Private Pensionsvorsorge

Kosten drücken auf Erträge

6. Februar 2012, 15:39

Die Renditen für eine private Pensionsversicherung sind laut einer AK-Studie mickrig oder können sogar zum Minus-Geschäft werden

Wien - Die Renditen für eine private Pensionsversicherung sind karg oder können sogar zum Minus-Geschäft werden, hat die Arbeiterkammer (AK) in einer Studie ermittelt. Denn der Garantiezinssatz liege nur mehr bei zwei Prozent und werde meist von den Kosten aufgefressen. Auch seien die Beratungsgespräche mangelhaft. Die AK verlangt klarere Informationen beim Abschluss von privaten Pensionsversicherungen und anderen kapitalbildenden Lebensversicherungen sowie einen "verpflichtenden Beipackzettel" mit den Kernpunkten des Vertrags und Kostenangaben.

Die Garantiepension ist die vertraglich garantierte Pensionszahlung, weiters wird von den Versicherern noch eine prognostizierte Pension inklusive Gewinnbeteiligung angegeben. Diese falle zwar höher aus als die Garantiepension, sei aber unverbindlich, warnt die AK am Montag in einer Aussendung.

Monatliche Zahlung

In den getesteten privaten Pensionsversicherungen, die eine Sonderform der Lebensversicherung darstellen, erfolgt die Leistung als monatliche Pensionszahlung. Zwei Modelle wurden bei sieben privaten Pensionsversicherern berechnet: Eine Frau (Jahrgang 1981) und ein Mann (Jahrgang 1976) zahlen 30 Jahre lang eine monatliche Prämie von 100 Euro ein und erhalten danach eine lebenslange Pension vom Versicherer. Angenommen wurde eine statistische Lebenserwartung von 84 Jahren für die Frau und 79 Jahren für den Mann.

Laut AK-Studie sind die Renditen, also die Effektivverzinsung der getesteten Produkte äußerst bescheiden. Die 30-jährige Frau erhält eine garantierte Rendite (ohne Gewinnbeteiligung) von 0,1 bis 0,3 Prozent je nach Versicherer. Der 35-Jährige steigt sogar mit einem Minus aus: Seine Rendite beträgt minus 1,2 bis minus 1,6 Prozent - das heißt, die Pensionsauszahlungen sind geringer als die Summe der einbezahlten Prämien.

Mickrige Renditen

"Ein maßgeblicher Grund für die mickrigen Renditen sind auch die Kosten, die auf die Erträge drücken", sagt AK-Konsumentenschützer Christian Prantner. "Es gibt zwar einen Garantiezinssatz von zwei Prozent auf den Sparanteil. Aber er wird von den Kosten zur Gänze geschluckt. So sind von 100 Euro Prämie pro Monat vier Prozent Versicherungssteuer abzuziehen, ein Unterjährigkeitszuschlag (vier Prozent), die Stückkosten (vier Prozent), einmalige Abschlusskosten (14,1 Prozent) und laufende Abschlusskosten (2,12 Prozent) sowie Verwaltungskosten (1,21 Prozent). Das bedeutet, dass in den ersten fünf Jahren nur 70,27 Euro verzinslich (Sparanteil) angelegt werden.

Die AK ortet auch Schwächen bei den Beratungsgesprächen: So wurden generell keine präzisen Bedarfserhebungen durchgeführt. Die Berater fragten nur einmal von sich aus, ob es bereits Lebensversicherungs- oder Vorsorgeprodukte gibt. "Die Angebote sind nach wie vor nicht transparent", kritisiert Prantner. "Vor allem die Kosten bei Vertragsabschluss sind nicht verständlich dargestellt. Marketing-Begriffe dominieren, während klare Erfolgskennzahlen, etwa die Rendite, fehlen."

Verpflichtender Beipackzettel

Die AK fordert vor Vertragsabschluss einen verpflichtenden "Beipackzettel" (Produktbezeichnung, Laufzeit, Prämienhöhe und Möglichkeiten der Indexierung, vertraglich fixierte Pensionen, Nebenspesen wie Unterjährigkeitszuschlag, Kosten, Möglichkeiten der Vertragsänderung). Damit können die Konsumenten die Angebote besser vergleichen. Zweitens muss die Beratung vor Abschluss und während der Laufzeit sorgfältiger sein, was auch ein faires Provisions- und Vergütungssystem für Vermittler erforderlich macht. Drittens muss die Finanzmarktaufsicht die Info-Mindeststandards für die Verbraucher konsumentenfreundlicher ausgestalten, insbesondere die verpflichtende Angabe eines Effektivzinssatzes.

