Solmaz Khorsand bloggt aus den USA

Super Bowl - Football is no joke

Blog | Solmaz Khorsand, 6. Februar 2012, 11:16
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    foto: reuters/brent smith

    Nichts für Sensible.

Football ist ein großes Rätsel für mich und eine Gruppe von Ausländern, die sich Sonntagabend in die Sportbar Village Pourhouse im New Yorker East Village verirrt haben. Perplex starren wir Exoten auf die zahlreichen Bildschirme und wundern uns über die Stimmungsschwankungen unserer grölenden Nachbarn. Irgendwann erbarmen sich ein paar geduldige Jersey-Burschen und erklären uns, was es auf sich hat mit den großen starken Männern, wen wir zu verabscheuen haben und wann wir jubeln sollen.

Als klassische Sporttouristen - zu Recht verachtet von waschechten Fans - wollten wir teilhaben an der allgemeinen Euphorie und das Spektakel als Möchtegern-Anthropologen inspizieren. "Es ist so ein schöner, aggressiver Sport", sagt Priscilla, eine Barkeeperin, bevor sie das New Yorker Team, die Giants, mit einem "Go, baby, go" anfeuert. Das Spiel erinnert an jene "Universum"-Folgen, in denen Antilopen von Raubkatzen erjagt werden. Nur sind es hier massige Fleischklöße, die sich gegenseitig zu Boden reißen.

Wenn ich die wuchtigen Männer beim Aufeinanderprallen beobachte, geht mir ein Artikel nicht aus dem Kopf. Es war ein Porträt über Kris Jenkins, einen ehemaligen Football-Spieler. Vor einem Jahr hat sich der NFL-Spieler vom Football verabschiedet. Gehirnerschütterungen, gebrochene Rippen und gerissen Bänder forderten ihren Tribut. Heute mit 33 Jahren gleicht er einem Kriegsinvaliden. "Hattest du je einen Autounfall? Oder bist du Autodrom gefahren? Du kennst das, wenn es dich unvorbereitet trifft und durchschüttelt. Football ist genauso. Nur zehnmal schlimmer. Es ist die Hölle", erzählte Jenkins im Interview mit der "New York Times". Ruhiggestellt mit Schmerzmitteln hat er sich von Saison zu Saison gerammt, bis es nicht mehr ging.

Unbehandelte Gehirnerschütterungen

CNNs Fernseharzt Sanjay Gupta hat sich rechtzeitig vor der Super Bowl der schmerzhaften Seite des American Football gewidmet. In seiner Serie "Big Hits Broken Dreams" zeigte er die Auswirkungen des gewaltigen Körperkontakts auf das Gehirn. Viele ehemalige Spieler weisen demenzähnliche Symptome auf; eine Folge von zahlreichen unbehandelten Stößen gegen den Kopf und unbehandelten Gehirnerschütterungen, wie er erklärt. Der Helm dient nicht wirklich als Schutz, sondern mehr als Ramminstrument, das die Spieler gedankenverloren einsetzen. Außerdem berichtet Gupta von Jugendlichen in Highschool-Teams, die am Spielfeld gestorben sind, weil niemand ihre Verletzungen richtig einschätzen konnte. Oftmals wurden ihre Gehirnerschütterung als solche nicht erkannt.

Mit diesen Gedanken im Hintergrund frage ich meine euphorischen Barkumpanen, ob sie denn selbst Football spielen würden. "Nein, ich überlege eher, professionell Baseball zu spielen", sagt Brian, ein schlanker junger Mann, der Kriminologie studiert, "aber mein Bruder will unbedingt Football-Spieler werden. Meine Mutter versucht es ihm zu auszureden." Football-Veteran Jenkins hätte womöglich ein paar gute Ratschläge für ihn: "Wir betrachten Football als Gladiatorensport, weil wir wissen, dass wir verletzt werden. Du riskierst hier dein Leben. Du stirbst nicht gleich, aber in fünf, zehn Jahren unter Umständen. Und du weißt das." (Solmaz Khorsand, derStandard.at, 6.2.2012)

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17 Postings
Te Ata
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Danke, dass Sie darauf hinweisen!

