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Gutartiger Dickdarmpolyp.
Der Dickdarm nach erfolgreicher Abtragung des Polypen im Rahmen einer Darmspiegelung.
Darmkrebs ist nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebsart in Österreich. 4.000 bis 5.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu daran.
"Zu über 90 Prozent entsteht der Dickdarmkrebs aus gutartigen Polypen. Acht bis zehn Jahre dauert es, bis aus einem kleinen Polypen ein Dickdarmkrebs wird", sagt Christian Madl, Vorstand der 4. Medizinischen Abteilung mit Gastroenterologie, Hepatologie und Zentralendoskopie in der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung. "Diese Zeit muss man ausnutzen, um die gesamten Polypen zu entfernen." Dann sei die Wahrscheinlichkeit, Dickdarmkrebs zu bekommen, sehr gering.
Diagnose und Therapie in einem
Madl definiert die Koloskopie als die beste Krebs-Vorsorgeuntersuchung und betont: "Hier gibt es die stärksten wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse." Durch diese könne das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, um beinahe 50 Prozent gesenkt werden. "Das Großartige an der Koloskopie ist, dass Diagnose und Therapie in einem einzigen Arbeitsschritt möglich sind", erklärt der Abteilungsvorstand, denn im Zuge der Darmspiegelung werden Polypen gleich entfernt.
Im österreichischen Gesundheitssystem ist ein Stufenplan für die Darmkrebsvorsorge vorgesehen: Ab dem 40. Lebensjahr sollte jedes Jahr ein ärztliches Gespräch samt Stuhlprobe auf Blut stattfinden. Ab dem 50. Lebensjahr wird eine Darmkoloskopie empfohlen. Bei einem unauffälligem Befund sollte man in fünf bis zehn Jahren zur nächsten Kontrolle. Wird ein kleinerer Polyp festgestellt und entfernt, ist die nächste Koloskopie in fünf Jahren fällig. Bei drei bis zehn Polypen sollte man nach drei Jahren, bei einem großen Polypen nach drei bis sechs Monaten erneut zur Darmspiegelung.
"Man muss den Menschen die Angst nehmen"
Ob das Bewusstsein, ab 50 zur Koloskopie zu gehen, bereits in der Bevölkerung verankert ist? "Nein", sagt Madl, "unter anderem, weil sich viele davor fürchten. Das ist aber unbegründet." Abgesehen von der Sorge "Tut das weh?" werde die Koloskopie von vielen als Eingriff in die Persönlichkeit empfunden. Dass man den Dickdarm untersucht und von innen spiegelt, sei für viele eine sehr unangenehme Vorstellung.
"Man muss den Menschen die Angst nehmen, dass sie davon etwas mitbekommen", sagt der Abteilungsvorstand und beruft sich auf die sogenannte sanfte Koloskopie, die bereits seit Jahren propagiert und in der Rudolfstiftung zu 95 Prozent praktiziert wird. Bei den jährlich rund 3.000 hier durchgeführten Dickdarmuntersuchungen werden den Patienten hochwirksame und exakt dosierte Schlafmittel verabreicht. "Sie bekommen von der ganzen Untersuchung nichts mit", garantiert Madl.
Drei bis vier Liter Darmspüllösung
Wie geht eine Koloskopie vor sich? Zuerst muss der Patient eine Einverständniserklärung unterzeichnen, dass im Rahmen der Untersuchung diagnostizierte Polypen gleich entfernt werden dürfen, dann gilt es, drei bis vier Liter Darmspüllösung im Vorfeld zu trinken. "Das ist für viele unangenehm, aber inzwischen gibt es Flüssigkeiten, die ganz gut schmecken", sagt Madl. Wer die Untersuchung in der Früh hat, beginnt am späten Nachmittag des Vortages mit der Flüssigkeitsaufnahme. "Man muss das auch positiv sehen", rückt der Gastroenterologe das unangenehme Bild zurecht. "Viele Leute geben oft viel Geld für eine Entschlackungskur aus, die den Dick- und Dünndarm komplett sauber macht. Hier zahlt das die Kassa."