Jeder Neuabschluss einer privaten Altersvorsorge sollte daher gut überlegt werden - denn die Vertragsbindung ist lange. Wer vorzeitig aussteigen will, muss mit hohen Kosten rechnen. Ausdrücklich warnt die AK vor dem Austausch eines Vorsorgeprodukts gegen ein anderes - das komme einer Geldvernichtung gleich. Indexklauseln führen zwar zu einer Wertanpassung der Versicherungsleistung, aber auch die Prämie steigt. (APA)

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23 Postings
ND1
00
17.2.2012, 11:40
in kurze Worte gefasst

garantiert dieses Produkt nur ein Überleben der Pensionskassen - ist ja bei den Abfertigungskassen genau so, die Kosten sind höher als die Renditen ...

DirtyHarry
02

"Die AK fordert vor Vertragsabschluss einen verpflichtenden "Beipackzettel""

Die AK sollte klar aussprechen, dass das Pensions/Lebensversicherungs-Business ein Betrug ist.

J. F.
00
ausserdem sollte man...

...den Verkäufern dieser Vorsorgen die Modellrechnungen bis ins Jahr 2050 und mit einer "durchschnittlichen Rendite" von 10% pro Jahr sowas von um die Ohren Schlagen....aber das macht keiner, weil 2050 auf einmal eine galaktische Summe steht die jedem Sternchen in die Augen zaubert ... oder sollte ich sagen die "Gier"... ;)

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
01
"... von den Kosten aufgefressen"

Ich habe schon damals gesagt, dass ich niemals mein Geld so langfristig dem Staat bzw. den Banken anvertrauen würde. Ich wurde für meine "Unvernunft" gerügt, und wie wichtig das "3.Standbein" für die Pension wäre. Ausserdem war Hausse an der Börse, und alle glaubten an die wundersame Geldvermehrung. Ganz zu schweigen von der "tollen" staatlichen Förderung...
Jetzt bricht der grosse Katzenjammer aus, die Börsen sind und bleiben im Keller, und nach Abzug des fürstlichen Salärs der Verwalter unseres Geldes bleibt plötzlich nichts mehr über. Nun wird klar, wer wirklich daran verdient. Und das sind jedenfalls sicher nicht die Pensionisten!

Der elegante Herr von nebenan
 
00

War bei mir genauso - was hat man mich doch ausgelacht

Prof. h.c. Doleg Stinida
00
Das grosse Kostendrücken

Mir war das Ganze auch suspekt, zumal im "Kleingedrucken" stand, dass per Gesetz 40% an de Börse veranlagt werden MÜSSEN! Zocken kann ich auch selber, dachte ich mir. Aber Viele fielen auf die 9.5% staatlichen Zuschuss herein, mit dem kräftig gewachelt wurde.
Damals war ich unsicher und glaubte, etwas zu verpassen, doch heute erfüllt es mich mit einer gewissen Genugtuung, zu sehen, dass ich doch recht hatte, und das Geld auf dem Pimperl-Eckzinssparbüchl von der Jetti-Tant' besser aufgehoben war! :)))

Cbrando
00

Gut, dass die AK zeigt, was von den vollmundigen Werbeversprechen zu halten ist. Die Kosten fallen nämlich immer unter den Tisch, geredet wird nur von "Garantie" und "Sicherheit". Dass unterm Strichn nix rausschaut, erzählen die Finanzberater nicht so gerne.

Nutze den Tag
00
Private Pensionsvorsorge = privates Risiko PUNKT!

Private Pensionsvorsorgen sollten sogar hoch besteuert werden, denn sie entziehen dem realen Markt Kaufkraft, dem Staat Steuern.

Chri_Kn
05
und der Staat fördert sowas auch noch

Das Schlimmste ist ja dass diese und andere Vorsorge Produkte oft nur den "Gewinn" bringen den der Staat durch Steuerbegünstigungen zuschießt.

Danke lieber Staat dass du den Versicherungen mit unserem Steuergeld da ein wenig unter die Arme greifst.

Noch schlimmer ist ja die Situation bei der Abfertigung Neu. Man muss schon eine sehr gelassene Person sein um bei den jährlichen Infomails keinen Anfall zu bekommen. Effektiv wirds jährlich weniger denn alle Erträge werden von den Kosten aufgefressen, da bleibt nichts mehr um die Inflation auszugleichen. Am Girokonto bekommt man in der Regel mehr.
Gut für die Kassen dass wir gar keine Wahl haben.

NicoPelikan
01
Ueberrascht ? - "Mehr privat, weniger Staat"

Warum soll nur an der Buwog verdient werden ?

