Zugangsregeln: SPÖ und ÖVP einigen sich auf frühere Inskriptionsfrist

6. Februar 2012, 14:09
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    foto: apa/schlager

    Die frühere Inskriptionfrist soll bessere Planbarkeit bringen.

Verpflichtende Voranmeldung abgeschafft - Studienwahlberatung ab 2015

Wien - Was die verpflichtende Voranmeldung den Universitäten nicht gebracht hat, soll nun die vorverlegte Inskriptionsfrist sicherstellen: erhöhte Planbarkeit. Nach Gesprächen mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) und der Universitätenkonferenz (Uniko) hat Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nun auch die Zustimmung der SPÖ schwarz auf weiß. Seit Montag ist eine entsprechende Gesetzesänderung in Begutachtung, wie Töchterle in einer gemeinsamen Aussendung mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bekanntgab. Die ursprünglich für Herbst geplante Einführung einer verpflichtenden Studienwahlberatung wird indes aufgeschoben: Nach einem Ausbau der Beratung wird die Verpflichtung erst 2015 rechtsgültig.

"Prognosestärkere Regelung"

Für die Studentenvertreter war die Voranmeldung der "Flop des Jahres", den Hochschulen hat sie aufgrund der Möglichkeit, sich an beliebig vielen Unis für beliebig viele Studien anmelden zu können, keine erhöhte Planbarkeit gebracht. Mit der Zusammenlegung von Voranmeldung und Inskriptionsfrist auf ein gemeinsames, früheres Datum wurde nun eine "prognosestärkere Regelung" vereinbart, so Töchterle. Künftig müssen sich Bachelor- und Diplomstudenten bereits bis 5. September für das Wintersemester bzw. bis 5. Februar für das Sommersemester inskribieren. Den Beginn der Zulassungsfrist legen die Unis selbst fest, bis zum österreichweit einheitlichen Ende muss aber eine Zulassungsfrist von mindestens acht Wochen bestehen.

Nachfrist für Einzelfälle

Das Ende der Frist war bisher an jeder Uni unterschiedlich geregelt und lag für das Wintersemester zwischen Ende September und Ende Oktober. Eine Nachfrist (30. November im Wintersemester bzw. 30. April im Sommersemester) gibt es auch bei der Neuregelung, jedoch nur für Einzelfälle, die in einem von ÖH und Uniko miterstellten Katalog festgelegt sind. So erhalten Personen Aufschub, die beispielsweise aufgrund eines Auslandsaufenthalts, von Berufstätigkeit sowie Zivil- oder Präsenzdienst nicht rechtzeitig einen Antrag stellen konnten. Auch wer nach dem 31. August bzw. nach dem 1. Februar von einer gescheiterten Zulassung in einem anderen Studium oder einer nicht bestandenen Studieneingangs- und Orientierungsphase erfährt, kann sich später inskribieren. Die Unis können zusätzliche Ausnahmen für Personengruppen erteilen, wie es in der Aussendung heißt.

Auch für Drittstaatenangehörige gültig

Die neue Frist gilt laut Aussendung auch für Studenten aus Drittstaaten, die ihre Unterlagen bisher bis zum 1. September bzw. 1. Februar einreichen müssen. Eine "qualitative Verbesserung" bringt die Änderung laut Aussendung auch für Doktoratsstudenten, die künftig "tagesaktuell zum Studium zugelassen" werden können, "sodass Wartezeiten für Studierende vermieden werden". Auch die Inskription eines Masterstudiums, für das gewisse formale Voraussetzungen erfüllt werden müssen, kann laut Aussendung in der Nachfrist erfolgen. (APA)

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Gegen Studiengebühren kämpfen!
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Was soll das werden?

"Ätsch, du hast die Frist übersehen, tut mir leid, du darfst nicht studieren!" Auf so was ist man in der ÖH stolz? Das ist um keinen Deut besser als Studierende in der Studien- Eingangs- und Orientierungsphase (STEOP) rauszuprüfen!

Hat sich die ÖH mit der Einführung der Studienplatzfinanzierung schon abgefunden, die ohnehin fixe Zugangsbeschränkungen mit sich bringt?

http://www.linkswende.org/5348/Stud... sen-Folgen

Der Chronist
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Ich nehme an, dass es sich um eine Vorbereitung eines Modells der Studienplatzfinanzierung handelt.

Das sind sozusagen erste Versuche, ein System zu basteln, wobei es weniger darauf ankommt, dass es fair oder sinnvoll ist - da gehts mehr darum, dass ein Procedere durchgezogen werden kann, das verwaltungsmässig präzise arbeiten soll, d.h. keine Schlupflöcher, und das zugleich den Anschein erwecken soll, es gäbe so etwas wie einen Entwicklungsprozess und Fairness.

Ich schätze, dass einer der nächsten Schritte sein wird, Mehrfachbelegungen abzuschaffen - das erschwert den Studierenden zusätzlich das Dasein, schränkt ein und demotiviert.

Es geht ja nicht um den Erfolg des Studierenden - es geht um den Erfolg des Modells. Und letzterer bemisst sich nicht an den Studierenden, sondern an der Zahl - Reduktion um jeden Preis, sonst nichts.

