"Kein Geheimvertrag"

Die ÖBB und ein Denkmal für Jörg Haider

Elisabeth Steiner, 6. Februar 2012, 18:05
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    foto: apa/gert eggenberger

    Ein Jahr nach dem Tod seines Vorgängers 2009 ließ Gerhard Dörfler die Lippitzbachbrücke in Jörg-Haider-Brücke umbenennen.

Den Vertrag zur Finanzierung der Jörg-Haider-Brücke hat auch der damalige HL-AG-Vorstand und heutige Rechnungshofpräsident Josef Moser unterzeichnet

Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) sieht "Fakten", keinen "Geheimvertrag".

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Klagenfurt - Heftigen Wirbel löste der 2003 geschlossene Geheimvertrag zwischen dem damaligen orangen Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler und der ÖBB-Tochter Eisenbahnen Hochleistungsstrecken AG aus. Demnach hat - wie der STANDARD berichtete - die HL-AG drei Millionen Euro für die Lippitzbach-, später Jörg-Haider-Brücke genannt, bezahlt. Dafür verzichtete das Land Kärnten im Zuge der Errichtung der Koralmbahn auf einen Anschluss zur Gemeinde Ruden - allerdings ohne deren Wissen. Die Kärntner SPÖ fordert deshalb eine lückenlose Aufklärung der Finanzierung der Jörg-Haider-Brücke.

Scheinverhandlungen

"Fakt ist, dass der damalige LH Haider und sein Verkehrsreferent Dörfler bereits 2003 die Finanzierung der Lippitzbachbrücke mit der Auflassung des Bahnhofes Eis-Ruden abgetauscht haben. In weiterer Folge gab es lediglich Scheinverhandlungen mit der betroffenen Gemeinde Ruden und den Bürgerinitiativen", sieht der Völkermarkter SPÖ-Bezirksparteivorsitzende LAbg. Jakob Strauß Erklärungsbedarf.

Denn die Gemeinde Ruden hatte erst 2005 anlässlich der Brücken-Eröffnung erfahren, dass sie keine Anbindung an die Koralmbahn haben würde. Die Gemeinde klagte - und behielt vor dem Verwaltungsgerichtshof recht. Dabei ging es um die eisenbahnrechtliche Genehmigung für den acht Kilometer langen Streckenabschnitt St. Paul-Aich, in dem kein Anschlussstück für die Gemeinde Ruden inkludiert war.

Damit sich Jörg Haider in Kärnten lästige Diskussionen mit der Gemeinde ersparen konnte, wurde das eisenbahnrechtliche Verfahren direkt im Verkehrsministerium abgehandelt. Verkehrsminister war damals schon der Freiheitliche Hubert Gorbach, der auf den Kurzzeitminister Mathias Reichhold (FPÖ) folgte. Dabei passierte allerdings ein formalrechtlicher schwerer Fehler. Denn für den Bescheid wäre nicht das Verkehrsministerium, sondern die Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt zuständig gewesen. Der Baubescheid hielt deshalb vor dem VwGH nicht.

Der Geheimvertrag über die Finanzierung der Jörg-Haider-Brücke wurde übrigens am 30. September 2003 im Aufsichtsrat der HL-AG beschlossen und am 2. Oktober von den Vertragsparteien unterzeichnet. Haider schickte dabei seinen Verkehrslandesrat Dörfler vor, für die HL-AG unterzeichneten Vorstand Michael Georg Vavrovsky und ein guten alten Bekannter aus Kärnten auf den sich Haider immer verlassen konnte: Josef Moser, heute Rechnungshofpräsident, der ab 1. 1. 2003 den Vorstandvorsitz bei der der HL-AG übernahm.

Dörfler, heute Landeshauptmann, wies am Montag die Darstellung zurück, wonach es sich um einen "Geheimvertrag" gehandelt habe: "Es gibt im Bezug auf die Finanzierung der ehemaligen Lippitzbachbrücke und jetzigen Jörg-Haider-Brücke keinen Geheimvertrag, keine Querfinanzierung sondern nur Fakten." Die Brücke, sei bereits im Generalverkehrsplan 2002 verhandelt worden. Sie sei zudem vom Landesrechnungshof im Bezug auf Finanzierung und Mitfinanzierung genau geprüft worden. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2012)

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Quim Barreiros
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Und peinlich ist auch,

dass diese Schilder nicht korrekturgelesen wurden und beide einen Rechtschreibfehler enthalten.

Mutantenwastl
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"Einfach ehrlich - einfach Joerg Haider im Ortsgebiet"

DirtyHarry
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Eine Zeitreise

"Die Gemeinde Ruden hat 2005 anlässlich der Brücken-Eröffnung erfahren, dass sie keine Anbindung an die Koralmbahn haben würde"

Wir leben im Jahr 2012.

Die Gemeinde Ruden hat 1560 Einwohner.

