Missverständnis um fehlende Honorarzahlungen für Lehrende

6. Februar 2012, 15:48
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Bericht von finanziellen Problemen - Gewerkschaftsvertreter der Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen: Verzögerungen wegen technischem Problem

Salzburg/Wien - Als Missverständnis bezeichnen Vertreter der Pädagogischen Hochschulen (PH) den Vorwurf, sie hätten ein Zahlungsproblem und ließen Lehrbeauftragte monatelang auf ihr Honorar warten. Wie ORF-Radio Salzburg am Montag berichtete, fehlten allein an der PH Salzburg 20.000 Euro für 340 Unterrichtsstunden; das für die Überweisung zuständige Unterrichtsministerium halte einige 100.000 Euro zurück. Gegenüber der APA winkt Wolfgang Weissengruber, Gewerkschaftsvertreter der PH-Lehrenden, allerdings ab. Es habe an den 14 PH aufgrund eines technischen Problems Verzögerungen bei Auszahlungen gegeben, von einem Budgetproblem könne aber keine Rede sein. "Die PH sind so gut gestellt wie noch lange nicht."

Auszahlung wird im Februar nachgeholt

Die Aufregung des Personalvertreters der PH Salzburg, Johann Brandstätter, darüber, dass Lehrbeauftragte seit Oktober auf ihr Geld warten, kann Weissengruber nicht nachvollziehen. "Lehrbeauftragte werden immer am Ende ihres Lehrauftrags bezahlt, das ist so üblich", so Weissengruber. Auch der Salzburger PH-Rektor Josef Sampl fühlt sich missverstanden. Die Abrechnung des Dezember-Bezugs in Höhe von 20.000 Euro sei zwar tatsächlich nicht im Jänner überwiesen worden, "wir haben die Lehrbeauftragten aber verständigt und nach Auskunft der Sachbearbeiterin wird das im Februar nachgeholt". Ein finanzielles Problem gebe es nicht.

"Lehraufträge werden grundsätzlich an den einzelnen Hochschulen oft erst am Ende des Semesters abgerechnet", so Sampl, "wir sind kundenfreundlich und rechnen das sogar öfter ab." Bei jenen Lehrbeauftragten, die das Geld dringend brauchen, springe die PH vorzeitig ein - aufgrund der Verzögerung im Jänner habe es nur einen einzigen solchen Fall gegeben, wo mit einem Vorschuss ausgeholfen wurde.

Keine Probleme in Wien und Vorarlberg

Auch Dagmar Hackl, Rektorin an der größten PH Österreichs, der PH Wien, spricht von einem "technischen Versehen", wonach die Eingabe der Honorarzahlungen im Jänner zu spät erfolgt ist. "Das ist bei der Verrechnung, nicht an der PH direkt passiert", so Hackl. Im Jänner eingereichte Honorare für Lehrbeauftragte und Mehrdienstleistungen der PH-Lehrenden können nun statt am 1. Februar erst am 1. März ausbezahlt werden. Das sei aber "ruhig abgelaufen", es gäbe keine weiteren Probleme. Ivo Brunner, Vorsitzender der PH-Rektorenkonferenz, sind erst gar keine Fälle bekannt. "Bei uns an der PH Vorarlberg gibt es 700 Lehrbeauftragte und derzeit keinen aktuellen Fall, wonach eine Bezahlung ausgeblieben ist", so Brunner. (APA)

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