Die Jugend will nicht auf der Strecke bleiben

6. Februar 2012, 18:34

Jugendorganisationen von Wirtschaft und Gewerkschaft stellen Forderungen an das Sparpaket

Wien - Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) spricht in einer Pressekonferenz am Montag von "brennenden Wadln": Sie sieht die Regierungsparteien auf den letzten Metern des Verhandlungsmarathons zum Sparpaket. Während ÖVP und SPÖ Landeshauptleute und Vertreter von Senioren und Beamten anhören, hat derStandard.at die Junge Wirtschaft, die Österreichische Gewerkschaftsjugend und die Junge Industrie nach ihrer Meinung zum Sparpaket gefragt.

Junge Wirtschaft: Pensionsantritt "radikal erhöhen"

"Uns ist wichtig, dass es tatsächlich ein Sparpaket wird", sagt Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW). "Es sollen also keine neuen Steuern eingeführt werden". In den Bereichen Gesundheit und Verwaltung sei "viel zu holen", da  hier  Doppelgleisigkeiten dominieren würden. Vor allem bei den Pensionen sieht Roth großes Potential zur Einsparung. Die Lebensarbeitszeit müsse endlich der gestiegenen Lebenserwartung angepasst werden. "Hier muss massiv und radikal angepasst werden", fordert der Jungunternehmer der Jugendorganisation der Wirtschaftskammer.

Angst, dass eine radikale Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf Kosten der Jugendbeschäftigung gehen würde, zeigt der 37-Jährige nicht. "Wir haben in Österreich mehr oder weniger Vollbeschäftigung", die vorhandene Arbeitslosigkeit sei sehr gering. Zudem könne man junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht mit Routiniers vergleichen und auch nicht ersetzen. Roth rechnet auch mit Einsparungen bei Pensionen und Verwaltung. Ein "echtes Durchkämmen der Verwaltung" erwarte er aber nicht. "Da wird eher nach dem Rasenmäherprinzip gearbeitet werden und dort gespart werden, wo es am Einfachsten ist." Langfristig gesehen schade dies aber am meisten. Angst vor Einsparungen in der Jugendpolitik? "Ich fürchte, dass auch bei der Jugend gespart werden wird. Ich hoffe jedoch, nicht zu stark".

ÖGJ: Erfahren nichts vom Sparpaket

Der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr, sieht großes Potential in Erbschafts- und Vermögenssteuern: "Wer vermögend ist, soll auch zur Kasse gebeten werden."  Nichts hält der Junggewerkschafter hingegen vom "Aufhetzen der Jungen gegen die Alten". Beim Thema Pensionen müsse man sehr sensibel vorgehen - einen Generationenkonflikt zu schüren sei nicht zielführend.

Einen konkreten Vorschlag machte die ÖGJ vergangene Woche: Über die Abgabe von einem Prozent der gesamten Bruttolohnsumme von Unternehmen könnte eine Milliarde Euro für Lehrstellen- und Weiterbildungsförderungen gesammelt werden. Der Bund spare sich so die Ausbildung über das AMS und damit rund 150 Millionen Euro jährlich.
Ablehnend zeigt sich Michlmayr gegenüber der Wiedereinführung von Studiengebühren sowie Einsparungen im Familien- und Jugendbereich. "Momentan ist das größte Problem, dass wir noch nichts vom Sparpaket wissen", sagt der ÖGJ-Vorsitzende. Sollte es aber zu unannehmbaren Einschnitten für die Gewerkschaftsjugend kommen, "scheuen wir uns auch nicht, Maßnahmen zu setzen".

"Höheres Pensionsantrittsalters nichts Asoziales"

"Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern bereits fünf nach 12", mahnt die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI) Therese Niss. Sie sieht einen dringenden Handlungsbedarf in Sachen Sparen. Man solle vor allem solche Maßnahmen ergreifen, die den Standort Österreich absichern und verbessern. "Es scheint mir aber, als wäre das noch nicht richtig verstanden worden", sagt die JI-Bundesvorsitzende. Vor allem im Bereich Pensionen müsse sich endlich etwas ändern. "Die Anhebung des Pensionsantrittsalters ist nichts Asoziales", so Niss.

