"Weltweite Abschaffung möglichst bald"

6. Februar 2012, 11:48
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Außenminister besorgt über steigende Zahl von Beschneidungen bei Migrantinnen - SP Frauen: Praxis durch keine kulturellen Vorwände zu rechtfertigen

Wien - Vizekanzler und Außenminister Spindelegger will "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" gegen die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen vorgehen. Er zeigte sich zudem besorgt über die steigende Zahl von Beschneidungen bei Migrantinnen, die in Europa oder den USA leben. Dies mache deutlich, dass die Bewusstseinsbildung und die Umsetzung der Verbote vorangetrieben werden müssten.

Österreichs rhetorischer Einsatz in New York

"Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, damit diese archaische Praxis (...) möglichst bald der Vergangenheit angehört", betonte der Außenminister anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung. Österreich werde sich im Rahmen der bevorstehenden Sitzung der Frauenstatuskommission der UNO in New York "weiter aktiv für die Wahrung der Rechte der Mädchen und Frauen und insbesondere auch die weltweite Abschaffung dieser diskriminierenden Praxis einsetzen", so Spindelegger.

Aufklärungsarbeit in Wien

Auch für die Wiener SPÖ Frauen sei FGM nicht tolerierbar, betonte Frauensekretärin Nicole Berger-Krotsch: "Wir kämpfen weiterhin gegen diese brutale Gewalt an Frauen und für eine selbstbestimmte Sexualität." Sie  betonte die Rolle umfassender Aufklärung und Beratung, wie sie die Stadt Wien seit Jahren umfangreich leiste.

Die medizinische Beratungsstelle im FEM Süd im Kaiser-Franz-Josef-Spital bietet Opfern und von FGM bedrohten Frauen medizinische und psychosoziale Betreuung. Außerdem werden FGM-Schulungen in allen Geburtshilfeabteilungen der öffentlichen Spitäler durchgeführt. Auch SozialarbeiterInnen, KindergartenpädagogInnen, SchulärztInnen, JugendbetreuerInnen und Hebammen werden zu FGM-ExpertInnen ausgebildet. Zudem unterstützt ein eigener Leitfaden beim richtigen Umgang mit betroffenen Mädchen und Frauen, der sich an alle Berufsgruppen richtet, die häufig Ansprechpersonen für von FGM-Betroffene sind.

Keine kulturellen Vorwände

"Die Bekämpfung von Armut und Investitionen in die Bildung sind dabei der Schlüssel zur Stärkung der Eigenständigkeit der Frauen und somit auch ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen FGM", betonte Berger-Krotsch abschließend: "Denn diese grausame Praxis ist durch keine kulturellen Vorwände zu rechtfertigen." (APA/red)

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