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
Dieses Thema

mit einem faden Bild und einer nichtssagenden Überschrift möglichst am Rand wo keiner hinschaut platzieren

zwecks möglichst geringer Vergrämung der Anzeigekunden^^

r.bf
01
Ach nicht doch! Schüssels genialer 3.Säulenschwindel!

r.bf
00

war ja doch nichts anderes als ein vorgezogenes Bankenstützungsprogramm! Auch auf Steuerzahlers Kosten! Kein Wunder, dass wir in Schulden ersticken!

angelo6
00
so wie die Pensionskassen - die 2. Säule der österreichischen Altersvorsorge

Dort gabs in den letzten 10 Jahren kaufkraftbereinigt eine Minus-Performance. Deshalb Volksbegehren www.stoppdempensionskassenflop.at

wg 1980
00
Hatte 3 von diesen "Fairsicherungen"!

Beide mit deutlichem Verlust gekündigt. Hätt ich länger gezahlt, hätten sie sich für die Abzocke eine neue Ausrede einfallen lassen.
NIE WIEDER PRIVATVORSORGE auf diese Art und Weise!
Da lob ich mir jedes Pipifax-Sparbuch, denn da kriegst zumindest das, was du eingezahlt hast!

Frodo_1210
00
15.2.2012, 12:02
Pipifax-Sparbuch und die Inflation

Hier scheinen einige zu vergessen, dass wir so um die 3% Inflation haben.
Wenn ich die (und die KEST) von den Sparbuchzinsen abziehe, bin ich im Minus.
Also soviel zu: da bekomm' ich wenigstens das, was ich eingelegt habe".

Pierre d´Aubusson
02
Ich kanns nur immer wieder psoten:

Volker Pispers,"bis neulich"
Ist zwar 2 Jahre alt, aber auch in diesem Punkt topaktuell.

"6,25%, mit Sternchen"
Ja, und das * sagt: 2% sind garantiert - und mehr wirds dann nicht...
Da geht sie hin, die Riester-Rente...

badlwand
02
das war wohl von anfang an klar,

dass damit noch mehr geld in den finanzmoloch gepumt werden sollte.

das kurze zeitfenster steigender rendieten (bis 2000) wurde von lobbyisten gut genutzt, und die sg. dritte Säule als teil der pension einzuziehen.

das nächste sind die staaten, bzw staatsschulden.

die zuflüsse müssen stetig steigen, sonst bricht das system zusammen, und das wird sehr bald sein.

J. F.
04
Alles Verbrecher...

Was glauben denn die Menschen woher das Geld kommt, wenn der gute jahrelang "treue" Finanzberater mit einem Audi S5 oder ähnlichem vorfährt? Damals hatte mein Vater eine Kapitallebensversicherung für mich abgeschlossen und wollte diese schlussendlich stolz an mich übergeben. 3 Stunden Excelrechnerei hat mich es gekostet die Gebührenstrukturen zu durchschauen!!!! Fazit: Katastrophe! Die Gebühren (zu 90% IRGENDWO in den AGBs versteckt - hier mal ein %, da mal 0,3%, dort 0,5%...) fressen mehr als das Geld "erarbeitet" (by the way: Geld arbeitet übrigens nicht...)
Wer einem Finanzberater heute noch traut ist selber Schuld...
Das Geld in einen Fonds packen kann man auch selber.Depot auf machen - ETF Fonds kaufen - fertig...

Bertel Mann
00
Ein Hoch auf das Kapitaldeckungsverfahren!

Selbstberständlich muss hier der Staat endlich die Förderungen erhöhen...

lessismore
11

Nein, nein. Das ist doch nur ein Versuch linkslinker Miesmacher, eine der großen sozialen Errungenschaften der Regierung Schüssel schlechtzureden: Die Teilhabe weiter Kreise an der ungeheuren Wertschöpfung des Finanzkapitalismus. -- Wie die Geschichte eindeutig belegt, kann das mit den Erträgen schon in fünfzig Jahren völlig anders ausschauen!

r.bf
00
Des meinen's aber jetzt nicht ernst, das mit der großen sozialen Errungenschaft vom Schüssel?

Diejenigen, die sich eine Zusatzpension nicht so ohne weiteres leisten können, dürfen auch heute noch mit ihrem Steuergeld zur Förderung der Pensionen derjenigen beitragen, die sichs leisten können. Sehr sozial.
Bitte angesichts des Sparpaketes diese Förderungen sofort abschaffen!

Pierre d´Aubusson
00

Genau, wir fordern dieselbe Vertragstreue, die der Staat per Haftungszusagen den Banken angedeihen läßt. Und uns gegenüber hat man ja nicht zuletzt mit der vollständigen Geltendmachung als Abschreibposten geworben. Und jetzt will ich, daß auch uns gegenüber Wort gehalten wird!

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