Verdacht auf Kinderverkauf: Internationale Adoptionen in Laos ausgesetzt

6. Februar 2012, 13:05
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Ex-Beamter soll für Geld Adoptionen vermittelt haben

Hanoi - Die laotische Justiz ermittelt einem Medienbericht zufolge wegen des Verkaufs von Kindern an Adoptiveltern im Ausland. Ein früherer Beamter des Justizministeriums soll in armen, ländlichen Regionen Eltern gesucht haben, die bereit waren, gegen Geld ihre Kinder zur Adoption ins Ausland zu geben, wie der Radiosender Radio Free Asia (RFA) unter Berufung auf die laotischen Behörden am Montag berichtete. Demnach verkaufte der Pensionist die ein- bis zweijährigen Kinder für bis zu 5.000 Dollar (3.800 Euro) an Adoptiveltern.

Bis zum Abschluss der Ermittlungen wurden nach RFA-Angaben alle internationalen Adoptionen in Laos ausgesetzt. Ein Sprecher der US-Botschaft in der laotischen Hauptstadt Vientiane sagte, die Vermittlung von Kindern an Adoptiveltern im Ausland sei am 9. Jänner ohne nähere Angabe von Gründen gestoppt worden. Demnach war sie bereits einmal zwischen 1994 und 2008 unterbrochen.

Nach einem Bericht des US-Außenministeriums bemühen sich die laotischen Behörden zwar um die Bekämpfung des Menschenhandels, doch stelle die verbreitete Korruption ein großes Hindernis dar. Demnach wurde bis heute niemand in Laos wegen Menschenhandels verurteilt. Ein 2007 vom Parlament verabschiedeter Aktionsplan wurde nicht vom Ministerpräsidenten unterzeichnet. (APA)

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