Geduldsfaden reißt

Geldgeber wollen Ergebnisse in Athen

6. Februar 2012, 13:48

In Griechenland wird weiter über das Sparprogramm beraten, Paris und Berlin fordern ein Sonderkonto für griechische Staatseinnahmen

Athen - Die Lage für das schwer verschuldete Griechenland wird immer schwieriger. Die jüngsten Zahlen von Eurostat weisen für das dritte Quartal 2011 einen Anstieg der Staatsschuld von 154,7 auf 159,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Für Griechenland wird es damit immer enger. Auch bei den Verhandlungen im Land und mit den Geldgebern steigt der Druck.

Die internationalen Kreditgeber hätten Griechenland ein Ultimatum gestellt. Bis Montagmittag müssten die Koalitionsparteien mitteilen, ob sie die Sparauflagen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptieren, sagte ein Sprecher der sozialistischen PASOK-Partei am Sonntag. Dann wäre es zeitlich noch möglich, dass die Euro-Arbeitsgruppe in Brüssel über die Absichtserklärung beraten könne. Stimmt nicht, hieß es am Vormittag aus Regierungskreisen: Die griechischen Parteien müssten sich erst bis zum nächsten Eurogruppen-Treffen über die Bedingungen für ein zweites Rettungspaket verständigen. Das Treffen wird in dieser Woche erwartet. Für die EU-Kommission sind die Verhandlungen um eine Lösung ohnedie "jenseits der Frist", wie ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel sagte. Man habe gehofft am vergangenen Wochenende zu einer Einigung zu kommen. "Der Ball liegt bei den griechischen Stellen", sagte EU-Kommissionssprecher Amadeu Altafaj-Tardio. Die Gespräche mit Athen müssten in diesen Tagen abgeschlossen werden.

Verhandlungen auf allen Ebenen

Die drei griechischen Parteien haben sich mittlerweile auf Kürzungen im Umfang von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geeinigt. Die Zustimmung zu weiteren wichtigen Forderungen der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) steht aber noch aus. Dabei geht es zum Beispiel um eine Verkürzung des Mindestlohns und um Hilfen für den angeschlagenen Bankensektor.

Die Beratungen der griechischen Regierung mit den Parteichefs sollen am Montag fortgesetzt werden, eine Verhandlungsrunde am Sonntagabend ist ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Verhandelt wird sowohl mit der "Troika" aus EU, IWF und EZB als auch mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt.

Sonderkonto für griechische Staatseinnahmen

Deutschland und Frankreich haben unterdessen ein Sonderkonto für alle griechische Staatseinnahmen gefordert. Über dieses Konto könnten die griechischen Schulden künftig abgebaut werden, sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Paris nach einem Treffen im Rahmen eines bilateralen Ministerrates mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Merkel betonte, es werde kein neues Geld für Griechenland geben, so lange die Forderungen der "Troika"-Kontrolleure nicht erfüllt seien: "Die Zeit drängt." Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei aber kein Thema, betonten Merkel und Sarkozy.

Schlechte Stimmung

In Griechenland selbst war Stimmung der Parteiführer schlecht: "Das Land kann die Maßnahmen nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel, um sie abzuwenden", sagte der Präsident der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, im Fernsehen. Georgios Karatzaferis, Präsident der kleinen rechtsgerichteten LAOS-Partei, die die Regierung von Premier Lukas Papademos unterstützt, warnte vor einer "Verelendung" der Griechen und einer "Revolution" in der Gesellschaft. Die Sozialisten und ihr Chef Giorgos Papandreou, der das Land bis vergangenen November regierte, wollten bei einer Sondersitzung ihres Parlamentsausschusses am Montag entscheiden, ob sie den neuen Maßnahmen zustimmen.

Zwickmühle

Beobachter sprachen von einer Zwickmühle: Einerseits könnten die griechischen Parteien zu den Sparplänen kaum Nein sagen, weil das eben den Bankrott des Landes bedeuten würde. Andererseits wollten sie sich vor bevorstehenden Neuwahlen positionieren, die erwartet werden, wenn Griechenland mit neuen Finanzhilfen einem wirtschaftlichen Zusammenbruch entgehen kann.

Bezüglich zusätzlicher Sparanstrengungen sind die von der "Troika" verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor der Knackpunkt in den Gesprächen mit den Chefs der Sozialisten, der Konservativen und der LAOS-Partei. Sie würden bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten. Außerdem sollen 15.000 Staatsbedienstete bis Juni gehen. Insgesamt fordert die "Troika" die Entlassung von 150.000 Staatsbediensteten bis 2015. Zahlreiche Pensionen sollen gekürzt werden. Im März droht Griechenland die Staatspleite, wenn EU, IWF und EZB einem weiteren Rettungspaket im Umfang von mindestens 130 Milliarden Euro nicht zustimmen.

