Wien-Wieden

Das Theater ist ein schlechtes Geschäft

6. Februar 2012, 18:26
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    foto: harald a. jahn / www.viennaslide.com

    Das Mittersteig-Theater auf der Wieden: Kulturschaffende protestieren gegen eine gewerbliche Nutzung ...

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    foto: harald a. jahn / www.viennaslide.com

    ... die Eigentümer halten es für "überschätzt".

Weil eine kulturelle Nutzung des Jugendstil-Theaters am Mittersteig nicht finanzierbar war, könnte bald ein Geschäft einziehen

Wien - Unlängst zeigte sich auf der Wieden ein ungewöhnliches Bild. Mehrere Lkws parkten am Gehsteig vor dem Haus Mittersteig 15 und wurden in stundenlanger Arbeit mit hunderten Theaterstühlen vollgepfercht. Der Theaterregisseur Markus Kupferblum, der von 1994 bis 1995 im Jugendstil-Theater am Mittersteig das "Totale Theater" betrieb, wurde aufgefordert, die alte Bestuhlung zu entfernen. Der Grund: Die Tage des altehrwürdigen Kellertheaters, das auch schon als Bordell für alliierte Soldaten, Kino, Konzertbühne, Gymnastikcenter und provisorisches Möbellager für das Designgeschäft Mala Strana diente, sind endgültig vorbei. Was bisher als Veranstaltungsort und Sportstudio zugelassen war und in den letzten Jahren leerstand, ist laut der jetzigen Eigentümerin Conwert Immobilien Invest SE ab sofort auch als Geschäftslokal nutzbar. "Die Umwidmung ist bereits abgeschlossen", sagt ein Sprecher.

Der Abtransport der Stühle, der auch auf Facebook angekündigt worden war, löste unter den Kulturschaffenden eine Welle der Empörung aus. Seit Jahren bemühen sich Institutionen und Künstler um einer Wiederbelebung der Jugendstil-Immobilie als Theaterraum. Eine gewerbliche Nutzung wie etwa ein Supermarkt ist den Initiatoren ein Dorn im Auge.

Zu teure Konzepte

Immer wieder, heißt es aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP), seien Konzepte für eine kulturelle Nachnutzung des Objekts eingereicht worden. "Doch die Projekte, die an uns herangetragen wurden, waren zu teuer." Zwei Millionen Euro - so lautet die Schätzung von Experten für eine umfassende Sanierung des Theaters - seien für die Stadt Wien derzeit "nicht machbar".

Ob eine öffentliche Nutzung des 1910 durch den k. u. k. Architekten Ferdinand Böhm errichteten Theaters tatsächlich denkbar ist, bleibt ungewiss. Der derzeitige Zustand ist schlecht. Parkettböden und sanitäre Installationen sind längst rausgerissen, der Stuck ist teilweise zerstört. "Wir haben im Herbst eine Resolution eingebracht, mit der sich der Bezirk gegen die Zerstörung des Ensembles ausspricht", sagt Barbara Neuroth, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin in der Wieden (Grüne). "Das muss ein Kulturgebäude bleiben. Wir wollen keinen Supermarkt in dem historischen Saal. Das wäre ein großer Verlust."

Kein Supermarkt

Während sich auf Facebook unter dem Namen "Mala Strana Mittersteig Theater darf kein Supermarkt werden" eine Fangemeinde mit knapp 400 Mitgliedern formiert hat, will das Bundesdenkmalamt die Möglichkeiten einer Unterschutzstellung des Objekts abwägen. "Wir sind dabei, mit dem Eigentümer Kontakt aufzunehmen und eine Prüfung vorzubereiten", sagt Friedrich Dahm, Wiener Landeskonservator.

Die befürchtete Nutzung als Supermarkt schließt die Conwert währenddessen aus. "Das wird es definitiv nicht geben", sagt Pressesprecher Clemens Billek und erklärt, dass man mit einigen Interessenten bereits im Gespräch sei. "Aber ich glaube, dass das Mittersteig-Theater überschätzt wird." (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2012)

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www.tramway.at
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Die Website ist nun online...

www.theateristkeinsupermarkt.at - mit Fotos und Informationen.

jane doe1
02
2. die bewohnerInnen

meines wissens nach wurde oben erwähntes theater aufgrund massiver bewohnerbeschwerden über lärmbelästigung wieder geschlossen.
ich weiß nicht, wieweit es hier wirklich zu lärmentwicklung kam - das haus ist groß, auf meiner stiege hörte ich nichts. sicherlich könnte man dagegen aber mittels geeigneter isolierungsmaßnahmen etwas unternehmen (s.1.).
andererseits erlebe ich seit jahrzehnten, dass es einige wenige, dafür extrem engstirnige, um nicht zu sagen bösartige bewohnerInnen zu geben scheint.
gegenstände, die kurz in hof oder stiegenhaus abgestellt werden, verschwinden (zB mistkübel); grünpflanzen, die die häßlichen höfe nur verschönern können, landen im mistkübel; katzen wird das herumlaufen verboten, obwohl sie die tauben vertrieben

die exfrau vom rathausmann
 
00
kottanesk...

man könnte meinen, Sie wohnen in der "Hartlgasse 16a" *g*. Legendär der Blumosos am Fensterbrett und die giftige Hausbesorgerin "Hier kommt der Wald... PFFFFFTTT" :o)

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
der erste Kottan war ja auch blanker und nackter Realismus (von hervorragenden Schauspielern und einem erstklassigen Autoren/Regieteam umgesetzt).

