelerregende Höhen. In Serbien und Kroatien waren 70.000 Menschen in ihren Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten.
Wesentlich prekärer ist die Situation im Osten der Türkei. Dort müssen nach dem verheerenden Erdbeben im Oktober trotz Temperaturen bis zu minus 16 Grad rund 7.500 Menschen noch immer in Zelten ausharren. (APA/red)