Schuldenpegel

Ungarns Staatsschulden springen nach oben

6. Februar 2012, 11:39

In der Eurozone ist der Schulden­pegel leicht auf 87,4 Prozent des BIP gesunken, nur 13 der 27 EU-Staaten bleiben unter der Maastricht-Grenze

Die Lage für das schwer verschuldete Griechenland wird immer schwieriger. Die jüngsten Zahlen von Eurostat vom Montag weisen für das dritte Quartal 2011 einen Anstieg von 154,7 auf 159,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Das ist mit einem Plus von 4,4 Prozentpunkten die zweithöchste Steigerung nach Ungarn - dort wurde ein Anstieg gegenüber dem zweiten Quartal um 4,9 Prozentpunkte von 77,7 auf 82,6 Prozent verzeichnet.

Auch für die unter dem Euro-Rettungsschirm EFSF stehenden Länder Portugal und Irland sieht es nicht rosig aus. Portugal musste eine Erhöhung seiner Staatsschuld um 3,6 Prozentpunkte auf nunmehr 110,1 Prozent hinnehmen. Irland verzeichnete eine Steigerung seiner Gesamtschuld um 2,6 Prozentpunkte auf 104,9 Prozent. Dagegen hat sich die Situation in Italien etwas entspannt. Neben den sinkenden Zinsen auf zehnjährige Staatsanleihen gingen auch die Schulden zurück - zuletzt von 121,2 auf 119,6 Prozent.

Eurozone-Staatsschulden leicht gesunken

Die Staatsschulden in der Eurozone sind im dritten Quartal im Durchschnitt leicht von 87,7 Prozent im zweiten Quartal auf 87,4 Prozent zurückgegangen. In den EU-27 gab es dagegen einen Anstieg von 81,7 auf 82,2 Prozent. Die höchste Staatsverschuldung weist weiterhin Griechenland auf.

Österreichs Staatsschuld ging dagegen von 72,2 auf 71,6 Prozent zurück. Damit lag Österreich nur an 18. Stelle, einen Platz vor Deutschland. Positives Schlusslicht mit der geringsten Staatsverschuldung ist weiterhin Estland, wo der Prozentsatz von 6,3 auf 6,1 Prozent sank.

Weniger als die Hälfte unter Maastricht-Grenze

Unter der Maastricht-Grenze von maximal 60 Prozent Staatsverschuldung lagen im dritten Quartal 2011 lediglich 13 der 27 EU-Staaten. Die 14 anderen EU-Länder - unter ihnen Österreich - konnten dieses Kriterium nicht einhalten. Allerdings lagen bei der Gesamtverschuldung nur fünf der 17 Eurostaaten unter der 60-Prozent-Grenze und zwölf darüber. Von den zehn Nicht-Euroländern erfüllten dagegen neun das Maastricht-Schuldenkriterium, lediglich Ungarn scherte mit 82,6 Prozent deutlich aus.

Im Vergleich des zweiten zum dritten Quartal konnte Österreich die Staatsschuld um 0,6 Prozentpunkte verringern - das ist der fünftbeste Wert innerhalb der EU-27. Mit einem Abbau der Gesamtschuld von 1,6 Prozentpunkten lag hier Italien gemeinsam mit Malta an erster Stelle, gefolgt von Rumänien (-1,0), Frankreich (-0,8) und Österreich (-0,6). Den höchsten Anstieg verzeichnete Ungarn mit einem Plus von 4,9 Prozentpunkten, gefolgt von dem praktisch vor dem Bankrott stehenden Griechenland (4,4), Portugal (3,6), Dänemark (2,9) und Irland (2,6).

Die Daten für das dritte Quartal 2011 sind aber teils deutlich besser als in der EU-Herbstprognose vom 10. November 2011 vorhergesagt. Damals waren für Griechenland 162,8 Prozent prophezeit worden, mit einer weiteren Steigerung auf 198,3 Prozent im laufenden Jahr. Die durchschnittliche Gesamtverschuldung der Eurozone wurde mit 90,4 Prozent prognostiziert. (APA)

 

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Walter Bimini
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immerhin bewährt sich die griechische statistik jetzt europaweit.

ohne hexen einmal eins müßte die eudssr schon längst den bankrott anmelden.

José Atento
01
Warum schaffen es die Esten ohne Staasverschuldung zu überleben?

