Protest in Oberösterreich gegen Abschiebung von zwei Familien

6. Februar 2012, 14:44

Kundgebung für Kosovaren in Attnang-Puchheim - Negativer Bescheid für Tschetschenen soll nochmals überprüft werden

Linz  - In Oberösterreich regt sich Protest gegen zwei drohende Abschiebungen. Für eine vierköpfige kosovarische Familie, die seit 2005 in Attnang-Puchheim (Bezirk Vöcklabruck) lebt, findet Montagabend eine Kundgebung statt. In Grein (Bezirk Perg) wiederum formiert sich Widerstand gegen die Abschiebung einer sechsköpfigen Familie, die 2004 aus Tschetschenien geflohen ist.

Geistliche haben sich Protest angeschlossen

Das Mauthausenkomitee Vöcklabruck hat zu der Protestveranstaltung im Bezirk, in dem auch die Familie Zogaj gelebt hat, aufgerufen. Die nunmehr betroffenen Kosovaren mit zwei Kindern im Alter von neun und elf Jahren hätten eine Wohnung in Attnang, so der Vorsitzende der Organisation, Frederik Schmidsberger. Der Vater besitze von mehreren Firmen eine schriftliche Einstellungszusage. "Trotzdem muss die Familie Österreich bis spätestens 11. Februar 2012 verlassen." Eltern von Mitschülern der beiden Kinder hätten bereits Unterschriften für ihren Verbleib gesammelt. Die Familie sei bestens integriert und spreche sehr gut Deutsch, erklärte das Mauthausenkomitee. Dem Protest haben sich auch mehrere Geistliche des Bezirks angeschlossen, berichtete Kathpress.

Arbeits- und Schulplatz

Auch die Kinder der tschetschenischen Familie im Alter von acht, zwölf, 14 und 17 Jahren besuchen die Schule. Beide Eltern hätten eine Zusage für einen Arbeitsplatz und einen Mietvertrag für eine Wohnung, erklärte der Fürsprecher der Familie, Herwig Strobl. Strobl setze sich seit Jahren für die Familie ein und habe jetzt ein Ansuchen an die Bezirkshauptmannschaft gestellt, den negativen Asylbescheid nochmals zu überprüfen, berichtete das ORF-Radio Oberösterreich. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 36
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wiesengarten
00
22.2.2012, 23:29

Die kosovarische Familie ist inzwischen "freiwillig" ausgereist, damit sie ehebaldigst mit Schülervisum für die Kinder und Arbeitsvisum für den Vater wieder einreisen kann.
Wäre sie abgeschoben worden, müsste die Familie 18 Monate außer Landes sein.
Wie schaut es jetzt aus? Im Kosovo kann man keine Visa beantragen, die Familie muss nach Skoplje fahren, nur dort nimmt die Botschaft Visaanträge entgegen. Ich kenne einige Fälle, wo sie das nicht getan hat, die Leute sind heute noch im Kosovo. Wozu diese sinnlosen Umwege? Ich bin auch für Gesetzestreue, aber dieses Fremdengesetz ist Schwachsinn und kostet Familien unnötiges Geld, reißt Kinder aus ihrer Schule, sie verlieren mindestestens ein Schuljahr, es ist unmenschlich.

Mara2
02

Ich halte diese Abschiebungen aus vielerlei Gründen für falsch, aber besonders schändlich ist, dass man dies a) im Winter mit Rekordtemperaturen macht - im Kosovo ist es bestimmt auch nicht allzu warm und ob sich die Familie so schnell um eine Wohnung mit Heizung etc. kümmern kann, ist wohl fraglich und b) schulpflichtigen Kinder sollte man doch wenigstens die chance geben, die jeweilige klasse abzuschliessen und nicht mitten im Schuljahr ihre Ausbildung unterbrechen. Die Vollzugsbeamten handeln hier wirklich ohne Herz und Hirn, aber wie gesagt, ich bin generell gegen Abschiebungen von integrierten Familien.

