Armee rückt in Millionenmetropole Salvador ein

6. Februar 2012, 15:47
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Konfrontation mit streikenden Militärpolizisten im besetzten Parlamentsgebäude

Brasilia - Angesichts eines Streiks der Militärpolizei ist die brasilianische Armee mit tausenden Soldaten in die Millionenstadt Salvador eingerückt. Am Montagmorgen umstellten Armee-Einheiten das von den streikenden Militärpolizisten besetzte Parlament und kappten die Stromversorgung, um sie zum Verlassen des Gebäudes zu zwingen. Die Küstenstadt Salvador ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Bahia und einer der Austragungsorte der Fußball-WM 2014.

Der Streikführer Marcos Prisco kündigte "Widerstand" an. Sollte die Armee das Gebäude stürmen, drohe eine "Katastrophe", sagte er. Prisco zufolge hielten etwa 4.000 Menschen das Parlamentsgebäude besetzt - außer den Militärpolizisten auch deren Angehörige, darunter 300 Kinder. Die insgesamt etwa 10.000 Streikenden fordern höhere Gehälter, bessere Arbeitsbedingungen sowie keine Strafen wegen ihrer Beteiligung an dem Ausstand. Seit Samstag wurden 3.500 Soldaten in den Bundesstaat entsandt. Am Sonntag traf in Salvador zusätzlich eine 40-köpfige Eliteeinheit der Polizei ein. Durch den seit Mittwoch andauernden Streik schnellte die Kriminalitätsrate nach oben: Nach Angaben der Behörden wurden seither insbesondere in Salvador und Umgebung mindestens 83 Morde verübt. Die Tourismusbranche fürchtete negative Auswirkungen auf den Fremdenverkehr. Zwei Wochen vor dem Karneval hätten bereits zehn Prozent der Touristen ihre Flug- und Hotelreservierungen storniert, sagte der Präsident der Vereinigung der Reisebüros von Bahia, Pedro Galvao, der Zeitung "O Globo". (APA)

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    Soldaten umstellen das Parlamentsgebäude von Salvador.

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    Ein streikender Polizist wurde von einem Gummigeschoß der Armeesoldaten im Gesicht getroffen.

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