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Für Griechenland stehen wieder einmal Wochen und Tage der Entscheidung an. Der Schuldenschnitt muss her, genauso wie das Geld aus der nächsten Hilfstranche der EU fließen muss. Dafür braucht es einmal mehr Reform- und Sparbemühungen, um die die griechische Regierung gerade ringt. Noch ist nichts fix. Selbst der befürchtete Staatsbankrott ist noch nicht gänzlich vom Lösungs-Bildschirm verschwunden.
Die griechische Bevölkerung knabbert derweil an den bereits eingeführten Sparprogrammen, während das Land immer tiefer in die Rezession rutscht. Die Stimmung in Griechenland sei sehr bedrückend, den Menschen gehe es schlecht, meint Alkyone Karamanolis. Die Journalistin pendelt regelmäßig zwischen München und Athen. "Griechenland ist kein fröhliches Land mehr", sagt sie im Gespräch mit derStandard.at. Das fange beim Offensichtlichen an, zum Beispiel bei den geschlossenen Geschäften. In Athen seien nicht einmal mehr die "guten Geschäftslagen" vor Schließungen gefeit, an bis zu 20 Prozent verriegelter Lokale laufe man vorbei. Mit einer Arbeitslosenquote von 19,2 Prozent ist Griechenland negativer Spitzenreiter in der Eurozone.
Andrang auf SOS-Kinderdörfer
Aber auch jene, die noch einen Job haben, kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Viele Griechen könnten sich mit gekürzten Löhnen und den gestiegenen Steuern Fixkosten wie Miete und Strom nicht mehr leisten, sagt Karamanolis. Ungewohnten Zulauf würden auch die SOS-Kinderdörfer verzeichnen. "Es gibt intakte Familien, die ihre Kinder in SOS-Kinderdörfern abgeben, weil sie sie nicht mehr ernähren können", so die Griechenland-Expertin. In einem Interview mit Spiegel Online erzählte der Direktor der SOS-Kinderdörfer in Griechenland, Stergios Sifnios, im ersten Halbjahr 2011 seien die Anfragen um 65 Prozent gestiegen.
Auch am Wohnungsmarkt gibt es Karamanolis zufolge große Bewegungen. Viele Familie ziehen in kleinere Wohnungen um, obwohl "die Griechen eigentlich recht sesshaft" seien. Fehlendes Geld, um die Mieten oder die Raten der Wohnungskredite zu begleichen, würde aber zum Umzug zwingen. Die Zahl der Obdachlosen in Griechenland ist im vergangenen Jahr ebenfalls massiv nach oben gegangen.
Was ein verschärftes Sparprogramm der Regierung und weitere Reformschritte für die Bevölkerung bedeuten werden, ist schwer abzuschätzen. Es gebe keine Vision für die Zukunft Griechenlands, glaubt Karamanolis. "Es ist nicht absehbar, dass es irgendwann besser wird." Seit Beginn der Krise sei die Lage immer nur noch schlechter geworden, keine Prognose habe bisher zugetroffen. "Die Menschen fühlen sich wie auf der Rutschbahn - es ist nur das Ende nicht in Sicht", schildert die Griechenland-Expertin. Reformmaßnahme folge auf Reformmaßnahme, und die würden in großem Ausmaß vor allem die Mittelschicht treffen, die immer mehr verarme.
Ohne sozialen Puffer
In der griechischen Bevölkerung rege sich die Unzufriedenheit darüber, dass es keine Gerechtigkeit hinter den Maßnahmen gebe, dass rasenmäherartig alle zur Kasse gebeten würden ohne sozialen Puffer. Damit mehren sich laut Karamanolis auch die populistischen Stimmen, in den Medien genauso wie in der Politik. Die Griechen seien sehr unzufrieden und auch wütend, sagt Karamanolis. Es bestehe die Gefahr, dass sich bei den nächsten Wahlen - die schon im Frühjahr stattfinden könnten - der Zulauf zu den extremen Rändern der Politik verstärken werde.