"Unsere Lebenserwartung steigt täglich und gleichzeitig wird immer früher in Pension gegangen. Das passt nicht zusammen." Ginge es nach der Jungen Industrie, sollte auch bei den Sonderpensionen ordentlich entrümpelt werden. Im Bildungsbereich soll laut Niss auch endlich "klug investiert werden". Die aufgeblähten Mechanismen des Schulsystems müssten beseitigt werden. Dafür sollen die Förderungen ausgebaut werden. Optimismus hinsichtlich des Sparpakets? "Wenn ich ehrlich bin nicht. Dazu gibt es zu viele Reformverweigerer. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt." (sab/wik, derStandard.at, 6.2.2012)

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Sigrun1
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also Ärmel hoch krempeln und ARBEITEN, SPAREN!

ziganda
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schweden erhöht pensionsalter auf 75

Regierungschef Reinfeldt: "Das Pensionssystem basiert nicht auf Magie. Es ist das Streben nach Wohlfahrt, das auf einer umfassenden Einkommensverteilung und der Arbeit der Menschen besteht", sagte Reinfeldt. Und: "Wenn die Menschen glauben, dass wir länger leben und die Lebensarbeitszeit verkürzen können, sinken die Pensionen." Reinfeldt bezweifelt, dass viele Menschen geringere Pensionen akzeptieren würden.

O5
00

In anderen Ländern stellt man sich den Fakten. Bei uns hingegen tut man noch immer so als könnte man die Pensionen mit Luft und Liebe bezahlen.

naiv betrachtet
02
die richtung, in die das sparpaket derzeit läuft,

wird dahin führen, daß "die jungen" nicht nur weniger chancen auf ihre pensionen haben werden, sondern auch weniger chancen, frühzeitig einen pensionssichernden erwerbsarbeitsplatz zu finden.

O5
35

"einen Generationenkonflikt zu schüren sei nicht zielführend"

Man soll also lieber die Alten kampflos den Generationenkonflikt gewinnen lassen? Und sich auch weiterhin von ihnen abzocken lassen? Seltsam, die Gewerkschaftsjugend.

rompitasche
02
das hat Tradition

2003 ist die GPA-Jugend für die Frühpensionisten auf die Straße gegangen

Leser1010
 
21
Als junger Mensch sieht man:

Dass die Bank das Haus bekommt, für das die Eltern noch die Raten zahlen, dass man selber nicht mehr in dem Alter in Pension gehen kann, wie die Eltern, dass das, was die Eltern erwirtschaftet haben im Falle einer Erbschaft hoch versteuert werden wird, dass bei Sozialleistungen gespart wird, die die Eltern zum Teil nicht mehr brauchen, etc. Mit einem Wort, dass man den Luxus der Elterngeneration abbezahlen muss, wie einst die Urgroßeltern den Eltern ihre Jugend finanziert haben.

Allmächtiger Satan
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Die Jugend hat hier überhauptnix zu melden. Nix in der Birne, aber immer die Hand offen, damit das neue Bobophone bezahlt werden kann. Eine Nullkindpolitik muss her, das ist ja nicht zum Aushalten.

JazzPianist
00

ironisch,oder ?

perdolfo
12

> Junge Wirtschaft:" Pensionsantritt radikal erhöhen! "

Sagt das einmal der "alten Wirtschaft" - und nicht ältere Arbeitnehmer loswerden zu versuchen!

Ist wohl auch eine Frage der Ethik in der Wirtschaft.

Ich kenn Frühpensionisten die mit 62 Jahren abgebaut wurden und die gerne weiter arbeiten würden.

Da muß erst ein Umdenken in den Personalabteilungen stattfinden.

O5
00

"Da muß erst ein Umdenken in den Personalabteilungen stattfinden."

Falsch. Da muss die Lebenseinkommenskurve flacher werden - dann geschieht das ganz von selbst. Wenn das Einkommen viel stärker als die Produktivität steigt dass ist es vollkommen logisch dass die Arbeitgeber ältere Arbeitnehmer loswerden wollen.

Für deppert gehaltener Wähler
32

Ich kenn 50 Jährige, die nur noch von der Pension reden und jeden Arzt abrennen.

jane doe2
00

Genau solche kenne ich auch, und sogar noch solche die in dem Alter in Pension sind (Öbbler)!

rompitasche
01

kann ich bestätigen - als ich mit 61 auf Kur war, wurde ich dort immer nur gefragt, wie lange ich noch arbeiten MUSS - nie "will" oder "darf"

0815_4711
 
02

und ich kenne den Grund dafür - nämlich die ARBEITSBEDINGUNGEN. Aber alle reden nur von "antrittsalter Erhöhen" keiner spricht von "arbeitsfreude Erhöhen". Das Eine ergibt sich aus dem Anderen ganz von selbst.