Das ist wohl DAS GROSSE Rätsel für unsere stumpfsinnigen Schuldenmach- Kasperlpolitiker, besonders für die Sozialisten.

Ist Estland wirklich SO extrem unsozial?
Natürlich nicht.

Übrigens, die haben auch den Euro, falls sich jemand da herausreden möchte.

Wer Schulden macht, ist früher oder später dem Untergang geweiht und wird geknechtet werden.
Alles nur noch eine Frage der Zeit. WIR werden es auch hier noch erleben müssen.

Peter_23
00
Das ist anhand der Zinsproblematik zu erklären

Estland hatte bisher noch nicht die Zeit soviel Schulden zu machen bzw. hat seit dem EU-Beitritt keine solchen "Booms" oder "Blasen" erlebt wie andere Länder. Diese "Booms" oder "Blasen" treiben vorallem die Verschuldung und somit die Zinslast in die Höhe.

Nun, der Rest ist Folge der Exponentialfunktion bei den Zinsen und Zinseszins: Am Anfang steigt die Zinslast nicht so schnell - die Zinslast beschleunigt sich aber immer mehr und immer schnell, und je mehr neue Schulden (=Kredite) gemacht werden, desto schlimmer wird das und desto schneller geht die Verschuldung nach oben.

Gerade beim Zinsspiel geht es darum wer länger durchhält als der andere. Wer als erster verliert und eben bankrott macht. On the long verlieren alle.

Johannes Bachberger
00
Der Vergleich mit Estland ...

ist interessant. Nur weil man hier nichts darüber in den Medien liest, heisst es nicht dass dort alles in Ordnung wäre. Anfang 2008, also Monate vor dem Ausbruch der Krise, schrieb man schon von einer estnischen Liquiditätskrise und Überhitzungsängsten. Zitat: " Estland habe die Finanzierung des Inlandswachstums über Kapitalimporte gelöst. Der starke Konsum und die erhöhte Nachfrage zu Investitionen, hätten demnach zu rasch steigenden Leistungsbilanzdefiziten geführt. Diese wurden von ausländischen Direktinvestitionen, Bonds und Auslandskrediten finanziert." Quelle: http://www.kredit45.at/2008/01/1... dit-krise/ Estland profitiert nur vom starken Nachbarn Finnland. Die sprechen fast die gleiche Sprache.

manniat
00
Frage an die "Experten"

Ich kann mich mit der Relation Staatsverschuldung zu BIP einfach nicht anfreunden, weil das meiner Meinung nach nicht aussagekräftig ist. Ist nicht die Gesamtverschuldung der Bevölkerung - also Staat (mit Länder, Gemeinden..) + Wirtschaft + Privatverschuldung entscheidend?
Alle Schulden werden ja von der Bevölkerung entweder direkt ( über Steuern) oder indirekt ( Produktpreise) bezahlt.

José Atento
00
Anschaulicher ist es,

wenn man die Neuverschuldung in Relation zu den Staatseinnahmen setzt.
Dann sieht man bald, dass ein Nulldefiziet ohne große Probleme möglich sein müsste.

NUR man benötigt dazu FÄHIGE Politiker, die es schon Jahrzehnte nicht gibt. Alle schauen immer nur auf die anderen und alle zusammen bauen sie immer nur Mist, wie das die Menschen in der Masse leider oft tun, wenn das Hirn aussetzt und sie mit der Herde mitlaufen.

Berber
00
wie kann das sein?

dass Österreichs Staatsschulden leicht gesunken sind, wenn wir doch ein Budgetdefizit haben und das Wirtschaftswachstum kleiner war als die Neuverschuldung???

José Atento
01

Die Staatseinnahmen sind gestiegen, weil die kalte Progression kaltblütig zuschlägt und uns ausraubt , die privaten Österreicher fleißig hackeln und gleichzeitig sind die Zinsen vermutlich gefallen.

Ivan Bukov
12

Das passiert wenn die Zinsen sinken

Ich versuche es mal simple zu erklaeren...

Sagen wir sie haben eine Anleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren.

Im May 2001 wurde sie zu einem Zinssatz von 5% versteigert.
Im April 2011 laueft sie aus und eine Neue wird ausgeschrieben, im April 2011 ist der Zinssatz 2%....

Weil diese „alten Schulden“ weniger kosten sinkt die Gesamtverschuldung obwohl die Neuverschuldung (also alles was extra ausgegeben wird) relativ hoch ist.