Aber Karamanolis vernimmt in Griechenland auch immer mehr reformwillige Stimmen. "Neben den sich auch laut gerierenden Stimmen, die protestieren und zu allem Nein sagen, ihre Partikularinteressen und Pfründe verteidigen wollen, gibt es auch einen Teil der Bevölkerung, der sich zu Reformen bekennt." Das Bewusstsein, dass sich Griechenland auf ganz vielen Gebieten dringend reformieren müsse, komme wieder mehr in der Bevölkerung an. Unlängst riefen auch 18 griechische Intellektuelle zu Reformen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf. Und auch zum Verbleib im europäischen Kontext.
Erwachen der Zivilgesellschaft
Laut Karamanolis haben sich Intellektuelle in Griechenland lange Zeit nicht öffentlich geäußert, am öffentlichen oder politischen Leben nicht teilgenommen. Einerseits, weil der Zugang zur Politik eher schwierig gewesen sei, andererseits, weil man die Politik als "dreckiges Spiel" empfunden habe. Langsam habe man in intellektuellen Kreisen nun aber gemerkt, wie "fatal" dieser Verzicht gewesen sei. Karamanolis sieht daher Bewegung in der griechischen Zivilgesellschaft. "Die Griechen sprechen nicht mehr von Finanzkrise. Sie sehen, dass mit der Finanzkrise der Schleier weggerissen wurde und eine griechische Gesellschaftskrise, eine Krise der Werte zum Vorschein gekommen ist."
Griechenland sei an einem Wendepunkt, ist sich Karamanolis sicher. Die derzeitige Krise und die damit einhergehenden Reformen würden einen Reinigungsprozess in Gang bringen können. Nur, wie lange Griechenland noch Zeit hat, um sich zu verändern, diese Frage bleibt offen. (rom, derStandard.at, 7.2.2012)
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Griechenland hat kein Geschäftsmodell um aus der Finanzkrise zu kommen. Die EU hat ein Demokratiedefizit, weil die EU-Bürger nicht verstehen können, was die EU-Parlamentarier ihnen sagen wollen.
Da hilft nur eins: Griechisch muss innerhalb von 30 Jahren die Amtssprache der EU werden. 3 Millionen Griechischlehrer überweisen jedes Jahr 75 Milliarden Euro nach Griechenland. Das bringt das Land wieder auf die Beine. Wäre Griechisch jetzt schon Amtssprache der EU, dann hätten wir die griechischen Statistiken schon früher verstanden.
Zu anstrengend? Vielleicht! Aber dann darf sich niemand wundern, wenn unsere Enkel unter dem Globalisierungsdruck in 30 Jahren Chinesisch oder Arabisch sprechen und schreiben müssen. Das ist noch anstrengender.
Griechenland hat die niedrigen Eurozinsen zum exzessiven Schuldenmachen missbraucht.
Niemand hat die diversen griechischen Regierungen dazu gezwungen Schulden zu machen.
Außerdem hat sich Griechenland den Euro-Beitritt durch Lug und Trug verschafft.
die eu hat ganz genau gewusst auf was man sich mit den südländern und ihren stetigen abwertende währungen erinlässt. natürlich hat griechenland dann auch die zahlen manipuliert. aber hier werfe ich primär der eu vor dass es daruch nicht sofort sanktionen gekommen ist. die einzige reaktion seit jahren ist nun schubkarrenweise geld hinunter zu fahren...
jedes land soll tun und machen was es will, aber wir müssen nicht so dumm sein und diese systeme mitzuschleifen!! wir ganz alleine sind schuld!
Ich war oft in Griechenland auf Urlaub und habe immer wieder von Einheimischen gehört wie sie den Staat ausnehmen, keine Steuern zahlen, hohe Beamtengehälter kassieren und bei Fördermittel lügen. Griechenland erlebt jetzt ein böses erwachen, aber nicht unverschuldet.
