CO2-Abgabe könnte auch Artensterben eindämmen

6. Februar 2012, 18:43
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    foto: apa/epa

    Emissionen aus Entwaldung mit Gebühren zu belegen, würde das Artensterben deutlich reduzieren, so eine IIASA-Studie.

Studie: Eine Reduzierung der Waldrodungen hätte positive Auswirkungen - CO2-Gebühr als wichtigstes Instrument

Wien - Die Abholzung der Wälder ist weltweit der zweitgrößte Beitrag der Menschheit zum Klimawandel. Beim Artensterben trifft sie gar die Hauptschuld, weil viele Waldbewohner dadurch ihren Lebensraum verlieren. Würde man die Rodungen reduzieren, um die Emission des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zu verringern und den Klimawandel aufzuhalten, könnte man auch das Artensterben in den betroffenen Gebieten abschwächen oder fast komplett zum Stillstand bringen. Dies zeigte eine Untersuchung mit Beteiligung von Wissenschaftern des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg.

Das wichtigste Instrument dafür wäre eine Gebühr für den CO2-Ausstoß, so die Forscher, die ihre Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Nature Climate Change" veröffentlichten. "Bei der Weiterführung der heutigen Entwaldungsraten verschwinden pro Jahr weltweit etwa zwölf bis dreizehn Millionen Hektar Wald", so der an der Studie beteiligte Michael Obersteiner vom IIASA im Gespräch.

Berechnetes Artensterben

In diesem Szenario, das die Forscher "business as usual" nennen und bei dem der Ausstoß von CO2 gebührenfrei ist, wird nach ihren Berechnungsmodellen von etwa 4.500 Säugetier- und Amphibienarten, die auf den Wald angewiesen sind, jede vierte bis zehnte bis zum Jahr 2100 aussterben. Von allen Pflanzen und Wirbeltieren dieser Wälder würde 2100 knapp ein Viertel verschwunden sein. Das sind mehr als 36.000 Arten.

Die Forscher berechneten nun, wie es sich auf die Wälder und die darin beheimateten Arten auswirken würde, wenn der Ausstoß von CO2 mit einer Gebühr belegt wäre. "Wir simulierten eine Welt, in der es für alle Wälder einen 'Carbonpreis' gibt. Dann berechneten wir, wie viel Entwaldung dadurch vermieden würde", so Obersteiner. Bei einem Preis von 25 US-Dollar (19 Euro) für eine Tonne CO2 würden neun von zehn Arten überleben, die im "business as usual"-Szenario aussterben würden. "Auch bei zehn Dollar pro Tonne passiert schon viel", so Obersteiner. Selbst ein Preis von sieben Dollar pro Tonne CO2 würde die Hälfte aller betroffenen Arten retten.

Preise je nach Region

Nicht alle Wälder beherbergen gleich viele Arten, besonders betroffen sind etwa das westliche Amazonasbecken, Südostasien oder das Kongobecken. Daher müsste man in den verschiedenen Ländern individuelle Studien durchführen und die optimale Politik für gewisse Biodiversitäts- und Emissionsziele entwickeln, so Obersteiner. Für Neuguinea etwa sagen die Modelle voraus, dass ein CO2-Preis von 10 Dollar pro Tonne 90 Prozent der gefährdeten Wälder und etwa ebenso viele Arten im Vergleich zum Nulltarif retten würde. In Indo-Birma bräuchte man für den gleichen Effekt ein Entgelt von über 25 Dollar.

