Was wirklich passiert, wenn man sich ohne Raumanzug im All aufhält

6. Februar 2012, 01:08
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NASA verrät, wie sich das Vakuum des Weltraums auf die Gesundheit auswirkt

Das Szenario ist aus zahlreichen Science-Fiction-Filmen bekannt, das unerfreuliche Endergebnis ist für die Betroffenen in der Regel stets das selbe - nur die jeweiligen Umstände gestalten sich einmal mehr, einmal weniger grauslich: Die Rede ist von all jenen bedauernswerten Raumfahrern, die sich - aus welchen Gründen auch immer - in der unwirtlichen Umgebung des leeren Weltraumes wiederfinden, ohne einen entsprechenden Schutz in Form von Helm und Anzug zu tragen. In Mission to Mars von Brian de Palma beispielsweise begeht die von Tim Robbins gespielte Figur Selbstmord, indem sie ihren Helm abnimmt. Augenblicklich gefriert ihr Gesicht zu Eis. Anders im bereits etwas in die Jahre gekommenen Film Outland: Der Raumanzug eines Technikers erleidet einen Riss, die Luft strömt aus und der arme Mann bläht sich bis zur Unkenntlichkeit auf, ehe er schließlich lautlos, dafür umso spektakulärer platzt.

Zu guter Letzt wäre da noch jene Szene in 2001: A Space Odyssey, in der Dave Bowman eine kurze Strecke ungeschützt durchs All treibt und das Abenteuer mehr oder minder unverletzt übersteht. Welche der drei Möglichkeiten entspricht am ehesten der Realität? Die US-Weltraumbehörde NASA hat sich dieser Frage in kompetenter Weise angenommen. Unter der Rubrik "Ask an Astrophysicist" legen Fachleute unter anderem anhand von realen Ereignissen in der Vergangenheit dar, was mit einem menschlichen Körper nun wirklich geschieht, wenn er dem Vakuum des Weltraums ausgesetzt ist.

Es ist nicht unbedingt ein schnelles Ende, das den bedauernswerten Raumfahrer ereilen würde. Weder kocht das Blut über, noch platzen einem die Augen aus den Höhlen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Hollywood würde sich schwer tun, den wirklichen Tod im Weltraum spektakulär in Szene zu setzen. Sofern man nicht die Luft anhält, sondern ausatmet, bleiben einem noch rund zwei Minuten zu leben, ehe man an Sauerstoffunterversorgung stirbt - die erste Viertel Minute erlebt  man sogar bei Bewusstsein. Und statt mit den im Film gerne gezeigten Erfrierungen ginge man mit einem üblen Sonnenbrand ins Nirwana ein.

=> NASA's Imagine the Universe: Ask an Astrophysicist - Human Body in a Vacuum

(red)

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