Deshalb war die Polizei ja auch besonders böse.

jane doe1
00
ich finds halt sehr traurig

und eigentlich auch inakzeptabel, dass sich die mehrheit der recht aufgeschlossenen bewohnerInnen von ein paar vermeintlich "ordentlichen", die natürlich nur verdeckt und hinterfotzig agieren, terrorisieren lassen müssen.

jane doe1
02
1. der zustand des hauses

ich bewohne den mittersteig 15 seit über 20 jahren als mieterin.
das große objekt ist in der instandhaltung kostenintensiv und wurde so zum spekulationsobjekt (seit 1991 die vierte oder fünfte oder sechste hausverwaltung, ich habe den überblick verloren).
anhand des dachgeschossausbaus vor etlichen jahren kam es endlich zu den wichtigsten und allernotwendigsten renovierungsschritten, tw auch nur möglichst billigen "behübschungen".
ja, der keller ist feucht und als solcher kaum zu gebrauchen; es wird hier aber - außer dem allernotwendigsten - von keiner hausverwaltung wirklich etwas (nachhaltiges) unternommen.

Cooper the Bloom1
 
21
Wenn Bürgermeister Häupl das zur "Chefsache" erklären würde,

wäre innerhalb kürzester Zeit eine Lösung für diese permanente Kulturschande gefunden! Das Grätzl würde aufblühen und Häupl hätte wieder ein kulturpolitisches Prestigeprojekt auf der Habenseite seiner Regierungszeit - für vergleichsweise sehr wenig Geld! Konzepte liegen jedenfalls genügend am Kulturamt. Man muß sich nur das beste heraussuchen...

angewiesen
00
welches denn?

das aktuelle von claudia?

asinus
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Schade um den schönen Saal....

re flexion
13
Wenn man

öffentliche Nutzung mit historischer Verpflichtung und Kosten/Nutzenrechnung irgendwie unter einen Hut bringen will so bleibt wohl nur die Wiedereröffnung als Bordell übrig, oder?

Marie Curie 25
 
21
ein großer, kaputter Raum

kürzlich war die Türe des Objektes offen und ich hatte die Gelegenheit einen kurzen Blick hinein zu werfen - die Photos zeigen NICHT die wirkliche Wirklichkeit - die sind sicher nachgebessert worden, so dass es "schön" aussieht - in Wirklichkeit ist es verfallener & feucht! - die Renovierungskosten dafür sind wahrscheinlich exorbitant. Wer auch immes es mietet und wieder herrichten - oder nur - brauchbar machen will: ALLES GUTE!

Cooper the Bloom1
 
01
Die Fotos sind nicht bearbeitet! Es wurde nur Licht gemacht.

Aber es stimmt, eine Renovierung kostet ca. 2 Millionen €... und die kann im Moment niemand aufbringen, der dafür eine kulturelle Nutzung in Erwägung zieht... schon garnicht die Stadt Wien....

Marie Curie 25
 
02
Sanierungskosten

ich denke, wenn sich jemand findet, der das Thater ohne Subventionsgeld wieder saniert, und die nächsten 10 - 20 Jahre dort einen Supermarkt oder was auch immer betreibt, dann ist schon viel mehr gewonnen, als wenn es die nächsten 10 Jahre weiter leer steht und noch mehr verkommt - und wer weiss: wenn er wieder auszieht und es in einem guten Zustand ist, dann kann ja vielleicht in Zukunft doch noch wieder ein Theater daraus werden - und die Stadt hätte unser Steuergeld nicht dafür ausgegeben!

Skorpion
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Das Geld ist nicht weg, es hat nur wer anderer,

z.B. das neue "Festl"

http://www.wienwoche.org/de/wienwoche/#/

Animation
 
13
das ist eine LÜGE!

ich war vor kurzem drinnen und es sieht genauso aus!

die wände sind, wie zu sehen, abgeschlagen können atmen und sind staubtrocken!

bis zur umwidmung standen zwei millionen zur renovierung zur verfügung, welche nach der umwidmung sofort zurück gezogen wurden.

du redest blödsinn und verbreitest falschinformationen!

Marie Curie 25
 
00
KEIN Lüge...

... oder wie erklärst du mir bitte die großen Flecken beim Stiegenabgang - die auch auf dem Bild zu erkennen sind, wenn nicht durch (aufsteigende) Feuchigkeit?

Cooper the Bloom1
 
01
Das ist ein Wasserschaden.

Marie Curie 25
 
00
10.2.2012, 10:45
ein Wasserschaden...

in einer 60 cm dicken Wand an einem Stiegenabgang... - ja, sicherlich!

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
Wasserschaden von unten??

Cooper the Bloom1
 
10
10.2.2012, 20:08
Wenn Sie den Plafond darüber sehen würden,

wären Sie wahrscheinlich meiner Meinung...

byron sully
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es ist ein skandal, wie in wien mit derartigen orten umgegangen wird.

chacun à son goût
03
wäre ein nettes Restaurant.

Veranstaltungsort, den man mieten kann
Kabarett Bühne /sperrt lieber das Akzent zu!!
Tanzschule
Café
Musikveranstaltungsort
Theaterschule

Da gibt's ein paar Dinge, die man sich einfallen lassen kann.

Nicht jedes Theater darf ein Fetzengeschäft oder Supermarkt werden.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
Mit welcher EInrichtung kann man genug verdienen, um die Sanierung zu finanzieren?

Roter Baron
02
sozialmarkt wär wohl angesagter

oder mit welcher kaufkraft sollten denn die menschen zahlen ?

roter baron

Das Liebenswürdige Scheusal
 
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Sozialmarkt wär ein blödsinn.

Zwei häuser weiter ist das caritas lager und geschäft.

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