Statt immer zu protestieren sollten sie endlich ihren Verstand verwenden um eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen. Sonst zurück zum Drachme, das wäre sowieso das Beste.
...mit bestimmten PolitikerInnen offen reden, könnten Ihnen die das nämliche erzählen: keine Steuern gezahlt etc. etc. - und würden Sie dann die ÖsterreicherInnen samt und sonders der Steuerhinterziehung zeihen? Wohl kaum...
.."alle haben keine steuern gezahlt" ..."selber schuld"... wie die scheuklappensichtweise der europapolitiker welche nur im geld nach griechenland runter karren die einzige lösung sehen.
die welt ist etwas komplizierter mein freund!
die meisten griechen haben fleissig gearbeitet und auch brav die steuern bezahlt. und der kleine arbeiter wird auch kaum das fördersystem ausgenützt haben. vorwerfen kann man der regierung - sprich das management natürlich vieles, aber bitte tun sie das nicht mit einer pauschalierung der griechen. und weiteres glaube ich auch nicht an den heiligenschein der österreicher wenn sie an ein steuerloch verbeigehen.
... sind aber manchmal nicht genug.
Es ist traurig und Tatsache, die Griechen haben über ihre Verhältnisse gelebt, wie und warum auch immer, nun sind sie pleite.
Dagegen kann man lamentieren, dass dies die Schuld des intern Finanzkapitals ist, und dass die Griechen dafür nichts können.
Aber "das int. Finanzkapital" gibt das Geld im realen Leben sicher nicht zurück (welche Adresse hat es?), da kann man noch so tollte Postings über Weltrevolutionen etc. verfassen.
Also was tun? Raus aus dem Euro?
Wieder Drachmen und abwerten, abwerten ...
Was können die Griechen dann um diese Drachmen kaufen?
Wäre es da nicht doch besser, massiv entschulden, + Spar- und Konsolidierungsprogramm , auch wenn's ein paar Jahre (sehr) weh tut?
und es wird auch dazu kommen. die paar streiks und demos welche es bis jetzt gegeben hat wird gar nichts sein gegen über dem was noch kommen wird. die kinder im kinderdorf abgeben nur weil man kein geld für das essen hat, ... und das ist ein europäisches land von welchen man noch weitere sparmassnahmen einfordert? es ist einfach krank und absurd was hier gemacht wird. man müsste das geld anstatt den banken den menschen geben, damit die wirtschaft in fahrt kommt und mittel-bis langfristig das land wieder auf eigenen beinen stehen kann. aber nein, die die mehr haben als sie brauchen müssen immer mehr bekommen und die die nichts haben wird genommen... so in der art steht auch schon in der bibel.
aus dieser kriese, welche auf mehren ebenen überall besteht, zu lernen!! wir werden das gesamte system solange nicht in frage stellen und genau so nach den allten mustern und gepflogenheiten weitermachen solange es irgendwie dahinwurschteln lässt. was anderes wie dahinwurschteln ist das was merkel und co hier zusammenbasteln wirklich nicht, hier sind sich praktisch alle experten einig. es ist an der zeit von grund auf alles in frage zustellen, den gesamten finanzwelt und die abhängigkeit zu dieser, die poltische hörigkeit und demokratischekriese generell.... nur kriesen können uns dazu führen dass diese alten strukturen aufbrechen und etwas neues entstehen kann.
wirtschaftlich runtergefahren ist, die mittelschicht schon so verarmt ist, mit weiteren drastischen sparmassnahmen in nächster zeit sich da wirtschaftlich erholen können? absolut unmöglich. natürlich hätte ein ausstieg aus dem euro auch seine folgen, für die griechen, für den finanzsektor und auch für europa, aber es ist der einzige weg für griechenland aus dieser situation rauszukommen. unsere politiker müssen endlich anfangen dieses faktum in voller offenheit auszusprechen und anzufangen uns auf diese situation einzustellen. den schuldenhaufen laufend zu vergrössern und weitere sparmassnahmen einzufordern führt direkt in den abgrund. weiters fördert diese situation die kriminalität nicht nur in griechenland!