Das sogenannte REDD-Modell ("Reducing Emissions from Deforestation and Degradation", übersetzt: "Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung") berücksichtigt die Funktion der Wälder als Kohlenstoffspeicher. Es wurde unter anderem im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Cancun (2010) diskutiert. "Emissionen aus Entwaldung sind in vielen Ländern wie Brasilien, Indonesien und im Kongo der größte Faktor der Emissionen. Das REDD-Programm wäre der erste Schritt, die Entwicklungs- und Schwellenländer für eine Post-Kioto-Verpflichtung ins Boot zu holen", erklärte Obersteiner. (APA)

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Zuckerlilly Zuckerlilly
02
10.2.2012, 10:21
Also noch einmal, mit kleiner Korrektur, das Vorgehen um den brasilianischen Regenwld und Schweinefarmen:

Regenwald wird abgeholzt, Mais/Soja angebaut, die Böden laugen aus, Schweine/Rinderfarmen werden angelegt und Biogasanlagen errichtet, für die CDMs ausgegeben werden und diese von Konzernen angekauft. Shell hat(te) über ein Drittel seiner CDMs aus Mexiko, dtsch. Konzerne bedienten sich in Brasilien. Österreich greift auf Thailand zu, andere Länder auf Indien oder China.

http://www.unapcaem.org/publicati... Biogas.PDF

"...Biogas projects in Brazil and Chile already apply CDM"

Shell/Mexiko:

"Auffällig sind die 34 % bei Shell. Diese
Zertifikate stammen aus der Methanvermeidung in mexikanischen Schweinefarmen."

http://www.oeko.de/oekodoc/1... 145-de.pdf

Zuckerlilly Zuckerlilly
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Hat nicht einer unserer eifrigsten Klimawahabiten hier (der mit den vielen Nullen im Nick) behauptet, es habe nie eine Aussage darüber gegeben, richtige Winter gehören der Vergangenheit an?

Hehe....hier ein Artikel aus dem Jahr 2000:

"In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: "Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben", sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie."

http://www.spiegel.de/wissensch... 56,00.html

Zuckerlilly Zuckerlilly
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Biosprit der 2. Generation: ein Desaster für die Ärmsten der Armen in Afrika

UK firm's failed biofuel dream wrecks lives of Tanzania villagers

http://www.guardian.co.uk/environme... l-betrayal

fluffer
00

zur ueberschrift: ja, es daemmt das sterben der kapitalisten ein!

zum artikel: den muss ich erst lesen ;)

fluffer
00

... nun zum artikel: werbeeinschaltung!

PEACETIME
04
Genau: wenn man Geld bezahlt, dann ändert sich das Klima nicht.

Man sollte einfach aufhören die Wälder abzuroden und niederzufackeln, und zwar per Gesetz. Zahlungen werden da nichts ändern, denn dann wird einfach das Endprodukt ( Holzverarbeitetes zB ) teurer.

Abgesehen davon, dass es wesentlich fürs Klima wichtigere Dinge wie Co2 gibt, aber mit nichts davon lässt sich so unheimlich viel "Kohle" machen wie mit CO2.
Ich wünsche mir, dass man aufhört die Leute für dumm zu verkaufen.

Zuckerlilly Zuckerlilly
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Noch einmal zu dem von mir weiter unten geposteten Link über "Biosprit aus Palmöl, die Grünen und die Folgen"

http://www.youtube.com/watch?v=q... e=youtu.be

Gegen Ende wird auch die "Wunderpflanze" Jatropha und ihre Folgen angesprochen, aber offenbar ist alles viel schlimmer als gedacht

"It appears to be an extreme case of a well intentioned top down climate mitigation approach, undertaken without adequate preparation and ignoring conflict of interest, and adopted in good faith by other countries, gone awry bringing misery to millions of poorest people across the world."

http://pubs.acs.org/doi/full/... /es201943v

Zuckerlilly Zuckerlilly
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Diese CO2-Abgaben sind nicht als Umverteilung von Vermögen und Arbeitsplätzen von den Industriestaaten in die "developing countries".

Während hierzulande Arbeitsplätze und Energieversorgung gefährdet und massiv verteuert werden, fließen Dutzende, wenn nicht Hunderte Millionen von US$ in die Taschen der indischen Großkonzerne wie Tata oder Adani, die von den VN genau jene credits für den Bau von Kohlkraftwerken geschenkt bekommen, für die unsere Wirtschaft (und damit der Kosument) hier teuer bezahlen muß.

