Auch der RB8 hat einen Höcker

Ansichtssache
foto: red bull racing

Milton Keynes - Mit einem eineinhalb Minuten langen Spot im Internet hat das Weltmeisterteam Red Bull Racing am Montag seinen neuen Boliden RB8 vorgestellt. Doppel-Champion Sebastian Vettel will mit seinem Formel-1-Dienstwagen nun so schnell wie möglich auf die Strecke. "Darauf hat man den ganzen Winter gewartet. Es ist schön, rauszufahren und zu spüren, man hat wieder ordentlich Dampf unter der Haube", sagte er nach der Enthüllung.

Der neue Bolide hielt für Vettel keine großen Überraschungen bereit. "Das Auto ist zum größten Teil auf dem letztjährigen aufgebaut. Es sind kleine, aber feine Unterschiede", erklärte der 24-Jährige. Das Auffälligste am blau-gelben Boliden ist die im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich veränderte Frontpartie, die ähnlich wie bei Ferrari, jedoch nicht so extrem, einen Höcker aufweist. Im Gegensatz zum F2012 der Italiener verfügt dieser Knick aber beim RB8 über Lufteinlässe. Das Team um Chefdesigner Adrian Newey habe sich bemüht, auch in diesem Jahr die kleinen Lücken im Reglement auszunutzen, verriet Vettel.

foto: red bull racing

"Wir haben dieses Auto in Rekordzeit gebaut", sagte Teamchef Christian Horner. Nach der überragenden Vorsaison mit insgesamt zwölf Siegen habe das Team beim Bau des neuen Boliden auf Kontinuität gesetzt. Ziel sei es gewesen, bei den ersten Testfahrten dabei zu sein. Nur insgesamt zwölf Testtage stehen den Rennställen vor Beginn der Saison am 18. März in Melbourne zur Verfügung.

Die Ziele bleiben natürlich wie in der Vergangenheit hochgesteckt. Boss Horner stellte schon bei der Präsentation klar: "Unser Ziel ist simpel: Wir wollen beide Titel erfolgreich verteidigen." Vettel strebt in dieser Saison seine dritte WM-Krone in Serie an. "Der Raum für die Designer war sehr gering, die Abstände werden noch geringer sein", urteilte der Hesse. Die Jungfernfahrt im neuen Auto überlässt er am Dienstag in Jerez de la Frontera seinem Teamkollegen Mark Webber. Vettel wird am Donnerstag auf die Strecke gehen.

"Wir dürfen nicht erwarten, dass wir im ersten Rennen allen davonfahren", warnte Vettel. Bis zum Auftakt will er in jedem Fall einen Kosenamen für sein neues Gefährt gefunden haben. "Jegliche Bewerbungen sind willkommen", sagte er. Im Vorjahr hatte Vettel sein Weltmeister-Auto "Kinky Kylie" ("abartige Kylie") getauft.

Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: ap/ miguel angel morenatti

Der neue Sauber-Bolide entpuppte sich bei der Präsentation in Jerez als Mischung aus Altbewährtem und auffälligen Neuerungen. Ein Höcker auf der Frontpartie wie beim Ferrari sticht am überwiegend anthrazit und weiß lackierten neuen Rennwagen der Schweizer am meisten ins Auge. "Wir wollen die kommende Saison so stark beginnen wie die vergangene und dieses Niveau dann über das ganze Jahr halten", sagte Teamchef Peter Sauber. "Ziel ist, regelmäßig Punkte zu sammeln, damit wir uns in der WM deutlich verbessern."

Sauber tritt mit der gleichen Fahrerbesetzung wie im Vorjahr an. Der Japaner Kamui Kobayashi fährt seine dritte Saison für Sauber und ist damit trotz seiner erst 25 Jahre der "Routinier" im Team. Sergio Perez (22) hat sich nach seinem Lehrjahr neue Ziele gesetzt. "Jetzt bin ich in der Formel 1 angekommen. Ich will mich 2012 auf jeden Fall steigern und regelmäßig bessere Ergebnisse erzielen", sagte der Mexikaner.

Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: ap/ miguel angel morenatti

Zum Abschluss des Präsentations-Marathons der Formel-1-Teams in Jerez de la Frontera wurde am Montagabend der neue Toro-Rosso-Bolide "STR7" enthüllt. Der österreichische Teamchef Franz Tost hofft, dass seine neuen Piloten Jean-Eric Vergne (FRA) und Daniel Ricciardo (AUS) mit diesem Auto für das Red-Bull-Schwesterteam "Platz sechs oder sieben" in der Konstrukteurs-WM erreichen können. Im Vorjahr war Toro Rosso mit 41 Zählern Achter geworden.

Im Gegensatz zu Red Bull oder Ferrari fand Toro Rosso eine relativ elegante Lösung für die Frontpartie. Der Höcker wurde so konstruiert, dass er beim "STR7" nicht sofort ins Auge sticht. (APA)

Share if you care