gebetsmühlenartig wird uns von den politikern alle eingetrichtert, es ist die einzige möglichkeit, alle alternativen wären noch viel viel schlimmer. stimmt vielleicht kurzfristig, aber mittel- und langfristig ist das ein glatte lüge! Ausserdem wird hier mit den zahlen geschummelt was das zeug hält. man stellt umsätze durch den euro und mit den hilfs-"dahrlehen" gegenüber. das ist zweierlei absurd. erstens sind das umsätze von wirtschaftsbetrieben welche nur zum kleinen teil erlöse durch steuern bedeuetet haben bzw. bedeuteten und die darlehen sind durch teilschuledenerlässe, zinssenkungen und rückzahlungsfristverlängerungen werden immer mehr zu verlusten. griechenland wird den grossteil der hilfsgelder aus dem EFSF niemehr zurückzahlen!!
weitergemacht wird. das ist unfair und führt erst recht zur destabilsierung des gesamten system.
es ist auch der einzige richtige weg, wenn man weitere länder, welche in diesen schuldenstrudel geraten sind nicht auch mit unendlichen hilfspaketen retten will. die glaubwürdigkeit europas gegenüber den anlegern wird umfassend gerettet bzw. zurückgewonnen werden können, wenn man endlich aufhört leichen künstlich am leben zuerhalten und hier eine strikte politik fährt.
2. griechenland braucht nun dringend rahmenbedingungen in welcher die wirtschaft in schwung kommt und vorallem der optimismus bei den menschen wieder aufkommen kann!! im schwitzkasten der eu, mit weniger futter aber dafür mehr peitsche wird das niemals funktionieren.
ob wir weitere millarden nach griechenland zahlen!! es ist unser geld und daher auch unser recht auf mitsprache! wir brauchen diese öffentliche diskussion unbedingt welche eine volksabstimmung zwangsweise herbeiführen würde. die leute brauchen die echten fakten und experten meinungen auf dem tisch! dieser denkverbot in richtung alle alternativen, obwohl immer mehr experten davor warnene, ist nicht mehr auszuhalten! Aber es ist klar, ich verstehe das spiel schon, sobald diskussion geführt wird kommen die fakten an das tageslicht und zahlungen werden nicht mehr möglich sein - das ist der punkt. demokratie nur dort wo es sein muss bzw. man von den leut das gewünschte resultat bekommt.
Hier ist ein - weit verbreiteter - Denkfehler!
Es ist vielleicht - UNSER - Vermögen (Vermögen, nicht nur im monetären Sinn) aber sicherlich nicht Geld von einzelnen Personen. Niemand zahlt für Griechenland - nur UNSERE Bilanz verändert sich.
Frage - wie weit geht UNSER, ab wann/ wo wird wer ausgegrenzt ?
WIR Simmeringer, WIR Niederösterreicher?
Und zählt soziales Engagement, Hilfe, Unterstützung nicht auch zum > Vermögen?
Sie wollen "das " Geld nicht den Banken geben, sonder den Menschen >> Wie?
Welches Geld - woher nehmen?
Geld wird mittels Banken "erzeugt", Banken an sich sind nicht schlimmes, mache Bänker leider schon - aber das gilt für viele andere Bereiche ebenso.
Schaun Sie...wenn Sie es darauf anlegen, daß irgendjemand Ihrer Kakophonie einen Mehrwert oder auch nur eine Diskussionsgrundlage entnimmt, so ist es sicherlich hilfreich, wenn Sie sich nicht in nur zwei Sätzen mehrmals widersprechen.
Vorausgesetzt, Ihr "Kriesen"-Gerede und Ihre Vorstellungen von einer direkten Demokratie haben einen Hintergrund jenseits von biederer Naivität, so versuchen Sie doch zunächst mal Licht in dieses Gebabbel zu bringen.
Was ist Ihr Standpunkt, worum gehts Ihnen?
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