Netanyahu schäumt wegen palästinensischer Einigung

6. Februar 2012, 16:57
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    foto: reuters/sinai

    Benjamin Netanyahu, Premier.

Israels Premier: Abbas verlässt "Pfad des Friedens" - "Entweder Frieden mit der Hamas oder mit Israel, beides ist nicht zu haben"

Jerusalem - Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas vorgeworfen, durch die in Katar besiegelte Versöhnung mit der radikalen Hamas "den Pfad des Friedens" zu verlassen. "Wenn Abu Mazen (Abbas, Anm.) das umsetzt, was er in Doha unterschrieben hat, dann entscheidet er sich gegen den Pfad des Friedens und verbündet sich mit der Hamas", erklärte Netanyahu nach Angaben seines Büros in Jerusalem am Montag zu der jüngsten palästinensischen Einigung über die Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung.

"Entweder Frieden mit der Hamas oder mit Israel, beides ist nicht zu haben!", sagte Netanyahu nach einem Treffen mit Likud-Regierungsmitgliedern. Die Hamas akzeptiere nicht die "Minimalforderungen der internationalen Gemeinschaft", weder anerkenne sie die israelisch-palästinensischen Verträge noch schwöre sie dem Terrorismus ab. Netanyahu hatte wiederholt erklärt, keine Verhandlungen mit einer palästinensischen Regierung zu führen, an der die Hamas beteiligt ist. Der Nahost-Friedensprozess ist seit 2010 durch die Weigerung Israels blockiert, den Siedlungsbau im besetzten Westjordanland einzustellen. (APA)

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r.fb
47

Komisch! Was hat Netanjahu gegen eine einheitliche, hoffentlich friedliche Sprache der Palästinenser?
Ich glaube, man muss nicht lange raten.

Hossam Hassan
66
Folgendes wird passieren:

Israel wird sich unilateral und Schritt für Schritt aus der Westbank zurück ziehen und Abbas kann sich seinen Palästinenserstaat, den die Hamas ohnehin nicht will, in die Haare schmieren.
Die arabischen "Beschützer" der Palästinenser werden diese sehr rasch fallen lassen, wenn sie von Israel einen Militärschlag gegen den Iran bekommen, um den lästigen Konkurrenten zu schwächen.

Die Politik der Palästinenser hat wie schon seit etwa 60 Jahren das Design einer kaputten Spieluhr. Abbas hat sich aus Tradition auf die falschen Bündnispartner verlassen, die ihn benutzt haben und fallen lassen werden, wie schon die Jahrzehnte zuvor.

Antizionismus ist die erfolgloseste und dümmste Ideologie der aktuellen Geschichte, das Archiv der Idiotie.

Herbert Chaos
11

Das mit dem Rückzug hat schon zu Arafats Zeiten nicht geklappt. Sobald die Palis Freiheit wittern, gehen in Tel Aviv wieder die Busse hoch oder eine neue Intifada wird ausgerufen. Glaube nicht das Netanyahu solche Experimente eingehen will.

Reddogg
 
21

Nur kurze Frage am Rande, wann soll das mit dem "Rückzug" wie Sie es beschreiben, begonnen werden?

Hossam Hassan
00
10.2.2012, 11:22
Wenn sich die israelische Gesellschaft darauf geeinigt hat

welche Siedlungen aufgegeben werden müssen und welche nicht. Es wird wohl einen Cordon Sanitaire geben, der sicherheitspolitisch als unabdingbar betrachtet wird. Kommt darauf an.

HU
 
11
11.2.2012, 14:02
D.h. Friede bedeutet für Sie

Israel sucht sich vorher aus welche Siedlungen es behalten will, obwohl alle SIedlungen völkerrechtswidrig sind?

Oder wie stellen sie sich das vor?

baneck08
00
B I N G O !

dr. kokos
 
32

das wird niemals passieren, denn ein rückzug aus der westbank würde die aufgabe der siedlungen bedeuten.

ich finde, der zionismus ist eine sehr dumme, weil implizit rassistische ideologie. er stammt aber auch aus einer zeit, in der es normal war, kolonien zu halten. nur heute ist es eben nicht mehr normal.

mein szenario für eine (wenn auch noch ferne) zukunft ist ein einheitsstaat israel-palästina, mit gleichen rechten für alle bewohner, wie er im übrigen auch von wirklich gläubigen juden gefordert wird, die die heiligen schriften richtig auslegen.

Hossam Hassan
00
10.2.2012, 11:27
Die Siedlungen sind nicht so wichtig wie der gemeine Antizionist annimmt

Wären die Palästinenser an Frieden interessiert, würden sie die Siedlungen als ökonomische Chance für ihren neuen Staat betrachten. Sind sie aber nicht und darum sind die Siedlungen ein Problem.
Und weil Typen wie sehr dumm und auch noch rassistisch sind, unterstützen sie die Szenarien der "wirklich gläubigen juden", weil jemand der die heiligen Schriften nicht richtig auslegt, scheint bei ihnen nicht unter die Kategorie Mensch zu fallen.

Aber auch das kennen wir von unseren antizionistischen Freunden.

Timagoras
 
00
"wie er im übrigen auch von wirklich gläubigen juden gefordert wird, die die heiligen schriften richtig auslegen"

.
und warum man ausgerechnet immer auf die ultrareligiösen hören muss, bzw. deren ansichten über die der mehrheitsbevölkerung(en) stellen soll, müssen Sie auch noch erklären.

