Vertagt

Strasser-Medienprozess: Ex-Politiker vor Linzer Gericht einvernommen

6. Februar 2012, 18:15
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    foto: apa/rubra

    Ernst Strasser

Klage gegen OÖN wegen Kommentar und Leitartikel zur Lobbying-Affäre

Linz - Im Medienrechtsprozess, den der ehemalige EU-Parlamentarier und Innenminister Ernst Strasser gegen die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) angestrengt hat, ist er am Montag im Landesgericht Linz als Zeuge einvernommen worden. Er sieht in zwei Zeitungsartikeln zu der Lobbying-Affäre die Delikte der üblen Nachrede und der Verletzung der Unschuldsvermutung verwirklicht. Die Verhandlung wurde auf 26. März vertagt.

Anlass für die Klage sind ein Leitartikel und ein Kommentar zu der Lobbying-Affäre. Zwei Enthüllungsjournalisten der britischen "Sunday Times" sollen - als Lobbyisten getarnt - Strasser für die Bereitschaft, Gesetzesänderungen im EU-Parlament einzubringen, 100.000 Euro in Aussicht gestellt haben. Videos der Gespräche wurden veröffentlicht. Er habe einen Geheimdienst hinter den Journalisten vermutet, mit denen er mehrere Gespräche geführt habe, so Strasser. Die beiden Journalisten waren am Montag nicht als Zeugen erschienen, sie sollen für März erneut geladen werden.

Entschuldigt: Karas und Pröll

Die Zeugen Othmar Karas, Vizepräsident des Europaparlaments und ÖVP-Delegationsleiter, sowie der frühere Obmann der Volkspartei, Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll ließen sich entschuldigen. Sie sollen im März per Videokonferenz einvernommen werden, so der Richter. Pröll sei als Zeuge beantragt worden, um über den Inhalt von Gesprächen mit Strasser, bevor dieser von seinen Ämtern zurücktrat, befragt zu werden, so der Anwalt der OÖN.

Strasser erklärte in seiner Zeugenaussage, er habe Indizien und Beweise über die Hintermänner der Lobbyisten sammeln wollen, um diese dann den österreichischen Behörden vorzulegen. Er habe auch einen Beweis erhalten, nämlich dass das Unternehmen der beiden nicht im englischen Pendant des österreichischen Firmenbuchs eingetragen sei, aber zu spät.

Ein Privatgutachten belege, dass die veröffentlichten Videos zusammengeschnitten seien, dass Mundbewegungen und Ton nicht immer zueinanderpassen würden, so Strasser. Wo eine Sequenz, die der Anwalt der Zeitung abspielte, aufgenommen worden sei, könne er nicht sagen. Die Qualität sei zu schlecht. In dem Video erklärte der Ex-Politiker auf die Frage, ob seine Tätigkeit als Europaparlamentarier und Lobbyist sich vereinbaren ließen, dass das schon funktionieren würde. Sein Anwalt beantragte, ein gerichtliches Gutachten einzuholen, dass die Videos manipuliert worden seien. Auch die ungeschnittenen Fassungen des Bild- und Tonmaterials sollen beschafft werden.

Keine Notizen 

Es habe insgesamt fünf oder sechs Gespräche über jeweils etwa eine Stunde mit den beiden Journalisten gegeben, das erste sei im Mai oder Juni 2010 gewesen, berichtete Strasser. Einmal habe er gesagt, dass Kunden ihm 100.000 Euro im Jahr zahlen würden. Diese Kunden seien nicht vorhanden gewesen. Er habe die beiden provozieren wollen, um Beweise zu erhalten, erklärte er mehrmals auf Fragen des Rechtsvertreters der OÖN. Von den Unterredungen habe er keine Notizen gemacht. "Das ist nicht sinnvoll, wenn man das Gefühl hat, ein Geheimdienst ist im Spiel", so Strasser. Auch auf Telefonate oder E-Mails habe er in der Sache verzichtet. Ein Geheimdienst sei nur erfolgreich, wenn er jemanden in der Hand habe. Deshalb habe er penibel darauf geachtet, keine Verletzungen zu begehen, erklärte der Ex-Politiker.

In Bezug auf Anträge im Europaparlament habe er nie mit Karas oder Ranner gesprochen, aber über Experten in deren Büros versucht, herauszufinden, wer etwas von einem Antrag auf Änderungen von Regelungen des Kapitalmarkts haben könnte, um Hinweise auf die Hintermänner zu erhalten, so Strasser.

Die ehemalige Europaparlamentsabgeordnete Hella Ranner sagte aus, dass es ein E-Mail aus dem Büro Strassers an ihr Büro gegeben habe, aber kein Druck ausgeübt worden sei. Sie habe die Nachricht erst im Nachhinein gesehen. (APA)

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16 Postings
Dr. Freidank
00
STRASSER:

genauso wie Grasser und Co., ein Homunculus aus der SCHÜSSEL-Retorte!
Das Schüsselei-Interregnum, die blau-orange-khol-raben-schwarze Abzockperiode, wird die Justiz noch viele Jahre in Trab halten.

sonic
00

Na ja, der Strasser hat ja genug Zeit gehabt, sich eine schöne Geschichte auszudenken.

