Rudi Vouk erhielt slowenischen Orden für Verdienste

6. Februar 2012, 16:49
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Lohn für Beitrag zur Umsetzung der Rechte der slowenischen Volksgruppe in Kärnten

Ljubljana - Der Kärntner Rechtsanwalt Rudi Vouk ist für seinen Beitrag bei der Umsetzung von Rechten der slowenischen Volksgruppe in Kärnten mit dem Verdienstorden der Republik Slowenien ausgezeichnet worden. Staatspräsident Danilo Türk händigte Vouk am heutigen Montag in Ljubljana das Ehrenzeichen aus. Vouk habe "außerordentliche Verdienste" für die Umsetzung der Rechte, die der slowenischen Minderheit gemäß dem Artikel 7 des österreichischen Staatsvertrags zustehen, steht in der Begründung der Auszeichnung.

"Wir sind auf halbem Wege"

"Ich verstehe diese Auszeichnung nicht als eine Auszeichnung für mich selbst, sondern für alle Kärntner Slowenen, die für die Verwirklichung unserer slowenischen Rechte kämpfen", sagte Vouk bei der Verleihungszeremonie. Er verstehe sie auch nicht als eine Auszeichnung für eine vollendete Arbeit. "Wir sind auf halbem Wege", sagte er. Die bisherigen Resultate werden die weiteren Bemühungen der slowenischen Volksgruppe erleichtern, fügte Vouk hinzu. Er appellierte an Slowenien, der slowenischen Minderheit dabei weiterhin zu helfen.

Wie Türk in der Begründung schrieb, sei Vouk von einer politischen Argumentation zu einer rechtlichen übergegangen, weil die slowenische Volksgruppe ihre Rechte weder mit Protest noch mit Dialog und auch nicht mit der Suche um Unterstützung der Parteien, Landes- und Bundesinstitutionen in Österreich verwirklichen konnte. Mit seinen Anträgen vor dem Verfassungsgerichtshof habe er die Minderheitsrechte auf die Ebene von Menschenrechten gehoben.

Schnellfahrer Vouk und die Ortstafellösung

"Gerade wegen dieses Schritts, den Rudi Vouk als guter Kenner der Minderheitenproblematik konsequent und zielstrebig über ein Jahrzehnt lang setzte, ist es endlich zur Ortstafellösung gekommen, die jetzt schon umgesetzt wird." Somit habe sich eine der Hauptforderungen der Kärntner Slowenen ohne Spannungen mit den Kärntner Traditionsverbänden verwirklicht, steht in der Begründung weiter.

Zweisprachige Ortstafeln "bedeuten auch die Anerkennung der Tatsache, dass Kärnten multikulturell ist", betonte der slowenische Präsident in der Begründung. Vouk hatte die Frage der zweisprachigen Ortstafeln einst durch sein Zu-Schnell-Fahren durch Ortschaften vor den Verfassungsgerichtshof gebracht. Durch die dadurch verhängte Verwaltungsstrafe hatte Vouk die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit der (einsprachigen) Ortstafel erreichen können. (APA/red)

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    Vouk bei Verleihung: "Auf halbem Wege."

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