Aus Protest gegen Sparmaßnahmen und Reformen riefen Gewerkschaften in Griechenland unterdessen wieder zu einem 24-stündigen Streik am Dienstag auf.  Die beiden großen Gewerkschaften des Landes, ADEDY und GSEE, hatten in den vergangenen Monaten wiederholt gegen die Auflagen für die milliardenschweren Hilfen protestiert. (Reuters/red, derStandard.at, 6.2.2012)

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Area Man
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griechenland wird bald UN blauhelme statt IMF leuten brauchen, wenn sie sich so weiterzieren..

Geronimo 02
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;-)

wer soll die aus brüssel denn noch ernst nehmen.
seit wochen wird schon eine einiigung verlangt und gefordert.
aber die griechen weigern (verhandeln) immer noch miteinander.
es ist ohnehin egal was sie ausmachen.
denn auf der einen seite wissen sie, die eu (also brüssel (also merkosy und sonstige dolmeInnen)) werden gr nicht frei lassen, weil sie schon jahrelang trompeten, dass man gr nicht fallen lassen kann und werde.
also was solls.
sie werden sich dann wiedr unter größten schmerzen breit schlagen lassen und alle eu-richtlinien "akzeptieren".
aber einhalten, wozu?
sie wissen ohnehin, dass sie nicht "fallen gelassen" werden (können (lt. eu.titulation)).
also wen sollen die also ernst nehmen?

Geronimo 02
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;-)

system1
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und die onassis-erbin geht tournier-reiten rund um die welt.

zahlt die eigentlich steuern? ich glaube nicht....

Mein Name ist Nobody
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glauben ist so viel wie nicht wissen

Andreas Anders
10
wen wundert es, dass die Schuldenquote steigt?

Wenn das BIP aufgrund der Rezession immer mehr zusammen schmilzt, braucht sich kein Ökonom zu wundern, dass die Staatsschulden/BIP raufschnellen.

Dieser Patient ist von der EU-Mafia bereits geopfert und der Verelendung preis gegeben worden.

Andreas Anders
10
Militärhaushalt

....dieser Budgetposten bleibt weitgehend unangetastet. Und dies in Abstimmung mit Berlin.

Kein Witz.

Irgendwo her müssen ja die Deutschen "Leistungsüberschüsse" kommen. Also, die U-Boote dürfen nicht abbestellt werden.

Gleiches gilt für die amerikanischen Panzer, auch hier wird der IWF nichts dagegen haben.

Man könnte echt zum Zyniker werden.

Preia
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Na klar, der ganze deutsche Exportüberschuss kann nur erklärt werden, weil die Griechen deutsche Waffen kaufen... Gott, ich beneide sie um ihr einfaches Weltbild.

Und die nicht bezahlten U-Boote wurden übrigens schon geliefert.

Philippe Djian
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Frage zum Militaerbudget

in welchem ausmass wird eigentlich das aberwitzige militaer samt budget zurechtgestutzt?
dort zu sparen sollte dem "kleinen griechen von der strasse" nicht allzu weh tun.

danke fuer hinweise!

cookieberlin
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Nun, der "kleine Grieche von der Straße" kämpft momentan noch um die Beibehaltung des 13. und 14. Monatsgehalts und die Vererbbarkeit! seiner Rente (gleichenfalls mit 14 Auszahlungen).
Als Ausdruck seiner Ernsthaftigkeit gibts erstmal wieder einen Generalstreik.
Im Hinterkopf hat der "kleine Grieche" dabei wohl immer noch das Vertrauen in die europäischen Steuerzahler, die es irgendwie schon richten werden.

DC World
04
Griechen ineterssiert das wenig

Die Griechen spielen nur die Macht aus, die man ihr aus Brüssel gegeben hat. Nachdem so viele Milliarden nach Hellas überwiesen wurden, kann man das kleine Land nicht mehr Pleite gehen lassen.

Die Griechen wissen das und lassen sich von den leeren Drohungen nicht aus der Ruhe bringen.

Die Rettung ist alternativlos bis zum Ende:
http://www.start-trading.de/blog/2012... -zum-ende/

Stbo
 
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Bei denen in Ihrem Link wird ja auch nur herumgeredet. Einen wirklichen Rat, auf welche Art und Weise den Griechen und den Banken beizukommen sei, wissen auch diese Leute nicht.
Und da die amerik. Finanz-Oligarchen schon auf den Euro wetten, ist man natürlich nervös und will ein Desaster vermeiden.

Barsch mit Ohren
 
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Na dann schauen wir uns einmal eine Alternative an:

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Szenario: EU lässt Gr fallen und Gr führt die Drachme wieder ein.

Folge: Drachme wird massiv abgewertet. Sofortiger Staatsbankrott, weil Schulden in € aufgenommen worden sind und dann erst recht nicht mehr bedient werden können. Löhne im öffentlichen Sektor werden nicht mehr ausbezahlt. Kaufkraft sinkt noch mehr. Wirtschaft bricht ein.