Das ist nur ein Beispiel von mehreren (auch ein Kohlkraftwerk in China wird gesponsert)

http://www.projectsinfo.in/News.aspx... RRATT7rA==

aleph null
94
"CO2-Abgabe könnte auch Artensterben eindämmen"

Damit könnte der Standard einmal recht haben, wenn auch auf eine unfreiwillige Art und Weise.

Es ist ein bekanntes Faktum, dass Pflanzen CO2 zur Photosynthese benötigen und nicht von ungefähr werden Glashäuser mit CO2 beschickt. CO2 ist Pflanzennahrung und wenn man eben viel CO2 abgibt(also die CO2-Abgabe erhöht), dann wachsen Pflanzen eben besser. Dass das dem Artensterben entgegenwirkt, erscheint unmittelbar verständlich.

Zuckerlilly Zuckerlilly
42
Viele, viele smileys :-)

Auf der Website der Grünen war 2011 zu lesen "der CO2-Ausstoß in Österreich müsse bis 2030 auf 0 (Null) reduziert werden". Es dauerte Monate bis das sprachlich so geändert wurde, dass der Eindruck, Österreich solle in ein absolut lebensfeindliches, Menschen-Tier-u. Pflanzen-freies Gebiet verwandelt werden, verschwand.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
31
Hallo alte Freundin!

das sieht diesen Dolmen wieder einmal ähnlich...

Zuckerlilly Zuckerlilly
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Hi, long time no see :-)

Zuckerlilly Zuckerlilly
42
Also schauen wir uns einmal an wie dieser Zirkus in Brasilien funktioniert:

Regenwald wird abgeholzt um Soja oder Mais anzubauen. Nach kurzer Zeit sind die Böden ausgelaugt, Düngung rentiert nicht und das Land wird Grasland auf dem Schweine gezüchtet werden (Brasilien wurde innerhalb kürzester Zeit zum 3. größten Schweinefleischexpoteur). Weil das nun "Bio"-Schweinefarmen sind (oft im Besitz von Energiekonzernen) vergeben die VN dafür Emissionszertifikate, die an den Börsen gehandelt werden können. Weil aber nun der Boden für Mais und Soja fehlt, beginnt alles von vorne: Regenwald wird abgeholzt....
Ähnliches passiert in Indonesie und Malaysia mit Ölpalmenmonokulturen, nur die Schweinezucht fehlt am Ende.
Btw.: bis 2020 muß D 50% seines Biodiesel/Ethanolbedarfes einführen weil in D die Flächen fehlen.

Alex79
43

Also Biosprit der ersten Generation (Palmoel etc) sollte wirklich eingestellt werden.

Alles andere was Sie da schreiben ist der uebliche Schwachsinn. Die Abholzung des Amazonas Regenwalds ist mittlerweile uebrigens stark gesunken, mitunter auch deswegen weil Brasilien seine CO2 Emissionen reduzieren will: http://bmcdb.wordpress.com/2011/12/0... -time-low/

Da sehen Sie mal: Massnahmen gegen Klimawandel haben viele Vorteile.

aleph null
74
Auch Biosprit der 2. Generation sollte eingestellt werden.

Und zwar deswegen, weil die dafür notwendigen Anbauflächen einfach nicht vorhanden sind. Wollte man den gesamten Spritverbrauch agrarisch erzeugen, so bräuchte man dafür ALLE Anbauflächen der Erde, vielleicht sogar noch mehr.

Das ist eine typische Sackgassentechnologie, die uns ein paar Supergrüne eingebrockt haben.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
10
Wenn man die Biospriterzeugung auf

Abfälle beschränkert, wäre die Sache ja in Ordnung. Zellulose läßt sich halt nicht so leicht aufspalten, ein bissl Biogas geht halt her. Aber das ist kaum kostendeckend, geschweige denn gewinnbringend. Siehe das konkursreife Güssing.

