Traditions-Kaffeehaus neuerlich in Konkurs

6. Februar 2012, 12:25
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"Macher"-Betreiber konnten zweiten Teil der 2011 vereinbarten Quote nicht mehr bedienen

Graz - Die Betreiber des steirischen Traditions-Kaffeehauses "Macher" mussten zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres Insolvenz anmelden, wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV mitteilten. Der Turnaround wurde "nicht nachhaltig" geschafft, der zweite Teil der 2011 vereinbarten Gläubigerquote konnte nicht mehr bedient werden. Eine gewinnbringende Fortführung des Cafes im Steinfeldhaus am zentralen Grazer Jakominiplatz sei nicht prognostizierbar, weshalb neuerlich Konkurs angemeldet werden musste.

Betroffen sind 25 Dienstnehmer sowie 63 Alt- und sechs Neugläubiger. Die Aktiva belaufen sich auf rund 0,18 Mio. Euro, die Passiva auf rund 1,12 Mio. Euro, woraus sich eine Überschuldung von rund 0,94 Mio. Euro ergibt. Als eine der Ursachen der neuerlichen Insolvenz wurde genannt, dass man mit dem Eigentümer des Steinfeldhauses keine Einigung über eine Senkung des Mietzinses erreichen konnte. Dieser Posten habe die "wesentlichste Aufwandposition" dargestellt. Die im Rahmen des Sanierungsverfahren eingeleiteten Reorganisationsmaßnahmen hätten sich zwar positiv auf die Kostenseite ausgewirkt, jedoch nicht zu einem nachhaltigen Turnaround geführt. Der Geschäftsführer sei laut KSV mit der Schließung des Unternehmens durch den Masseverwalter einverstanden.

Die HSN-Gastro GmbH (Cafe "Macher") musste bereits im März 2011 ein Sanierungsverfahren beim Insolvenzgericht Graz beantragen. Damals waren der "Hooters"-Betrieb in St. Lorenzen im Mürztal (Bezirk Bruck) sowie das Stammhaus, das Cafe "Macher" in Bruck geschlossen worden. Das erste Sanierungsverfahren hatte ergeben, dass die Gläubiger eine Gesamtquote von 20 Prozent erhalten sollten - eine Barquote von 10 Prozent binnen 14 Tagen nach Annahme des Sanierungsplanes sowie 5 Prozent binnen zwölf Monaten und 5 Prozent binnen 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplanes. Die Barquote wurde vom Masseverwalter noch ausbezahlt, die weiteren Quoten waren laut AKV aber nicht mehr finanzierbar. Deshalb sei es zu einem 50-prozentigem Wiederaufleben der in der Vorinsolvenz angemeldeten und anerkannten Forderungen gekommen. (APA)

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