Mailänder Scala entließ kritische Tänzerin

6. Februar 2012, 02:25

Maria Garritano hatte über das Tabuthema Magersucht geschrieben

Rom - Die Mailänder Scala hat die italienische Balletttänzerin Maria Francesco Garritano entlassen, nachdem diese in einem Buch und in Interviews schwere Vorwürfe gegen das Opernhaus und seine weltbekannte Tanzschule erhoben hat. Die Tanzlehrer der Scala würden junge Tänzerinnen in die Magersucht treiben.

Jede fünfte habe Anorexieprobleme, schrieb die 33-jährige Garritano in ihrem Buch "La verita, vi prego, sulla danza" ("Die Wahrheit bitte über das Ballett"). Die Süditalienerin, die seit dem Alter von 16 Jahren an der Scala tanzt, berichtete in ihrem Buch, dass sie von ihrem Tanzlehrer jahrelang gezwungen worden sei, sich nur von Äpfeln und Joghurt zu ernähren, um ihr Gewicht von 43 Kilos zu behalten. 70 Prozent der Tänzerinnen hätten wegen der Unterernährung keine Menstruation mehr.

In einer Presseaussendung erklärte die Scala, dass Garritano dem Theater und seiner Tanzschule Schaden zugefügt habe. In mehreren Interviews habe sie das Ansehen des Theaters beschmutzt. Dabei seien die Vorwürfe vollkommen unbegründet. Garritano erklärte sich nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" vom Samstag  über die Kündigung überrascht: "Ich bin verbittert. Ich wollte keinen Aufruhr auslösen, sondern lediglich offen über ein Problem sprechen, das in der Ballettwelt verbreitet ist. Magersucht ist nach Autounfällen die häufigste Todesursache von Teenagerinnen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren". Gegen die Kündigung will sie vor Gericht vorgehen.  (APA)

Antagonist1
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Hebe-Figuren

fordern ihren Tribut....

Susanne Rettenbacher
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Natürlich ist es für die Verantwortlichen unangenehm, wenn an ihrem Beispiel ein weit verbreitetes Vorgehen (endlich!) publik gemacht wird.

aber die Reaktion ist völlig überzogen.

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