Zinsen koennen ziemlich fluktuieren. Siehe link...

http://www.tradingeconomics.com/austria/g... bond-yield

chiquadrat
00
Don't confuse them with facts! ;)

Berber
00

Das heißt zwar dass ich weniger Zinsen zahlen muß und daher meine Neuverschuldung geringer wird, aber trotzdem müßten absolut gesehen die Schulden trotzdem zunehmen, sonst wäre meine Neuverschuldung doch negativ???
Bei ihrem Beispiel müßte ich die auslaufende Staatsanleihe refinanzieren und zusätzlich eine neue aufnehmen um den Fehlbetrag in meinem Budget abzudecken?

Ivan Bukov
01

Ja genau.
„Alte“ Anleihen werden refinanziert und zusaetzlich werden Neue (das ist die Neuverschuldung) ausgegeben.
(meistens gleichzeitig!).
Wenn es sich dann herausstellt dass sie am Ende weniger Zinsen bezahlt haben als sie dachten sinkt ihr Schuldenstand (die neuen Schulden sind ja schon aufgenommen)

Das erklaert z.b. auch warum die Briten momentan trotz rekordverdaechtiger Neuverschuldung daemlich laecheln (<2%) waehrend die Italiener trotz gutem Budget in Panik sind (>6%).

PS. Bei mir hats auch ein Weilchen gedauert bis ichs geschnallt habe...

José Atento
00
Ich bin schon gespannt,

bis sie die Zinsen für Staatsanleihen nicht mehr künstlich nach unten manipulieren können.

Erste Anzeichen gibt es ja bereits.

Das Kapital ist die wahre Macht
13
Warum sind die Menschen alle so dumm?

Alleine das BIP Bruttoinlandsprodukt als Maßstab für die Schulden zu akzeptieren und nicht zu hinterfragen ist mehr als saudumm!!!!!

Das BIP ist die Summe aller Waren und Dienstleistungen!
Klassedefinition!

Also werden ins BIP auch alle militärischen Ausgaben reingerechnet! Super! Je mehr Rüstung, desto besser das BIP!

Sind alle Menschen ständig krank, ist das ebenfalls für das BIP super! Apothekenumsätze, Kliniken und Spitäler schreiben Rechnungen, Ärztehonorare, usw. usw.

Das BIP ist eine hirnkranke Mathematik-Aktion!

Und auf solche Idiotenzahlen setzt man dann seine Schulden in Relation!

Willkommen in Absurdistan!

José Atento
00

Da gebe ich Ihnen vollkommen recht.

Aber gerade diese Zahlen können die Beamten am Leichtesten manipulieren, so wie die Zinsen und die Teuerungsindizes.

All diese Zahlen sind mittlerweile komplett ohne Aussagekraft.

Ivan Bukov
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Koennte es sein dass sie es nicht verstehen? Manchmal kann ein kleines bissschen Selbstzweifel Wunder bewirken!

chiquadrat
00
Isch verfolge sie nun, wenn es ihnen nicht unangenehm ist!

Falls sie Sherlock noch nicht kennen, wäre sicher erfrischend ;)

Grumble
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So wirklich verstanden hast du die Materie nicht, oder?

higgs - wozu?
02

schuldenhochsprung - die olympische disziplin des verzinsten geldsystems?

derunbestechliche
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Den Anstrengungen in Italien muss man Respekt zollen.

system1
01
Ungarns Staatsschulden springen nach oben

DOING!

Ceterum Censeo2
00
Nicht allein die Höhe

der Staatsschulden ist Ausschlag gebend. Wichtig ist auch, was mit dem Geld gemacht wurde:

Wurde es in Produktivität steigernde Investitionen gesteckt oder einfach verbraucht?

system1
00
diese leidige Maastricht-Grenze wurde aber auch in zeiten VOR der

von den USA verursachten weltwirtschaftskrise eingeführt. als noch milch und honig flossen. jetzt gibts diese grenze nicht mehr weil es dafür jetzt eben die banken gibt die es eigentlich nicht mehr geben sollte.

Dilbert
16
Ungarns Staatsschulden springen nach oben

Unser Orban, der kleine Strache, wird das auch zusammenbringen.

José Atento
00

Der hat sie nicht verursacht, aber verbessert sie natürlich auch nicht.

ER (die starke Hand) wird gebraucht, wenn die Leute aufstehen und Krawalle vorbereiten.

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