Für deppert gehaltener Wähler
00

Die hatten dieselben Arbeitsbedingungen wie ich und die waren nicht schlecht.
Dessen Problem war nur, dass seine Kollegen sich auch in die Frühpension geschummelt haben und er das Gefühl hatte, zu kurz zu kommen.

fanta
01

Schmarrn! Als ob die Arbeitsbedingungen in Ö um so viel schlechter wären also sonst in Europa! Propaganda!

0815_4711
 
00

Mit dem Wort "Schmarrn" bedacht zu werden ist nach meinem Empfinden etwas unhöflich.
- und wessen Propaganda gebe ich hier wieder? Ich sehe keine relevante Gruppe die sich in Österreich ernsthaft für Arbeitnehmerinteressen einsetzt. Nicht umsonst berichtet die AK über unbezahlte Überstunden in der Größenordnung von ca. 60.000 Vollzeitjobs und 800TSD bis 1MIO Österreicher sind angäblich "Burn Out" gefährdet. Aber ok, ich verfalle schon wieder in meine linkslinke Rhetorik und damit will ich Sie nun wirklich nicht langweilen.

perdolfo
03

halt ich für Partei-Propaganda der Leute die den Generationskonflikt schüren wollen.

Für deppert gehaltener Wähler
00

Ich erlebe es als Realität. Aber bitte, wie Sie meinen.

Phoenixx
 
01
Was ist wichtiger?

Das Huhn oder das Ei?
Wenn das Dilemma von Verschwendung so weitergeht ist für alle nichts mehr da.

didi111
11
Vielleicht noch eine kleine Einfügung..

Unabhängig vom Geschriebenen möchte ich auch noch einbringen, daß es der Jugend wirklich nicht schaden würde, in bestimmen Themen die Strassenseite zu wechseln.

Ich denke dabei an das Faktum, daß sich die Schüler in der Vergangenheit schwer für freie Tage in der Schule einsetzten und auch gingen sie für die 20 h Woche der Lehrer aud die Strasse.

WAS wäre, würden sich die Jugendlichen in ihrem Interesse mehr für IHRE Belange einsetzen , die da u.a. wären, mehr Zeit in der Schule zu verbringen und zu Lernen mit dem Ziel, sich heutzutage in der Berufswelt dementsprechend besser zurechtzufinden?

jane doe2
38

Was heißt hier den Generationenkonflikt nicht schüren. Den schüren wohl die heutigen Frühpensionisten, die nach wie vor ohne Abschläge im feinsten Alter in Pension gehen, was die nachkommenden Pensionisten mit hohen Abschlägen, lebenslanger Durchrechnung und noch höherem Antgrittsalter grausam büßen dürfen! Gehts eigentlich noch. Für wie blöd schaut man die Jungen eigentlich an! Im Moment herrscht ja der reinste Wettbewerb wer noch früher in Pension gehen kann, das ist ja unmöglich was hier abläuft. Diese Frühpensionisten mussen einen nicht unerhbelichen Beitgrag zur Budgetsanierung tragen, denn diese tragen auch eine nicht unwesentliche Schuld an der Verschuldung Österreichs!

eko
20

Bezeichnend, dass der Vertreter der Gewerkschaftsjugend nichts anderes absondert, als eine Erhöhung der Lohnnebenkosten vorzuschlagen. Schon jetzt ist der Spagat zwischen den Kosten, die ein Unternehmen für seine Mitarbeiter bezahlt, und dem, was bei den MA netto ankommt, zum weinen. Dass letztlich durch Erhöhungen der Lohnnebenkostengenau das Potential für entsprechende Lohnsteigerungen geschmälert wird sollte einem Gewerkschafter aber schon auffallen.
Aber Hauptsache Arbeit wird teurer und Vermögen geschont - mit freundlicher Unterstützung Ihrer Gewerkschaftsjugend.

anyuser
 
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euch industriellen gehoert die produktivitaet besteuert, nicht euren ausgebeuteten ihre arbeitskraft

wie ihr sudern koennt ist mir ein raetsel, kosten euch praktikanten und ams-ausgebeutete praktisch nichts.

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