Am nächsten Morgen gilt es, nüchtern in der Ambulanz zu erscheinen. Man bekommt eine Verweilnadel gesetzt, über die die Medikamente injiziert werden. Die Koloskopie selbst dauert etwa 20 bis 40 Minuten, während dieser Zeit schläft der Patient. Inzwischen wird eine zirka 1,40 Meter lange Sonde über den Enddarm eingeführt und der gesamte Dickdarm bis zum Ende des Dünndarmes untersucht. Im Schlauch der Sonde findet sich ein Arbeitsgerät, das unter Strom steht. Damit werden die Polypen abgeschnitten, geborgen und zur pathologischen Untersuchung eingeschickt.
Ein paar Stunden Blähungen
"Wenn die Patienten aufwachen, fragen sie oft: 'Wann fangen Sie denn an?' Wir antworten: 'Ist schon alles vorbei'", erzählt Madl. Anschließend darf man zwölf bis 24 Stunden nicht mit dem Auto fahren, Verträge unterzeichnen und schwere Maschinen bedienen, "aber das sollte einem die eigene Gesundheit wert sein, dass man sich einen Tag freinimmt", meint der Abteilungsvorstand.
Was unerwünschte Neben- beziehungsweise Nachwirkungen betrifft, klärt Madl auf: "Damit man die Schleimhaut optimal beurteilen kann, wird während der Untersuchung Luft in den Darm geblasen. Diese muss wieder hinaus. Nach kurzer Zeit sind die Blähungen aber vorbei."
Komplikationen treten gewöhnlich keine auf, doch bei einem von 10.000 Patienten kann der Darm einreißen. Vor allem dann, wenn er bereits durch schwere Entzündungen oder große Polypen beeinträchtigt ist. Ein Riss im Darm lässt sich mit einem Metallklipp schließen oder chirurgisch zunähen.
Auf das Qualitätszertifikat achten
Wer sich zu einer Vorsorgekoloskopie entschließt, kann sich vom Hausarzt zuweisen lassen. Wo die Untersuchung stattfindet, ist je nach Bundesland unterschiedlich: In Wien wird sie etwa im niedergelassenen Bereich bezahlt, in den meisten Spitälern nicht. In Oberösterreich verhält es sich genau umgekehrt.
Rund 300 Stationen in Krankenhäusern und im niedergelassenen Bereich verfügen österreichweit über ein Qualitätszertifikat. Dazu zählen die Möglichkeit der sanften Koloskopie, die Entfernung der Polypen während der Untersuchung, mindestens 300 nachgewiesene Darmspiegelungen pro Jahr, die Überwachung des Patienten während der Untersuchung bis hin zu strengen Hygienevorschriften.
Ernährung und Bewegung sind maßgeblich
Vorsorge geht allerdings über den Entschluss zu einer Koloskopie hinaus. Ballaststoffarme Ernährung, rotes Fleisch, Rauchen, Alkohol und Übergewicht tragen maßgeblich zur Entstehung von Dickdarmkrebs bei, darüber hinaus auch Diabetes und eine genetische Veranlagung. Nicht oft genug kann Madl betonen, wie wichtig Ernährung und Bewegung für die Krebsvorbeugung sind: "Bewegung kann bis zu 24 Prozent der Entstehungen von Dickdarmkrebs vorbeugen. Eine Kombination aus gesunder Ernährung, Bewegung und der Reduktion des Normalgewichts bedeutet 45 Prozent Reduktion des Risikos für Dickdarmkrebs, aber auch Magen-Pankreas-Krebs." (Eva Tinsobin, derStandard.at, 14.2.2012)
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nach diversen ekligen abführmitteln, gibt es jetzt endlich ein nicht grausliges - hurrahurra ;-)
http://www.picoprep.de
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Man muss nicht alles glauben, was einem Kliniker über Epidemiologie sagen: "Ballaststoffarme Ernährung, rotes Fleisch, Rauchen, Alkohol und Übergewicht tragen maßgeblich zur Entstehung von Dickdarmkrebs bei" ... Das heisst lediglich, dass die genanten Faktoren mit genügender Sicherheit vom Zufall abgrenzbar sind, aber NICHT, dass sie das Eintreffen von Krebs sicher vorhersagen. DER GROESSTE VARIANZANTEIL (Pseudo-R2) bei Krebsinzidenz ist UNERKLAERT!! Und daher ist es eine UNVERSCHAEMTHEIT, wenn man die Patienten, die Risikofaktoren aufweisen, dann in die Ecke stellt: SELBER SCHULD!
bei den Äusserungen von Madl ist das so nicht herauslesbar. Aber die Art und Weise, wie KrebspatientInnen oft stigmatisiert werden, ist derjenigen gegenüber psychischen Krankheiten oft gar nicht so unähnlich. Und von Klinikern erwarte ich mir, dass sie auf sowas antizipatorisch sensibel reagieren.