wiesengarten
42
Morgen wird ein Tschetschene abgeschoben,

der mit seiner Familie (3 Schwestern und Eltern) schon mehrmals nach Polen zurückgeschickt wurde. Er ist schwer traumatisiert, aber wenn ein Flugzeug voll werden muss, dann müssen halt alle rein, die man erwischen kann.
Und das mitten im Winter, mehr Menschenrechtsverachtung gibt es wohl kaum, wenn man weiß, wie die Temperaturen in Moskau derzeit sind, dass niemand dort auf ihn wartet und er keinerlei Hilfe bekommen wird.
Liebe Innenministerin, geben Sie den N**is und "Rechtsgläubigen" ihre täglichen Abschübe, auch denen in ihrer eigenen Partei, aber glauben Sie nicht, dass Sie damit Stimmen für die ÖVP zurückholen.

Ursula Salzwimmer1
33
Schön langsam denk ich mir,

daß nur abgewartet wird, daß die Situation im Land besser wird, sodaß man die Leute dann abschieben kann (nach 7,10,12 Jahren) - natürlich nur aus Sicht der Bürokraten. Während dieser Zeit dürfen sie nicht arbeiten und liefern damit das "Hassfutter" für die Abschieber.

Wobei: weder im Kosovo noch in Afghanistan oder Tschetschenien kann man von einer Verbesserung der Situation sprechen. Nur weil der/die Innenminister/in nicht von Kriegen, sondern von "bewaffneten Auseinandersetzungen" redet ...

Die Sache mit der Finanzierung eines Asylanten (die weiter unten angesprochen wurde) ist ja nur bedingt möglich, weil für den Einzelnen sehr teuer.

Daher ist der Staat (=sind wir alle als Gemeinschaft) zuständig.

HU
 
11
10.2.2012, 10:40
Mehrfach falsch..

die langen Zeiten kommen aus den Berufungen - und nach 6 Monaten dürfen Asylwerber arbeiten.

herr_gwehr
23

es geht bei einem asylansuchen nicht darum ob sie im kosovo gut/schlecht leben, sondern ob sie verfolgt werden. viele verwechseln schlechtere lebensbedingungen mit wirklichen asylgründen.

j.h.k.
00
was war an meinem posting so böse?

ich hab nur gefragt, ob auch alle, die jetzt protestieren, sich bewußt sind, dass das so weiter geht, wenn schlögls und mizzis parteien weiter stimmen bekommen.
geliebter zensor- sehen sie das anders? oder ist es ehrenrührig, einen zusammenhang zwischen den grauslichkeiten der letzten jahrzehnte und den handelnden personen zu sehen?

mit riesenschritten zur NWO aka ganzsichernicht
 
45
.ein derartiges trauerspiel nur um zu zeigen "legts euch ned mit väterchen staat an, egal ob legal oder illegal"

für jede inhumane abschiebung mache ich persönlich die öhpfaubeh- fetzenschädln verantwortlich!!! zuständigkeit hin od her. die ministerin weiß sehr wohl IMMER über JEDEN fall, der zur abschiebung ansteht, bescheid! man fischt in den dunkelbraunsten, bin versucht zu sagen in der rechten gülle, nach wählerstimmen! pfui & und shame on you, öhfaubeh!!! wissen die überhaupt noch wie man "sozial" schreibt? bei der schulbildung (falls überhaupt eine höhere schule besucht wurde) einiger mitglieder der kerzerlabschleckerfraktion, eher nein.

der teufel trägt prada...

Hellcat
03

Bei 14.000 Asylanträgen pro Jahr und der extrem harten Abschiebepolitik Österreichs...
Wie viele Abschiebungen gibts denn da täglich?

wiesengarten
12
zu viele

Jetzt jemanden nach Moskau abzuschieben ist eine Menschenrechtsverletzung per se, aber morgen geht ein Flugzeug, das um 17.25 in Moskau landen wird. Selbst in Sommerferien ist es schwer zu dieser Zeit noch ein Quartier zu finden, wenn man freiwillig in ein anderes Land fährt.
Ein schwer traumatisierter Flüchtling wird nach Moskau abgeschoben, wo er niemanden kennt und niemand ihm helfen kann. Einzig um ein Exempel zu statuieren.

