US-Kontroverse um Abtreibung

6. Februar 2012, 10:36
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Familienplanungsorganisation sollte keine Spenden mehr erhalten - Komen-Stiftung gab Druck von rechts doch nicht nach

Washington - Durch ihre pinkfarbenen Schleifen als Symbol der Krebshilfe ist die US-amerikanische Susan-Komen-Stiftung weltweit bekannt. Nun steht sie inmitten einer Kontroverse um die Abtreibung in den USA, denn die Privatinitiative hat den Beschluss, der Familienplanungsorganisation Planned Parenthood keine Spenden mehr zu überweisen, erst nach viel Kritik zurückgenommen.

Planned Parenthood war wegen der Vermittlung von Schwangerschaftsabbrüchen ins Kreuzfeuer evangelikaler AbtreibungsgegnerInnen geraten. Sie hatten gleichzeitig auch Komen unter Druck gesetzt, weil diese in der Krebsvorsorge eng mit Planned Parenthood zusammenarbeitet. Der republikanische Kongressabgeordnete Cliff Stearns lancierte eine parlamentarische Untersuchung gegen Planned Parenthood, weil diese Steuergeld an Kliniken weiterleite, wo Frauen abtreiben können. Daraufhin behielt die Komen-Stiftung rund 555.000 Euro für die Familienplanungsorganisation ein.

Die New York Times sprach von einer durch Rechte angezettelten "Hexenjagd". 26 demokratische SenatorInnen kritisierten, dass Frauen so der Zugang zu Krebstests versperrt werde. Am Freitag widerrief die Komen-Stiftung die Spendenstreichung. Diese habe "Zweifel an unserem Bekenntnis aufkommen lassen, die Leben von Frauen zu retten". (bri, fh/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.2.2012)

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    Eine Demonstration für die "Pro Choice"-Familienplanungsorganisation Planned Parenthood, die auf der Abschussliste konservativer Kräfte in den USA steht.

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