Zuckerlilly Zuckerlilly
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Alex79
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Nur mal so ne Frage: was waren denn das fuer "Supergruene" die uns das eingebrockt haben. Koennen Sie uns das verraten?

Dass man Dieselmotoren auch mit Pflanzenoel fahren kann hat schon Rudolf Diesel gewusst. Und in Brasilien hat die Regierung schon Mitte der 70er Beimischung von Biosprit verordnet. Waren das etwa die "Supergruenen"?

In den USA gibt es schon gar keine "Supergruenen", da war es am Schluss die maechtige Mais Lobby, die das bei der Regierung durchgesetzt hat. Die muessen ja auch irgendwie ihre unglaublichen Subventionen rechtfertigen.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
32
Die europäische Politik der letzten 20 Jahre

ist wohl an Dir vorbeigezogen, als Du im Dornröschenschlaf lagst?

Alex79
11

Ach waren denn da ueberall in Europa die Gruenen in der Regierung?

Da muss ich echt was verschlafen haben, weil ausser Rot-Gruen zwischen 1998 und 2005 ist mir da eigentlich nix bekannt.

Zuckerlilly Zuckerlilly
10
Schauen Sie sich mein oben verlinktes Video an und Sie werden wissen wovon der Poster "Dr. Lari und Mr. Fari" schreibt.

http://www.youtube.com/watch?v=q... e=youtu.be

Dr. Lari and Mr. Fari
 
10
Und Wahrnehmungsstörungen hast auch.

Erstens waren die Grünen in D einige Jahre lang in der Regierung, also einem sbesonders bestimmenden Land für europäische Politik, zweitens ging es nicht um Regierungsbeschlüsse, sondern um grüne Positionen an sich, und die werden ja wohl auch veröffentlicht, wenn die Partei nicht an der Regierung ist.

Zuckerlilly Zuckerlilly
63
Naja, 2005 haben die Grünen in D noch die flächendeckende Einführung von Zapfsäulen für Biodiesel/Ethanol gefordert, 2011 wollen sie nichts mehr davon wissen und fordern das Gegenteil.

http://tinyurl.com/7qhgrpm

http://tinyurl.com/7pbpfk5

Was nun die Steuervergünstigungen für Ethanol in den USA betrifft, so sind diese mit 31.12.2011 ausgelaufen. Die gesetzliche Verpflichtung Ethanol beizumischen bleibt allerdings bestehen und ist der Amok laufenden Umweltbehörde EPA zu verdanken, die erst verlangte dem Sprit müsse als Additiv MTBE zugefügt werden, was angeblich zu Grundwasserverschmutzungen führte, worauf dieses dann per Gesetz durch Ethanol ersetzt wurde.
Übrigens lief schon das Ford Modell T mit sowohl herkömmlichem Sprit als auch Ethanol bzw. einem Gemisch aus beiden. Dieser E10-Wahn muß ein Ende haben, er zerstört massiv die Umwelt und bringt Not und Armut über die Menschen.

1000undeine8
24

sie haben weiter unten schon nur schrott zum handel mit emissionsrechten abgesondert und tun es nun schon wieder.

brasilien ist kein annex-B-staat des kyoto-protokolls. es hat keine konkreten reduktions-ziele, es braucht keine emissions-zertifikate zu kaufen und es kann auch keine verkaufen.

die einzige möglichkeit bestünde darin, dass ein industrie-staat (ein annex-B-staat mit reduktions-verpflichtung) als investor über den 'Clean Development Mechanism' in brasilien in eine maßnahme zur emissions-reduktion investiert. mit rodungen hätte so ein projekt aber keine chance auf genehmigung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mech... ntwicklung

Zuckerlilly Zuckerlilly
41
Wo habe ich etwas darüber geschrieben, dass Brasilien Zertifikate vergibt oder dass sich Brasilien zu irgendwelchen Zielen verpflichtet hätte?

Wo? Genau nirgends nämlich.

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