Keyser
74
Patenschaften

Die ganze Bewegung - die sich organisiert gegen Abschiebung und für den Verbleib von allen stellt, ist genau so verlogen - wie gut organisiert. Denn immer wartet schon der nächste Fall, wenn die einen doch abgeschoben werden, kann man ja für die nächsten "Freunde" schon kämpfen. Und dann sind plötzlich Österreich-weit Nachbarn da, die sich der Sache in den Weg stellen.

Aber helfen will scheinbar niemand. Wie vielen Menschen haben Sie eine Patenschaft gegeben, damit sie hier bleiben können? 0? Wie viele andere haben das getan, die sich gerne zu Protesten einfinden, um die angeblich so gewollten Menschen hier behalten zu können? 0? Warum nicht? Risiko zu groß? Weil es bei der eigenen Brieftasche aufhört?

Roky Erickson
03
Patenschaft unnötig

Diese Familie kann sich selbst erhalten, wenn man ihnen eine Arbeitserlaubnis gibt.

HU
 
11
10.2.2012, 10:41
Naja sie kann sich nicht erhalten

weil sie natürlich auch wenn sie Löhne kriegen aus dem Sozialtopf unterstützt werden. (In der Regel)

Pierre d´Aubusson
41
Und wozu

gibts jetzt Gesetze?

notorischerzweifler
 
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Rassengesetze?

nursohalt
01
Auslegungssache !!!

tignosa
22
wann und wo ist die Kundgebung in Attnang?

möchte gerne hingehen!

Der Zaungast
212
und die Polizei gibt schon mal Vollvisierhelme und Gesichtsmasken aus...

...damit sich die armen Polizisten, die diese unmenschliche Abschiebung vollziehen müssen, nicht wieder zu Tode grämen oder, horribile dictu, klagen müssen...

Herrschaftszeiten nochamal, wieso ist das alles notwendig? Österreich hat wahrhaft dringlichere Sorgen.

sobieski 28
57

mit solchen Aktionen kann man die Rechtsgläubigen und Hasser bei Laune halten.

Wenn in einem 400-Seelen-Dorf nur 100 Leute eine Petition fürs Hierbleiben unterschreiben, wird gesagt,das ist zu wenig, das interessiert den Asylrichter nicht.
Arbeitsplatzzusagen, guter Schulerfolg, alles egal.
Jede Woche eine Abschiebung und der kleine oder große Asylantenhasser hat seine Freude.

Ernst Kratochwil
21
Auch vierhundert in einem Vierhundertseelendorf wären zu wenig um

ein Bundesgesetz auszhuhebeln.

Es kann nicht jedes Dorf seine eigenen Gesetze machen und der ganze Staat muß die Folgen dieser willkürlichen Gesetzesänderungen tragen.

byron sully
414

immer wieder erfreulich, daß die nachbarInnen der betroffenen gegen diese widerwärtige deportationspolitik aufstehen. da hat in diesem punkt manchmal vielleicht das land der großstadt etwas voraus.

HU
 
10
10.2.2012, 10:43
Merkwürdig ist

aber die Patenschaft übernehmen sie nicht - das ist nämlich möglich. Nur wäre das mit eigenem finanziellen Risiko verbunden, und nicht der anonyme Staat müßte zahlen

byron sully
02
10.2.2012, 14:21

nicht alle haben ein einkommen wie alfons haider...

Keyser
01

Vor allem solche die direkt neben der Familie wohnen, in Wien zum Beispiel, oder in anderen Teilen des Landes. ;-)

visio551
2112
Bescheide

sind in Östereich zu respektieren - der Kosovo ist ein von Österreich anerkanter Staat - also abschieben! Ein großer Teil unseres Sparpaketes zahlen wir für die Verwaltung und "Bewirtung" der Flüchtlinge über und dies über Jahre. Die Demonstranten sollten die "Gastkosten" hiefür übernehmen, so wird man gleich die wirklcihen Beweggründe erkennen.

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