Betrieb für 2012 gesichert - Wiedereröffnung im März
Graz - Das Österreichische Kabarettarchiv (ÖKA) bleibt in
Graz: Die Stadt beschloss dieser Tage, dem herbergssuchenden
Spezialarchiv, dessen Abwanderung nach Deutschland drohte,
Räumlichkeiten im Dachgeschoß des Literaturhauses zur Verfügung zu
stellen. Außerdem wurden von Stadt und Land Mittel für Betrieb und
Forschung zur Verfügung gestellt.
Der Betrieb werde voraussichtlich
Mitte März wieder aufgenommen werden können, so Iris Fink vom ÖKA am
Samstag auf Anfrage. Als Arbeitsschwerpunkte für heuer geplant sind
die Publikationen "Verdrängte Jahre" und "Lachen im Keller", das
Forschungsprojekt "Egon Friedell - Kabarett und Kulturhistoriker"
sowie eine dem Thema "Exil" gewidmete Ausstellung, die in Graz und
London zu sehen sein wird.
Das Archiv ist in die Räumlichkeiten im
Literaturhaus in der Elisabethstraße übersiedelt, der Nutzungsvertrag
wurde mit dem Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der
Universität Graz abgeschlossen. Die Stadt hat für 2012 eine Förderung in der Höhe von
22.000 Euro bewilligt, kürzlich kam auch die Zusage vom
Wissenschaftsressort des Landes über 12.000 Euro. Zusammen mit 10.000
Euro aus dem Kulturressort ist der Betrieb nun für 2012 laut Fink
gesichert. Weiter offen sei allerdings noch eine Beteiligung des
Bundes an der national konzipierten Archiv- und
Forschungseinrichtung.
Das im Jahr 2000 in Graz gegründete und seither immer wieder mit
Existenzproblemen kämpfende ÖKA war von 2004-2010 im oststeirischen
Straden untergebracht und hatte danach in einem Ausweichquartier in
Graz Unterschlupf gefunden. Aus der Option einer Eingliederung in das
Universalmuseum Joanneum wurde nichts, auch mit dem Landesarchiv
wurde man nicht handelseins, sodass in Ende 2011 eine Überführung der
Archivalien ins Deutsche Kabarettmuseum Mainz im Raum gestanden war. (APA)