Tirol

Sieben Jahre Haft für "falschen Polizisten" nach Raubversuch

6. Februar 2012, 12:30

64-jähriger Deutscher verkleidete sich als Polizist und hatte Elektroschocker bei sich

Innsbruck - Wegen versuchten schweren Raubes ist ein 64-jähriger deutscher Pensionist am Montag am Landesgericht Innsbruck zu sieben Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der als Polizist verkleidete Mann hatte sich Ende Oktober 2011, mit einem Elektroschocker bewaffnet, Zutritt zu einem Kufsteiner Arzthaushalt verschaffen wollen, um laut eigenen Angaben "Gold oder Silber" zu stehlen. Als die Arztfrau jedoch misstrauisch wurde und sich weigerte, die Tür zu öffnen, ergriff der mehrfach vorbestrafte Angeklagte die Flucht. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Der Beschuldigte zeigte sich vor Richterin Helga Moser großteils geständig. Der offenbar unter Geldnot leidende Pensionist wurde vom Schöffensenat zudem zweier Einmietbetrügereien, eines Vergehens nach dem Waffengesetz sowie der Urkundenunterdrückung und der dauernden Sachentziehung für schuldig befunden. Der Deutsche war im Raum Kufstein mit einem falschen Kennzeichen unterwegs, beglich Unterkunftskosten und Tankrechnungen nicht und bewahrte in seinem Auto neben dem Elektroschocker unter anderem eine Stahlrute, einen Schlagstock und einen Bunsenbrenner auf. Zudem stellte die Polizei einen Zettel sicher, auf dem über 20 Adressen von Ärzten aus Deutschland und Österreich notiert waren.

"Im unteren Bereich geblieben"

Laut der Richterin kamen bei der Strafzumessung bis zu 20 Jahre Haft in Betracht. Angesichts der Tatsache, dass der Angeklagte in Deutschland bereits mehrmals straffällig wurde und erst im Mai vergangenen Jahres aus der Haft entlassen wurde, sei der Schöffensenat "mit sieben Jahren im unteren Bereich geblieben", erklärte Moser.

Die als Zeugin geladene Kufsteinerin meinte vor Gericht, dass sie sich "aus dem Gefühl heraus" weigerte, die Tür zu öffnen. Sie gab dem "falschen Polizisten" offenbar zu verstehen, dass sie seine "Kollegen" verständigen werde. Der Angeklagte hatte sich zuvor als Beamter der Polizeiinspektion Rosenheim ausgegeben. Richterin Moser lobte das Vorgehen des potenziellen Raubopfers als "sehr mutig". (APA)

M L3
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Wieso wird der Bunsenbrenner erwähnt?

Der ist doch weder eine Waffe noch sonstwie verboten.

GRohnePunkte
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Selber Schuld

Hätte er sich doch nicht als Polizist sondern besser GRÖFAZ ausgegeben, die Frau hätte ihm doch dann glatt 500.000 Euro in bar ganz freiwillig mitgegeben, um sein Anlagetalent zu testen.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
32
7 Jahre

Ganz schön viel Schmalz für versuchten Raub! Der wahre Grund aber ist vermutlich, dass er sich als Polizist ausgegeben hat, da reagiert die Justiz empfindlich. Hätte er sein Kind totgeprügelt, wäre er locker mit der Hälfte davongekommen...

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