Zivilgeselle
01
Falsche Beklagte

Strasser soll die Sunday Times und die ÖVP wegen seines Rauswurfes verklagen.

Auch den Staatsanwalt sollte er verklagen, der seine Srafanzeigen "vergessen" hat.

Bin ja neugierig, welche anderen Firmen er in Brüssel noch an Land gezogen hat, um Abänderungsanträge durchzubringen.

Übrigens, hat er der Ranner "gsteckt" wie viel ihm diese Änderungsanträge pro Jahr bringen ?

Die Ranner war ja damals bekanntlich auch knapp bei Kasse und hätte sich eine adäquate Beteiligung oder ein eigenes "Mandat" sicher auch sehr gut vorstellen können.

Dem Grasser ist sein Medienprozeß auch auf den Kopf gefallen: Der BUWOG Verkauf war abgekartet: 100 % - dafür und für den Milliardenschaden müssen diese Ganoven einsitzen.

Zivilgeselle
00
Strasser noch grasser

Strassers Einfälle sind noch grasser als die Schwiegamuata Geschichte unseres Karl Heinzis.

Welche Firmen hatten Strasser, Scheibner und Gorbach: Lobbying-Firmen.

Vor, während und nach der Beschäftigung als Volksvertreter, haben sie Eliten und Unternehmen vertreten: so nebenbei.

Wie viele ÖVP Abgeordnete sind Banker, Lobbyisten oder beides ?

Die könnten eine eigene Fraktion gründen und brachten schon einige korrupte Bankengesetz durch.

Wir finanzieren diese Missbraucher und die politisch instruierten Kontrollore schweigen.

Höchst instiutionalisierter KONTROLLINZEST.

franzauer
00
Mimosen

Die OOEN haben Strasser hart attackiert. Strasser hat hart reagiert und geklagt. Jetzt soll das Gericht entscheiden. Wir leben in einem Rechtsstaat. Warum reagiert der Journalismus so empfindlich, wenn jemand einmal adaequat zurückschlägt ??? Wartet doch das Urteil ab und dann können sich alle Seiten abreagieren.

cyber star
03
wenn unsere justiz ein wenig besser funktionieren würde...

...dann sitzert die krot endlich und es gäbe diesen lächerlichen prozess nicht.

karli grassers grand malheur de kack
00
uiuiuiui, ist das ein laptop in des ernstls hand?

dann wird´s für alle umstehenden gefährlich.

Verzweifelnd
02

Ihr werdedts nicht mehr lachen wenn der Ernsti mit der Geschichte auch noch durchkommt und ÖVP-Chef wird ;-)

Dr. Freidank
00
Jawohl,DER eRNSTL HAT DAS zEUG ZU EINEM övp-cHEF!

Gehoarg
00
Einen schweren Verfolger...

....hat er, der Ernstl.
Geheimdienst! Bruhahahaha!

einkremser Winzer
01
Der Strasser als Polizist der Geheimdienstler auffliegen lassen möchte.

Einfach nur einen lächerliche Ausrede.

eurusd1
01
Nick Knatterton

Ich glaube zusehends an eine kollektive Paranoia unsere politischen Kaste, Grasser, Strasser, Gorbach, Androsch, Blecha, Scheuch, Haider etc. alle wurden von Geheimdiensten verfolgt, um ihnen trotz erbitterte Gegenwehr die Taschen mit Geld vollzustopfen, Gott sei Dank, waren die ehrlichen Vertreter der Republik ausschließlich in ermittelnden Angelegenheiten unterwegs, um den Staat vor Schaden zu schützen. Die Vermutung liegt nahe, dass Grassers Schwiegermutter in Wirklichkeit nur ein Klon vom russischen Auslandsgeheimdienst ist, um den Armen zu diskreditieren. Und jetzt müssen sich sogar einer unserer besten Agenten in Brüssel vor Gericht rechtfertigen, eine Schande.

j.h.k.
05
ein pröll-schüssel produkt.....

I'll shit on your nick
02

"unehrenhaften, sogar strafrechtlich relevanten Verhaltens" ... "schamlos", "korrumpierbar", "bestechlich" ... "moralischer Abgrund"

Danke für die übersichtliche Zusammenfassung, Herr Strasser!

Kuh Yvonne
01

Wie soll das bitte gehen, dass man diesem Unsympathler übel nachredet?

suboptimal
 
021
Gammelfleisch gehört entsorgt.

"Gier", "Egoismus", "Glätte" - mit diesen Wesenszügen beschrieb Gerald Mandlbauer, Chefredakteur der "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN), Ernst Strasser in einem vergangenen März erschienenen Leitartikel. In einem anderen Bericht ist von "Verschleierung" die Rede.
http://ooe.orf.at/news/stor... s/2519923/

Rückblickend ist der weinerliche unschuldsvermutete Ungustl damit eh noch gut bedient.
:-)

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