Pele_2008
01
Und was hat in ihren Augen zionismus mit Kolonien zu tun?

Kolonien gab es, um den dort lebenden Menschen die "richtigen (eigenen) Werte" beizubringen, das Land auszubeuten und die Menschen als billige Arbeitskräfte zu benutzen (hatte bei unterschiedlichen Kolonialmächten unterschiedliche Schwerpunkte, aber darauf lief es im wesentlichen hinaus.

Zionismus gab es, weil die Menschen in ihren Heimatländern verfolgt, ausgenutzt, beraubt und ermordet wurden. Und nach einem Platz suchten, wo sie in Ruhe und Frieden und selbstbestimmt leben können (was ihnen bis heute nicht vergönnt ist).

Kein Unterschied?

dr. kokos
 
20

eine kolonie ist auch eine ansiedlung von menschen auf einem an sich fremden territorium und so wurde es zu zeiten herzls auch verstanden.

der zionismus hat leider unrecht an der angestammten bevölkerung bewirkt. bis 1890 gab es maximal 5% juden in palästina. und die palästinenser haben ihr land großteils nicht freiwillig aufgegeben.

die juden wurden in europa verfolgt, haben dann aber ihrerseits die araber in palästina verfolgt und unterdrückt. sehr viel unterschied besteht da nicht.

Pele_2008
01
10.2.2012, 01:09
Wenn sie unbedingt historisch werden wollen ...

Bei der Islamisierung Palästinas 638 lebten dort 100% Juden und Christen (viele davon jüdischer Abstammung und zwangschristianisiert). Die Islamisierung hat also ein unrecht an der angestammten Bevölkerung begangen.
Im Jahr 1881 hatte Jerusalem einen jüdischen Bevölkerungsanteil von 50%, die bei der Besetzung durch Jordanien 1948 verfolgt und vertrieben wurden. Der Anspruch der Israelis auf Jerusalem ist also offenbar genauso legitim, wie der der Araber.
Stoert heute anscheinend niemanden mehr.
1881 lebten in ganz Palästina (also inkl. dem heutigen Jordanien) etwa 450.000 Menschen, davon viele Nomaden. Das Land selbst gehörte schon damals großteils nicht der ansässigen Bevölkerung, sondern einigen arabischen Großgrundbesitzern.

HU
 
22
An einen Ort

wo andere leben denen man das Land und die Existenz wegnimmt - und dann glaubt man in Frieden leben zu können?

Dani B.
00

von land wegnehmen war nie die rede, juden und araber hätten in frieden zusammenleben können. nur einen tag nach der gründung des staates israel haben die arabischen nachbarn ihre idee von friedlichem zusammenleben dargelegt. das ist die ursache aller weiteren probleme.

DieBo
26
Jemand der permanent nur auf der Überholspur auf der "Avenue des Kriegs" fährt kennt den Pfad des Friedens sowieso nur vom hörensagen.

Hugo Strudl
23
Oooooh neeeiiiiin!

Und das alles nachdem Israel organisiert hat, dass Ägypten Fatah mit Waffen ausrüstet, die USA sie trainiert und Bush dem Abbas noch fast 90Mio zugesteckt.
Alles nur, damit Fatah die demokratisch gewählte Hamas umstürzen kann und aus Demokratie wieder Diktatur wird womit sie gescheitert sind.

Und was machen diese Leute von Fatah? Frieden mit Hamas und Demokratie! Es ist zum Haareraufen.

1.Kp / EW 74
 
117
Ich glaub ja, der Netanjahu hat in Wirklichkeit

eine Sektflasche aufgemacht.

So kann er sich wieder erfolgreich vor Verhandlungen drücken.

Was täte der ohne Hamas und Konsorten...

Mostbluzza
11
ja klar, eine auflage

zur nicht kooperation.

aber noch vifer von den palästinensern.
weltpolitisch sind die israelis noch mehr im eck.
denn eine einigung ist ja mal was gutes, zwangsläufig wäre die hamas weniger radikal, wenn sie mit der fatah kooperiert.

israel kann sich seinen verhandlungspartner nicht aussuchen - sonst gäbs ja eh kein problem.

ich glaube aber das ganze thema wird sich bald anders lösen, nichtfriedlich. wenn israel den iran angreift, werden dort andere entscheidungen getroffen, von anderer tragweite, eher im sinne eines lieberman (auf ethnische säuberung läufts ja raus).

randolf
39
Ja ja

"...they call it terrorism, they say its a crime, but its just selfdefense from the opressed..."

"...we cant hear your voice, but we hear you cry, we cant see the truth but we see you die..."

mehr ist dazu nicht mehr zu sagen. Wir werden erst Frieden herschen lassen, wenn ihr euch von uns ermorden lässt und dabei gefälligst ruhig seid...

Miklaus Röchlinger
313

soll er schäumen - er und seine Regierung tragen wohl die Hauptschuld daran, dass es soweit gekommen ist.

Makronaut
96

jup. isr existiert noch.

daran darf netanjahu gerne schuld sein.

[citation needed]
111
israel ist auch unter vergangenen regierungen nicht untergegangen

der radikalismus von netanyahu hilft niemandem

kronos
49

Aha. Also ist eine rechtslastige, gewaltbereite und sich stark in Richtung religiösem Fundamentalismus bewegende Regierung gerechtfertigt wenn es um die Existenz Israels geht?

Antisemitismuskeule zieht hier nicht mehr.

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