Illegaler Schlachthof für exotische Tiere ausgehoben

6. Februar 2012, 16:55
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Fleisch von Tigern, Löwen, Elefanten und Krokodilen offenbar zum Verzehr in Restaurants und Export nach China bestimmt

Bangkok - Die thailändische Polizei hat in der Hauptstadt Bangkok einen illegalen Schlachthof für wilde Tiere entdeckt. Sieben Männer wurden unter dem Verdacht festgenommen, unter anderem Tiger, Elefanten und Krokodile für den Verzehr zerlegt zu haben, wie die Polizei am Montag mitteilte.

"Wir gehen davon aus, dass dieser Schlachthof hauptsächlich Bestellungen eines Restaurants erfüllte", sagte Norasak Hemnithi von der auf Umweltkriminalität spezialisierten Polizeieinheit. Derzeit fahnde man nach dem mutmaßlichen Besitzer eines Restaurants, das exotische Tiere auf der Speisekarte hat. Nach Angaben der Festgenommenen wurde das Fleisch unter anderem nach China verschifft.

Männer beim Zerlegen eines Tigers überrascht

In einem Kühlschrank fanden die Beamten das Fleisch frisch geschlachteter Tiere. Vermutlich handle es sich dabei um Tigerfleisch, denn es seien Fellreste und Köpfe von Tigern gefunden worden, so die Polizei. Daneben wurden Überreste von Elefanten, Zebras, Gnus und Löwen gefunden. Den Angaben zufolge könnte es sich sowohl um wilde Tiere als auch um Zootiere handeln.

Wie die Tierschutzorganisation Freeland mitteilte, kamen die Beamten dem illegalen Schlachthof auf die Spur, nachdem sie am Wochenende einen Mann mit blutverschmierten Händen in Bangkok aufgriffen hatten. Im Wohnhaus des Mannes überraschte die Polizei mehrere Männer dabei, wie sie einen 400 Kilogramm schweren Tiger zerlegten.

Den Verdächtigen droht eine vierjährige Haftstrafe. Thailand gilt als Knotenpunkt für internationalen Schmuggel mit geschützten Tierarten. Überdies ist es eines von 13 Ländern, in denen noch Exemplare der weltweit rund 3.500  in freier Wildbahn verbliebenen Tiger leben. (APA)

  • Thailand gilt als Knotenpunkt für internationalen Schmuggel mit geschützten Tierarten.
    foto: epa/freeland foundation handout

    Thailand gilt als Knotenpunkt für internationalen Schmuggel mit geschützten Tierarten.

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