HL in "HL-AG" steht für "Hochleistungsstrecke"

Irgendwie verständlich, dass man nicht jedes Dorf an eine Hochleistungsstrecke anbindet.

Quim Barreiros
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Ist halt ärgerlich, dass es in dem Ort einen recht großen Güterkunden gibt, der dann wohl seinen Bahnanschluss verlieren wird. Ob man für den Personenverkehr eine Haltestelle braucht, darüber kann man streiten.

der_kleine_pariser
 
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Wie schon unter einem anderen Artikel gepostet, geht's ja eigentlich (aber ich glaube, das haben die Betroffenen noch gar nicht kapiert) um die gesamte Jauntalbahn.

Und da sind schon einige andere Dinge auch noch dran. zb. das Gymnasium in St. Paul ist dann von Süden her unerreichbar (auch zb. von Bleiburg aus), weil mit dem Bus fährst da ordentliche Umwege.

Quim Barreiros
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Auf der Webseite der ÖBB-Infrastruktur wird das in den Streckenkarten und auch sonst nobel verschwiegen.

Dass die Leute vor Ort nichts von ihrem "Glück" wissen, kann ich mir aber nicht ganz vorstellen. Der Landeshauptmann wollte schon vor einigen Jahren dort einen Radweg errichten. Die Geschichte hat es bis in die Krone geschafft.

http://www.krone.at/Kaernten/... ory-112899

der_kleine_pariser
 
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10.2.2012, 23:04

Was mir dazu jetzt etwas spät noch einfällt:

Der einzige Radweg, dieser Art, den ich wirklich
überdrübercool fände, wäre einer auf der alten Tauernsüdrampe (mit kleinen Umleitungen, dort wo die neue Rampe mit der alten ident ist).

Aber, das wär' wirklich a G'schicht'!

gm_flash
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Vielleicht kann man den Tunnel

auch umbenennen.
Vorschläge bisher:
1) Blau-Schwarzer GedächnisStollen
Neue Vorschläge:
1) ..

Bäwägung klingt akademischer als Bewegung
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Noch einen Vorschlag

Die Costa Concordia wird in "Gerhard Dörfler" umbenannt. Weil alle Dinge, in denen die blau/orangen die Finger im Spiel haben, sind dem Untergang geweiht.

pick up artist - experte für genderfragen
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wie pietätslos

Doktor Jörg Haider bitte!

/scnr

sirnicha
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die brücke zum hades...

Sushinger
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ich finds einfach köstlich wie der name "haider", egal in welchem zusammenhang, immer wieder das blut unserer pseudo anarchisten in wallung bring....traumhaft

Otto Motor
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in wallung zwar nicht, aber für ein witzchen ist er immer noch gut genug.

rr772
01
Wenn die Kärntner ihren Sumpf alleine ausbaden müssten,

kein Problem.
Nur ist das leider mit Hypo Alpe Adria nicht der Fall...

Kritiker1A
11
Alle Bürgermeister und viele Politiker haben sich auf Kosten der ÖBB, bei den Bahnhofserneuerungen Denkmäler setzen lassen !!!!

gez_e
10

völlig unnötig so ein bericht aus kärnten

travelmike
01
Man sollte alle ÖBB-Brücken nach Jörg Haider benennen

nach Jörg Haider benennen. Als Mahnmal gegen Korruption und Politverbrechen.

virtualboy
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Als ob der braune Jörgi je mit der Bahn gefahren wäre. Der ist um unser Geld mit einem teuren Auto herumgefahren, was sich dann aber am Ende doch als Vorteil für die Menschheit herausgestellt hat.

Plinius
22
ich stelle den Antrg auf Umbenennung der J.H. Brücke...

...sie soll in Zukunft "Nazi" Brücke! Ich vermute einmal salopp, dass das in Kärnten gute Chancen hätte durchzukommen!

gm_flash
00
HJ-Brücke als

Kompromiß

Plinius
00
noch ein Kompromiss

"HJ - Dreckasck - Brücke"...

ernsthappel
00
link, linker, plinius

Plinius
00
eher...

...Realist!

boro boros
 
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das verkraften die rechten burlis nicht, hamma schon gesehen in den letzten tagen.

1000 Kopfläuse können nicht irren
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Nehme an...

... es handelt sich um die Brücke über die ich gefahren bin, als ich nach Bleiburg unterwegs war. Habe mir gedacht, es wäre gut, wenn die Politik einmal Fehler zugeben kann und den Namen Jörg Haider von dieser Brücke wieder entfernt! Jörg Haider war ein egozentrischer Selbstdarsteller. OK, das soll es ja geben. Aber ein Denkmal ist zuviel des Guten! Immerhin hat er auch eine Menge Schaden angerichtet, auch wenn einige Kärnter den Verkauf der Hypo bzw. die Umschuldung auf alle Österreicher als gutes Geschäft gesehen haben.

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