Offenbar auch für Gastransporte nutzbar
Jerusalem - Die israelische Regierung hat am Sonntag
einem Projekt für eine Eisenbahn zwischen dem Mittel- und dem Roten
Meer zugestimmt. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nannte die
mögliche Alternative zum Suez-Kanal für den Verkehr zwischen Europa
und Asien eine "strategische Entscheidung". Die 350 Kilometer lange
Strecke durch die Negev-Wüste ermöglicht es nach seinen Worten, den
Badeort Eilat am Roten Meer von Tel Aviv aus in zwei Stunden zu
erreichen.
Netanyahus Bürodirektor soll dem Beschluss zufolge einen mit der
Beschaffung von Fonds für das Projekt befassten Ausschuss leiten.
Drei Optionen werden erwogen: eine Vereinbarung mit einem anderen
Land, private Fonds oder eine Finanzierung durch den Staat Israel.
Das Verkehrsministerium befürwortet eine Zusammenarbeit mit
chinesischen Firmen. Verkehrsminister Israel Katz traf in diesem
Zusammenhang bereits im vergangenen September mit seinem chinesischen
Kollegen in Peking zusammen.
Israelischen Angaben zufolge könnte die Bahnlinie auch für den
Transport von Erdgas nach Indien und vielleicht China genutzt werden.
Im östlichen Mittelmeer, 130 Kilometer vor der nordisraelischen
Hafenstadt Haifa, wurden 2010 die bedeutenden Gasvorkommen Tamar und
Leviathan entdeckt. Im vergangenen Juni hatte eine israelische Firma
die Entdeckung zweier weiterer wichtiger Gasvorkommen weiter südlich
vor der Küste von Hadera bekanntgegeben. (APA)