Der Chronist
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So wie ich die Sache sehen, wird es darauf hinauslaufen, dass der Lauf der Geschichte zeigen wird, wohin es geht. Mein Eindruck ist, dass die Universitäten ein Auslaufmodell sind, wenn solche Dinge umgesetzt werden. Es liegt dann bei den jungen, kritischen und vor allem linken Kräften, ein neues Wissenschaftssystem hochzuziehen, mit sozusagen "alternativen Universitäten". Den klassischen Bildungs- und Lebensweg hat die SPÖ spätestens in den vergangenen 12 Jahren verspielt, jetzt ist neuer Klassenkampf angesagt, und der spielt sich nicht an den Universitäten ab.

Man könnte auch sagen, dass die SPÖ seit 2000 die unteren Stände politisch in die 20er Jahre zurückgebombt hat.

beos
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Du meinst Universitäten (bezogen auf die Lehre) wie man sie in Österreich! versteht, lange verstanden hat. (viele Prüfungsantritte, keine maximale Studiendauer, so viele Studienrichtungen wie man lustig ist, Vorlesungen aber auch Übungen mit verhältnismäßig vielen Studierenden, geringe Ausrichtung/Kooperation mit dem Arbeitsmarkt bei vielen Studienrichtungen, geringe oder gar keine Gebühren, Fokus auf Selbstorganisation, keine angestellten Universitätsehrer die primär lehren oder gar ausschließlich lehren, keine offiziellen Hürden für Masterstudien wie NC oder Bewerbung, usw.)

Wenn sie etwas ändert heißt das noch lange nicht, dass die Universität an sich ein Auslaufmodell ist.

Der Chronist
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Nein. ich meine die Universitäten als Ort der Forschung und der Kreativität.

Als solche werden sie ziemlich rasch am Ende sein, wenn Leute wie Badelt sich einmal durchgesetzt haben werden. Badelt und seine Freunde haben nicht verstanden, wie Erkenntnis zustande kommt - aber das wundert einen kaum, wenn man solche dilettantischen Präsentationen zu lesen bekommt, die ein intelligenterer Mittelschüler dreimal besser hinkriegt:

http://www.oefg.at/text/vera... Badelt.pdf

Nein, diese Universität ist bald am Ende, da kommt nichts mehr ausser Verwaltungsbeamten - und die sind billiger zu haben. Es geht nur mehr um die hausgemachte Schulterspange für die Söhne der selbsternannten Eliten. Sie wollen unter sich sein, das ist alles. Und sie werden es, aber anders als gedacht.

beos
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Es geht nur mehr um die hausgemachte Schulterspange für die Söhne der selbsternannten Eliten. Sie wollen unter sich sein, das ist alles.

War das nicht immer schon so? Zwar nicht offen nach Außen hin, aber Bildung wurde doch in Österreich schon immer mit einigen Ausnahmen mehr oder weniger vererbt ...

Der Chronist
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Gerade die Universitäten haben seit Firnberg aufgemacht. Und genau diese Universitäten will die schwarze Brut wieder für alle sperren, die nicht dem entsprechenden Stand angehören. Das ist nun einmal die unleugbare Tatsache, und als solche soll sie benannt sein.

beos
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Naja sowas wie die WU ist international aber auch nicht unüblich. (Business Schools usw.) Die erhebt ja auch gar nicht den Anspruch eine "Volluniversität" zu sein.

Es kommt halt drauf an was man will. Durch die Fachhochschulen hat man eh schon einen Teil der tertiären Bildung von den Universitäten entfernt. Nur wenn man international vergleichbare Forschung und (Aus)bildung bieten will, muss aufgrund der gestiegenen Studierendenzahl und des teureren Bachelor-Master-PhD Systems (wenn es international Vergleichbar sein soll, dass impliziert mMn auch kleinere Gruppen plus besseres und "personal-aufwändigeres" Betreuungsverhältnis usw.) entweder viel mehr Geld investiert werden oder man muss sich etwas anderes überlegen.

A-L-E-X
 
02
Sag mir eine(r), wenn ich mich irre...

...aber dann schreibe ich mich eben einen Monat früher für 8 verschiedene Studienrichtungen ein. Oder denken Herr und Frau Politiker, dass es eine psychologische Barriere darstellt, weil es keine Voranmeldung sondern eine tatsächliche Inskription ist?

silverfinger
01

Und was soll jetzt diese vorvorfrist bessern?

zett
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sie ist natürlich genauso wirkungslos wie die voranmeldung...aber immerhin kein zusätzlicher bürokratischer aufwand(für uni und student!).

J. Reichhart
02
wow!

jetzt geht was weiter in österreich!

und dazu brauchma 183 abgeordnete und eine regierung, die nicht nur übergewichtig sondern auch überflüssig ist?

an kog
04

Und was genau soll das bringen?

Es werden ungefähr gleich viele neue Studierende wie immer sein. Jetzt weiß man das ein paar Wochen früher.

Welches der existierenden Probleme der UNIS wird dadurch auch nur berührt?