Ich habe die bisher einzige Kolonoskopie im Spital stationär machen lassen und würde so etwas nie ambulant über mich ergehen lassen. Von der Untersuchung habe ich dankl Propofol nichts gemerkt, aber in der Nacht davor bin ich durch das Abführmittel so ausgetrocknet, dass ich keinen Urin mehr produziert habe- trotz zwei Litern zusätzlicher Flüssigkeit außer der Abführlösung. Ich bekam sofort eine Infusion, danach funktionierte alles wieder. Nach der Untersuchung hatte ich entsetzliche Bauchschmerzen, gegen die ich aber sofort ein Schmerzmittel in die Infusion bekam. Ich wurde auch umgehend geröntgt, um eine Darmverletzung auszuschließen.
Bei einer ambulanten Untersuchung wären diese Maßnahmen nicht möglich gewesen
Die eigentliche Koloskopie kriegt man im Halb- oder Vollschlaf praktisch nicht mit. Aber literweise diese Flüssigkeit zu trinken, verursacht irgendwann fast Brechreiz.
Man unterschreibt beim Arzt allerdings auch, dass er nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn die Darmwand bei der Untersuchung reißt. Das ist schon problematisch.
das macht man IMMER! sonst würde jeder arzt irgendwann vor gericht landen, selbst wenn er nichts dagegen tun konnte, sie aufgeklärt hat und das problem gerichtet wurde. nebenwirkungen und fehler passieren, auch ohne fahrlässigkeit und böswillen.
Oder auch: Wow, super Beruf, aus der Sicht des Arztes. Denn wo gibt es das sonst noch, dass der Arbeitnehmer für seine Fehler nicht gerade stehen muss? Ich wüsste da keinen. Nicht einmal Politiker behalten ihre Immunität, wenn sie sich etwas zu Schulden kommen lassen (da fragt man sich natürlich, wozu die Immunität dann noch gut ist?).
In Anbetracht dieses Umstandes erscheint mir eine sog. Feigheit beim Patienten völlig verständlich und nachvollziehbar!
ärzte sind eine der am meisten belasteten berufsgruppen, mit immer höherem patientenaufkommen und trotzdem passieren sehr wenige fehler. wenn sie von drei falsch behandelten pro jahr in der zeitung lesen, müssen sie im hinterkopf behalten, dass jeden tag noch tausend andere leute richtig behalndelt wurden.
ärzte sind menschen, und können damit auch fehler machen, die natürlich weiaus größere auswirkungen haben können als die eines buchhalters beispielsweise. wenn sie jeden arzt rausschmeißen, der eine vene verfehlt,haben wir bald gar keine mehr.
und schauen sie sich die zeitung an, politikerimmunitäten müssen schon sehr erschüttert werden, ein kleiner korruptionsskandal reicht dafür noch lang nciht aus!
Wenn es sowieso keine Wirksamkeitsgarantie für eine Behandlung gibt, dann kann der Arzt doch eh nicht mehr viel falsch machen, solange er nichts Gröberes (Tod des Patienten, bleibende Behinderung) anstellt, und selbst dagegen lässt er sich versichern.
Wieso glauben Sie eigentlich, dass alle Falschbehandlungen in der Zeitung landen müssen? Für den Arzt reicht es doch schon zu sagen, dass es nichts Passenderes gegeben hätte, und schon ist der Patient ein unheilbarer oder chronischer Fall, den man gar nicht richtig behandeln kann.
Gesetze, die die Verantwortung vom Arzt nehmen um sie dem laienhaften Patienten unterzuschieben, eröffnen Menschenversuchen mit ungewissem Ausgang Tür und Tor!
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