Zum Teil gravierende Mängel bei Insider-Regeln

6. Februar 2012, 17:57
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Rundschreiben der Aufsicht

Wien - "Zum Teil gravierende Mängel" hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) im Zuge von Vor-Ort-Prüfungen bei heimischen Börsenunternehmen festgestellt. Am Montag hat die FMA daher ein Rundschreiben über die Sorgfaltspflichten von Emittenten verschickt. Die Aufsicht pocht auf strenge Einhaltung der gesetzlichen Sperrfristen und Wertpapier-Handelsverbote, um Insiderhandel zu verhindern. In "begründeten Einzelfällen" allerdings können Ausnahmen vom Handelsverbot gewährt werden.

Neben Insider-Informationen umfasst die zugrundeliegende Emittenten-Compliance-Verordnung auch sonstige "vertrauliche kurssensible Informationen", selbst wenn (noch) nicht alle Eigenschaften der Insiderinformation erfüllt sind. Vergehen sollten bereits in der Frühphase eines Vorhabens vermieden werden.

Wer Vertraulichkeitsbereichen angehört, darf innerhalb bestimmter Zeiträume keine Orders in Finanzinstrumenten des Emittenten erteilen. Als "angemessen" gelten jedenfalls die Zeiträume von drei Wochen vor der geplanten Veröffentlichung von - vorläufigen - Quartalszahlen oder sechs Wochen bei Jahreszahlen.

An "organisatorischen" Maßnahmen zählt die Aufsicht im übrigen einige handfeste Empfehlungen auf. Darunter das Wegsperren vertraulicher Akten ("das Versperren von Behältern und Schränken"), Zutrittsbeschränkungen oder EDV-Benutzersperren (darunter Passwörter). (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.2.2012)

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