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vergrößern 800x531An der spanischen Steilküste die Straße entlang, kurz nach Barcelona.
vergrößern 800x531Über Stock und Stein, ganz nah am Wasser zur nächsten Promenade
vergrößern 800x531Leere Hotelburgen, Apartments und Villen, so weit das Auge reicht.
vergrößern 800x531Kunstvolle Müllansammlung, fernab der Massenstrände der Badeorte.
Seit einigen Tagen sind wir nun wieder an der Mittelmeerküste unterwegs. Genauer, in der Nähe von Valencia, so ziemlich bei der Hälfte unserer spanischen Wegstrecke. Eigentlich führt hier der Europäische Fernwanderweg E10 von Finnland bis an unser Ziel nach Gibraltar, doch ist dieser hierzulande nur in der nordöstlichsten Region und weiter südlich ausreichend markiert. Wenn er nicht gerade über die höchsten Erhebungen oder sonstige große Umwege ging, folgten wir dem Weg durch Katalonien sogar hin und wieder.
Viel öfter aber marschierten wir bislang auf Strandpromenaden der unzähligen noblen Badeorte dahin. Und mag es in den beliebten Städten an der französischen Côte d'Azur oder der spanischen Costa Brava zur Sommerzeit noch so sehr umgehen, fanden wir sie in den letzten Monaten äußerst ruhig und menschenleer vor, was das Gehen für uns natürlich umso angenehmer gestaltete. Obwohl wir uns oftmals auch recht unwohl fühlten zwischen den leeren Hotelanlagen oder Campingplätzen mancher wie ausgestorben wirkender Geisterstadt.
Die Küste gibt den Weg vor
Dennoch treffen wir auch jetzt im Winter auf genügend Touristen aus Deutschland, England oder sonst wo her. Da müssen wir schon einige Kilometer ins Landesinnere flüchten, um das richtige Spanien und seine Menschen kennenzulernen. Im Gegensatz zu den Gegenden direkt am Meer sind dort die Städte, die Leute und vor allem die Preise anders. Leider können wir wenig mehr darüber berichten, weil auch wir nur Touristen sind und eher die schöne Küste bevorzugen. Zudem erübrigt sich am Meer sehr oft die mühsame Wegsuche, da es hier meist irgendwelche Pfade gibt und das Wasser deren eindeutige Wegmarkierung ist.
So kommt es dafür auch nicht selten vor, dass wir mit unseren schweren Rucksäcken kilometerweit auf Sandstränden dahinstapfen oder an felsigen Steilküsten entlangklettern müssen. Oft überlegen wir uns, die Strecke nach Gibraltar mitten durch Murcia und Andalusien abzukürzen, um mehr vom ungeschminkten Land zu sehen. Aber dann denken wir auch an unseren Fußmarsch durch Kanada, wo wir schon noch lange genug vom Meer getrennt sein werden.
Aus den Augen, aus dem Sinn
Dass Sauberkeit und ordentliche Abfallbeseitigung den Tourismusgebieten vorbehalten sind, merkt man spätestens dann, wenn man sich etwas außerhalb dieser bewegt. So wird man abseits der großen, schönen Sandstrände schnell an die vermeintliche Müllhalde Meer erinnert und kann an manchen Küsten von Turnschuhen bis Zimmermöbeln fast alles vorfinden, was leicht genug ist und nicht gleich untergeht. Nicht selten sind wir an Stränden vorbeigekommen, auf denen wir mehr angespültes Plastik als Treibholz erkennen konnten.
Noch schlimmer ist die Situation aber auf Bahngleisen, neben Autobahnen, Schnell- und Landstraßen. Viele Straßengräben sind so stark vermüllt, dass es uns meist schwerfällt, darin zu gehen, und wir gezwungen sind, den Fahrbahnrand zu nehmen. Neben Unmengen an Plastikflaschen, Fahrzeugteilen oder ganzen Müllsäcken versperren oft sogar Elektronikgeräte wie Mikrowellenöfen und Monitore den Weg. Es ist schon traurig, wie bedenkenlos Abfall, Verpackungen und ausgediente Geräte einfach irgendwo außer Sichtweite deponiert werden, ohne an die Auswirkungen denken oder Verantwortung übernehmen zu wollen.
Luxus-Touristen und Einfach-Reisende
Spanien als wohl beliebtestes Urlaubsland Europas zieht nicht nur Luxustouristen mit haufenweise Geld an seine Küste, sondern ist auch attraktiv für Einfach-Reisende wie uns bzw. für arme Leute aus Nachbarstaaten oder dem Landesinneren. So konnten wir in letzter Zeit einige interessante Bekanntschaften machen, die uns halfen, vieles besser zu verstehen und nachzuvollziehen. Zum Beispiel, wodurch Armut oder Obdachlosigkeit entsteht und warum ein Ausweg so schwer zu finden ist.
Aber auch, wie wichtig ein Ort ist, den man seine Heimat nennen kann und wo man immer willkommen ist. Uns wurde wieder bewusst, wie glücklich wir uns als Österreicher schätzen können, wunderten uns aber im gleichen Moment über die Unfairness, dass wir nur aufgrund unserer Nationalität in so vielen Dingen so stark übervorteilt werden.
