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Als am 15. Jänner bei der Premiere von Verdis "Nabucco" in der Oper von Cluj die Menschen beim Gefangenenchor aufstanden und mitsangen, war klar, dass bereits das Bürgertum die konservative Regierung zutiefst ablehnt und der berlusconeske Schmäh von Präsident Traian Basescu nicht mehr zieht. Kurze Zeit später musste der Außenminister gehen, weil er die Demonstranten als "ahnungslose Slumbewohner" beschimpft hatte. Am Montag trat dann die gesamte Regierung zurück.
Premier Emil Boc, der oft als Marionette Basescus bezeichnet wurde, ist offenbar erleichtert, nicht mehr an dessen Faden zu hängen. Der Präsident, der dauernd der Regierung das Programm diktierte, wurde zunehmend als autoritär wahrgenommen. Die Wirtschaftskrise wurde zur Krise der Demokratie. Die Regierung stellte sich keiner Debatte mehr. Im Parlament sitzen zu viele käufliche Abgeordnete, die die Partei wechseln, als wäre sie eine Firma. Ein selbstbewusstes, freies Mandat gibt es praktisch nicht.
Aber auch die Korruption wurde durch das Sparpaket schlimmer. Nur wer schmieren kann, hat eine Chance im Spital oder am Amt. Mindestpensionisten wissen hingegen nicht, wie sie sich Essen oder Heizmaterial kaufen sollen.
Es ist aber nicht nur die Regierung am Sparvorhaben gescheitert, auch IWF, Weltbank und EUhatten und haben kein Rezept, wie man die Wirtschaft in Rumänien stabilisieren soll, ohne den Menschen die Würde zu nehmen. (DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2012)
Gott sei Dank, ist in Rumänien nicht die "westliche Demokratie" in Gefahr. Dort sind nur IWF und EU unterwegs und alles ist gut. Da braucht man keine Kommentare,keine Solidaritästbekundungen usw. Es gibt grenzenlose Meinungsfreiheit (wie zB. in Österreich, Deutschland...).
Also ist alles in bester Ordnung.
aber es ist trotzdem kein vergleich!
ich würde es politisch eher richtung ungarn stellen oder russland als mit den diktaturen in afrika zu vergleichen...
sauarm si nd sie auch FÜR EUROPÄISCHE verhältnisse, kein thema..
aber sie können zumindest frei ausreisen und relativ problemlos in europa bewegen...dass sind schon ganz andere verhältnisse...
"aber sie können zumindest frei ausreisen und relativ problemlos in europa bewegen.."
mit was den? oder glaubst wirklich das man mit ca 250€ in monat sich leicht in eu herumreisen läst? also m.e. hatten die leute früher genug geld aber es gab nix zum kaufen, jetzt gibt es alles zum kaufen und man hat kein geld, wo ist da der feine unterschied was ich nicht erkenne? es kommt mir vor als seien sie wie die armen die deren nase am restaurantfenster picken um zu sehen wie die reiche sich vollstopfen und sie selber mal kräftig ins leere schlucken denn mehr können sie sich nicht leisten.
da haben sie leider recht.
ich reise monatlich nach bukarest. in den restaurants wird tatsächlich großteils nur noch deutsch und englisch gesprochen...
traurig, dass die öffnung und der eu-beitritt offensichtlich nur die betrüger noch reicher und den durchschnittsmenschen noch ärmer gemacht haben. abgesehen davon sind die preise in der zwischenzeit eher auf geschäftsreisende zugeschnitten, als auf die leute vor ort.
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