Auch in der Anwaltsserie "Harry's Law" auf NBC wurde die Auswirkung von Football auf das Hirn am Samstag thematisiert. Schein langsam ein grösseres Thema zu werden.

Übrigens finde ich es besonders abstossend, dass sich sogar seriöse US-Sender wie NPR heute ernsthaft ausführlich mit den Werbestrecken beim Super Bowl beschäftigten..

Hitecut
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Football vs. Rugby

Ist Rugby eigentlich gefährlicher als Football? Man würde es ja im ersten Moment annehmen, da es ein ähnliches Spiel aber ohne der Schutzbekleidung ist, aber vielleicht hindert ja gerade die fehlende Schutzbekleidung die Spieler daran die gleiche Brutalität walten zu lassen, schließlich ist die Aufprallwucht beim Football auch mit Schutz gegeben.

FinalDestinati0n
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Football ist brutaler, ganz einfach weil es im Prinzip keine bzw. kaum Vorschriften bezueglich der Tackles gibt.

Einfach am Boden mit ihm, egal wie, mit Ausnahme von Griffen ins Gesichtsgitter/Helm.

Beim Rugby muss man form tacklen, mit den Haenden, man darf den Gegner nicht aushebeln, Tackles wo sich der Gegner in der Luft befindet sind verboten, das "in den Boden rammen" ebenfalls, man muss das sichere Fallen des Gegners gewaehrleisten, etc.

Es gibt keine Tackles gegen den Kopf oder explizit gegen die Knie, der Speed ist geringer, die Bewegungen kontrollierter.

Rugby ist aber kraftausdauertechnisch wesentlich anspruchsvoller als Football.

Hackbrett Schorsch
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Nein, Rugby ist bei weitem nicht so brutal, wie American Handegg.

ewiger Zahler
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mit Verlaub: den Helm als Ramminstrument einsetzen ist Blödsinn! Mal abgesehen davon, dass ein sog. "spearing" ein schweres Foul im AF ist und entsprechend geahndet wird ... was hab ich davon, außer dass ich als Rammender an den Brustprotektoren meines Gegners abpralle?

Klugscheisser
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Na ja

Also es ist genau so das man die Kinetische energie am besten auf einen Kleinen punkt am Helm Projiziert. Energie ist Masse * Geschwindigkeit Quadrat halbe. Ich hab mit ca 80 Kg beim Kickoff leicht ca 120kg schwere Gegner so getroffen das sie am hintern gesessen sind. Ich lass mich jetzt nicht über das Phänomän des geraden stoss aus. Anmerkung es gibt sogenannte Nackenrollen die eine Formschlüssige Verbindung zum Schulterschutz herstellen ,.. Ich empfehle Probetrainings zum selbstversuch

Philippe Tiede
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Neuer Super Bowl Sieger

Wenn dann die ganzen Spieler in Rente gehen, benötigen die Susis Neuen, um ordentlich vorm PC zu sitzen. http://www.youtube.com/watch?v=T... AAAAAAAAAA

nonixnarretz
01

der offenheit halber: ich hab sie gemeldet.
die werbung ist nicht mal halb so lustig wie sie denken.

Pole
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Ich find sie auch nicht lustig, verstehe aber nicht warum das eine Meldung wert ist - bitte klären Sie mich auf.

nonixnarretz
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spam. wiederholterweise.

Pole
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AAHSSO.

Ne Mo
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Fußballer ...

... bekommen auch immer einen ordentliche Schlag auf den Schädel, wenn der fast steinharte Ball bei einem Kopfball weg gestoßen wird ...

exilkaerntner
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würde dann ...

deren saublöde antworten auf interviewfragen erklären! ;)

Raptor Jesus
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Football ist eine irreführende Bezeichnung.

Handegg würde mehr Sinn machen.

/b/
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oh ja

ich seh schon wir kommen aus einer ähnlichen ecke...

Vera Rschung
 
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Danke!

Ein Text von Frau Khorsand; wie immer ein Lesegenuß.

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