Beispiele für Ungleichheit
Nicht wegen uns, die wir weit ausgebreitet am Boden des Flughafens knapp nach Nizza schliefen, erschien am Morgen die Polizei, sondern wegen eines dunkelhäutigen Jugendlichen, der brav auf der dafür vorgesehenen Bank die Nachtstunden abwartete. Der Bursche wurde sofort abgeführt und lange kontrolliert, für uns war die Abflughalle, die genau auf unserem Weg lag, ein problemloser Schlafplatz.
Ähnliches erlebten wir mehrere hundert Kilometer weiter auch am Bahnhof Portbou mit einem sympathischen Obdachlosen. Weiters haben wir einen Mann kennengelernt, der seit 20 Jahren unfreiwillig unterwegs ist, um einen Ort zu finden, wo er gebraucht wird, wo er bleiben darf und endlich seine Sachen aus den drei Gepäckstücken packen und ablegen kann. Kurzfristig Geld aufzutreiben ist nicht das Problem, sondern mit 60 Jahren und seiner osteuropäischen Herkunft Arbeit und Bleibe zu finden. Aufgrund seiner jahrelangen Suche spricht er mittlerweile perfekt Englisch, Deutsch, Dänisch, Italienisch und seine Muttersprache, die er wie auch sein genaues Herkunftsland nicht nennen wollte.
Arm ist, wer viel braucht
Einen weiteren Obdachlosen treffen wir seit Barcelona immer wieder in den größeren Küstenstädten bettelnd vor Supermärkten, weil auch er in Richtung Süden unterwegs ist. Im Unterschied zu uns reist der Franzose mit einen kleinen Hund und ganz ohne Geld. Und auch einer großen Menschengruppe, die sich ebenso ohne Geld von Polen aus zu einem Musikfestival nach Andalusien begibt, begegneten wir vor kurzem.
Was uns beim Austausch mit anderen Reisenden und Obdachlosen immer wieder bestätigt wird und uns auch in unserem eigenen Lebensstandard bestärkt: dass richtig arm nicht der ist, der wenig hat, sondern der, der viel braucht. (Rowin Höfer, Marvin Fritz, derStandard.at, 6.2.2012)
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Ich finde es toll was die beiden da so geschafft haben, ich denke statt bei einem Heer "Krieg" zu lernen sollten mehr junge Menschen Zeit und Gelegenheit erhalten andere Kulturen und Völker kennen und verstehen lernen, als Idee Friedenund Völkerverständigung in die Welt zu tragen. Alles Gute weiterhin.
...aber es wäre in höchstem Maße vernünftig (und schön), wenn junge Menschen die Kenntnis anderer Kulturen und Völker immer VOR einem Wehrdienst lernen könnten und würden. DAS wäre ein wirklich sinnvoller Ansatz. Denn leider können weder Sie noch ich allen Menschen die Waffen aus der Hand nehmen. Und wenn wir es könnten, würde am Tag darauf wohl wieder irgendein Unbelehrbarer einen entsprechend langen Nagel durch ein Tischbein treiben, und der hätte damit wieder eine Waffe in der Hand. Ich glaube wer wirklich Wehrdienst geleistet hat (und wer Soldat war/ist), sollte erkennen können wie schrecklich Krieg wirklich ist, und diesen vor allem anderen ablehnen, und ihn zu vermeiden versuchen...
...und ich fände es schön wenn junge Menschen beide Erfahrungen machen könnten. Denn im Ernstfall gehen erfahrungsgemäß die Grenzschranken ganz schnell zu! Siehe 30er Jahre... Ich bin froh, wenn auch nicht wirklich glücklich darüber, dass man mir beigebracht hat mit einer Schusswaffe bzw. militärischem Gerät umzugehen. Schon um mich meiner eigenen Haut zu erwehren... Oder glauben Sie die "Nichtgedienten" würden nicht über lang oder kurz eingezogen werden? Ohne Ausbildung oder eine Ahnung was sie erwartet? Nur um meine Haltung abzurunden; Ich würde mich jedenfalls schnell genug um eine Gelegenheit umsehen mich mit einem entsprechendem Vorrat an Erdäpfeln in irgendeinem Waldstück zu vergraben... :-) Auf jeden Fall: Nie wieder Krieg!!!
Ich war in den 80ern auch so durch Europa unterwegs, Italien, Yugoslawien, Spanien, Frankreich, Griechenland ohne Geld lernt man das Land, das Leben und die Leute ganz anders kennen und schätzen. Soooo Cool!!!
Ich muss gestehen, ich hatte noch meine Gitarre und ein wenig Werkzeug zum Schmuck machen und hin und wieder Sachen reparieren dabei ;-)
Solltet Ihr nahe Huelva kommen, schauts mal nach "Talos Molinos" rein - da gibt es eine kleine Künstlerkollonie, die sich sicher über Euren Besuch freuen!
Alles, alles Liebe und viel Glück!
Freu mich schon mehr von Euch zu lesen.
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