Das geht dann so lange, bis der Drachme so weit unten ist, dass sich Investitionen lohnen. Wobei ich mich frage, wer in ein Land investieren will, das den Stempel der Korruption so deutlich auf der Stirn picken hat wie Gr.

Trotzdem vielleicht die einzige Möglichkeit, wie Gr langfristig wieder auf die Beine kommt? Bitte um Alternativen!

system1
30
schulden werden 1:1 in drachmen bezahlt. punkt.

es sei denn die banken drohen, in GR einzumarschieren. was angesichts der dortigen neu aufgerüsteten militärmaschinerie eher schlecht gehen würde.....

FelixHaj
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Ist das wirklich spannend?

So wie ein Kind immer gewusst hat, ich hab 50 Schilling, dafür kann ich mir ein Eis kaufen, a Wurstsemmel, a Cola, …, haben ganze Staaten mehr oder weniger über den tatsächlichen Stand ihres Vermögens Bescheid gewusst. Heute liegt die Sache anders: Ruf und Anschein können einen ganze Milliarden kosten, diese sind aber nunmehr und nurmehr virtuell. Alleine dieses Theater über Griechenland bedeutet einen immensen virtuellen Umsatz, wobei das was Realität ist, jedem klar vor Augen liegt: Nie wird sich so Griechenland oder die EU erholen, man spielt auf Zeit, ein scheinbar spannendes Theater, weil man Angst hat, zu altbewährten realitätsbezogenen Wirtschaftsformen zurückzukehren.

andreas lamers
 
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die wirtschaft von staaten funktioniert ein wenig anders

und das schon seit es staaten gibt( deswegen waren die auch immer wieder verschuldet und das schon seit den griechischen stadtstaaten oder rom(warum glauben sie das das zusammengebrochen ist? bzw arum die gegen jeden und alles krieg gefuehrt haben?)) funktioniert schon eine firma anders als ein privater haushalt, oder wwer glauben sie hat eisenbahnen und schifffahrtsrouten ueberhaupt moeglich gemacht? keiner der sich das geld alleine vom mund abgespart hat.

FelixHaj
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Na sicher, Staaten verschulden sich, nachweislich seit mindestens 4000 Jahren. Nachweislich gehen sie dann bankrott, verteilen Habe und Land neu und fangen wieder von vorne an. Virtuelles Geld dürfte es sogar früher als Scheine oder Münzen gegeben haben. Belehrt hat man sich nicht und so macht man denselben Fehler jetzt auf globaler Ebene.

codo
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besser geld für griechenland anstatt damit die övp u. die verbrecher in ihren reihen zu füttern!!!

erst wenn grasser, strasser, martinz u. die restl. schüssel-grasser-mafia-bagage hinter gittern sind, wird österreich wieder befreit aufatmen können..

ostap_bender
 
01
narodnaja volja vs krawattinger 4:0

lösung ist jene zu reichen ein wenig von deren unsozial angehäuften materiellen gütern, als auch finanzwerten zu entlasten...

oder anders geschrieben: die zu reichen müssen von deren angehäuften reichtümern großteils befreit werden...

oder es muß einfach mal so richtig gespart werden, bei jenen, welche zuviel haben :)

man muß diesen armen milliardären helfen sich von diesen gütern trennen, hilfe zur selbsthilfe...

ausserdem würde ich jeden milliardär, welcher sich um 99% seinen gesamtvermögens an den staat erleichtert das goldene ehrenkreuz des landes verleihen, wenn das kein ansporn ist, dann sind das ja eh keine griechen im herzen ;)

http://www.youtube.com/watch?v=N... re=related

selbiges bei uns

th004900
 
03
Heute Griechenland, morgen Europa und übermorgen ...?

Egal, ob der "Otto Normalverbraucher" in Griechenland oder Europa: dieser ist dran. Er und die nachkommenden Generationen können sich bei den Verantwortlichen bedanken, die wieder einmal mehr von arm/mittel auf reich/superreich umverteilen.

Jürgen Rembremerding
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Nix mehr kleine Ouzo von Haus?

Tildy
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Doch das geht schon noch :)

Don Corleone1
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willi weimaraner
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Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der Monitor-Bericht bestätigt, dass die Politik richtig war: Den Schuldenschnitt so lange wie möglich hinauszögern, damit die Banken Zeit finden, sich aus dem GR-Engagement zurückzuziehen. Hätte man das nicht getan, hätten die Staaten die Banken (wieder) retten müssen. Noch machen die öffentlichen Kredit- bzw. Garantiegeber keinen Schuldenschnitt. Wenn das - zumindest im Wesentlichen - so bleibt, hat sich die schleichende Umschuldung der letzten beiden Jahre für uns als Steuerzahler gelohnt.

speakers corner
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Tatsache ist das wir auch Gelder brauchen um die anderen Länder zu retten. Also sollte man schon deshalb Griechenland in die geordnete Insolvenz schicken um sich auf die Länder zu konzentrieren die noch zu retten sind.

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