Ärztekammer gegen kürzere Mediziner-Ausbildung

6. Februar 2012, 15:42
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Ärztekammer fürchtet Verschlechterung und Abwertung der Ausbildung - Dorner warnt vor "unsicheren Ärzten"

Wien - Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verkürzung der Mindeststudiendauer der Mediziner-Ausbildung von derzeit sechs auf fünf Jahre bei gleichbleibender Stundenzahl stößt bei der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) auf Ablehnung. Diese fürchtet eine Verschlechterung und Abwertung der medizinischen Ausbildung, heißt es in einer Aussendung der ÖÄK vom Montag.

Dorner befürchtet Behandlungsfehler

Das Studium der Humanmedizin sei bereits von einem Doktorat auf ein Magisterstudium "zusammengestutzt" worden, betonte ÖÄK-Präsident Walter Dorner. "Wenn wir nun weiter an der theoretischen Ausbildung sparen, haben wir am Ende unsichere Ärzte", warnt Dorner. Das bedeute mehr Behandlungsfehler und - wegen der aufgrund von Unsicherheit für eine Diagnose nötigen Zusatzuntersuchungen - auch zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem.

Vorschlag "realitätsfern"

Für den Sprecher der Primarärzte in der ÖÄK, Robert Hawliczek, ist es "realitätsfern", zu glauben, eine so komplexe und rasant wachsende Materie wie Medizin könne im "Schnelldurchgang" gelehrt werden. Schon jetzt würden zunehmend praktische Tätigkeiten ins Studium verlagert, obwohl diese in der Fachausbildung problemlos und den aktuellen Erfordernissen angepasst vermittelt werden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Ausbildung anderer Gesundheitsberufe akademisiert und verlängert werden solle, aber angehende Mediziner mit immer weniger Ausbildung auf ihre Aufgaben vorbereitet werden sollen, kritisierte Hawliczek. (APA)

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