Alles frei nach dem Motto: Es bringt zwar nix, aber niemand kann behaupten wir hätten nix getan.

trampelpfad
00
Zugangsregeln: SPÖ und ÖVP einigen sich auf frühere Inskriptionsfrist:

Und ich meinte, den Universitäten wäre Autonomie übertragen worden.
.
Welchen Auftrag haben die beiden Regierungsparteien hier wahrgenommen?
.

Vitaminbombe
03
die Uni-Autonomie

war ohnehin ein Riesenfehler von Schwarz-Blau!

beos
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Die Umsetzung ja. Aber war ist grundsätzlich daran schlecht? Schadet sicher nicht, wenn Unis ihr eigenes Profil entwickeln können ... Interdisziplinäres Forschen geht ja auch nicht verloren, gerade weil die Unis nicht wirklich weit außeinander liegen (Graz -Wien); Innsbruck-München-Salzburg usw.

zett
01

dem will ich widersprechen. alleine die abkopplung der meduni von der uni wien brachte massive nachteile in punkto lehre und vor allem der forschung.

Es ist nun ungleich schwieriger, dass mediziner gemeinsam mit naturwissenschaftlern gemeinsam forschen. Durch die eigenständige lehre der meduni sinkt die qualität in verschiedenen fächern wie den naturwissenschaften stark(da nicht mehr wirkliche fachleute unterrichten, sondern nur dafür eingestellte).

Der reale Grund für die Trennung war freilich der Wunsch nach einer weiteren "schwarzen" Uni.

beos
01

Hinsichtlich der Lehre kann ich das schwer nachvollziehen. Das kann ja wirklich kein Problem darstellen, wenn Professoren, Assistenten, wissenschaftliche Mitarbeiter auch einen Lehrauftrag auf der Med Uni haben für 1-2 Lehrveranstaltungen?

Hinsichtlich der Forschung doch genauso wenig. Da wird man ja wohl eine Universitätsübergreifende Forschungseinrichtung/Forschungszentrum organisieren können. Das es schwieriger wurde kann ich mir vorstellen und ob die Apkoppellung der MedUnis wirklich sinnvoll war kann ich nicht beurteilen, bzw. ob es da überhaupt Vorteile gab nachdem die MedUnis ja unter anderem auch nicht eigenständig Gebühren verlangen können.

zett
00

Theoretisch ist eine übergreifende zusammenarbeit möglich(wobei witzig, wenn man erst aus eine Fakultät abspaltet um dann zusammenzuarbeiten).

Praktisch gibt es da massive Probleme und auch hemmungen.

Bei der lehre ist das Problem, dass zB für die Chemie-Vorlesungen eigens Professuren auf der MedUni besetzt werden, welche dann zwar extra Geld kosten, aber doch möglichst billig "erkauft" werden. Dadurch fehlen bei diversen Laborübungen auch die spezialisierten Assistenten/Tutoren.

Analog bei Bio und anderen "nebenfächern".

Diese Lehrveranstaltungen über die UniWien oder TU laufen zu lassen wäre nichts anderes als ein eingeständnis keine "vollwertige" Uni zu sein. Was zwar der Realität entspricht aber keiner im MedUni Rektorat zugibt.

120 Jahre Karl Schranz
10
hab ich da was übersehen?

solange ich mich für beliebig viele studien inskribieren kann (bis auf eine handvoll ausnahmen), bringt das doch überhaupt nicht die erhoffte planbarkeit.

smea_gol
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schlagen sie mal unter interdisziplinarität nach.
vielleicht hilfts.

zauberlehrling85
13

Planbarkeit wäre ohnehin nur gegeben, wenn man schon im April die Zahlen vom kommenden Wintersemester hätte.

Oder glaubt hier wirklich jemand, dass man im September noch gute Vortragende auf der Straße findet die ab Oktober in einem Hörsaal unterrichten, der mitte September Spatenstich hatte?

F S 4: The science channel
01

Die Zahlen vom nächsten Wintersemester kann man auch sehr gut aus der Vergangenheit prognostizieren. Gut gemachte Statistik bringt hier 100 mal mehr als die frühere Inskriptionsfrist. Einziger Vorteil mag sein, daß man vorher schon schwarz auf weiß hat, wieviele Übungsgruppen man in manchen Fächern braucht – das traut sich halt heute keiner von vorneherein planen, weil die Uni erst Geld rausrückt, wenn die Anmeldungszahlen für eine Lehrveranstaltung wirklich da sind.

RS69
 
01

Es ist ja nicht so, dass es mehr Gruppen gibt, wenn es mehr Studenten gibt. Dann gibt's eben Wartelisten.

Oder sollte sich da weas geändert haben?

zauberlehrling85
02

bei uns in graz funktioniert es in manchen studienrichtungen wirklich gut - vor allem bei Übungen für Erstsemestrige in der BWL werden immer genügend Gruppen aufgemacht.

In anderen Studienrichtungen ist es hingegen ein harter Kampf - der meistens von der ÖH geführt und gewonnen wird - um überhaupt genügend Plätze in den STEOP-Fächern zu haben.

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