Das "museum in progress" öffnet einen eurasischen Ausstellungsraum
Colombo/Wien - Der unabhängige Kunstverein "museum in progress", 1990
von Kathrin Messner und Joseph Ortner gegründet, war und ist Wegbereiter
und Vermittler von Kunst im öffentlichen Raum. Als Trägermedien und
Projektionsflächen dienen Plakatwände, überdimensionale Fassaden,
Fernsehen, Internet und Printmedien wie der Standard.
Im Zuge der seit 1. Februar zum zweiten Mal in Sri Lanka stattfindenden
Colombo Art Biennale 2012 versammeln Museumsdirektor Roman Berka und
Kurator Suresh Jayaram Arbeiten internationaler Künstler. Unter dem
Titel Mediationen präsentieren bildende Künstler ihre Positionen in
Bezug auf aktuelle Veränderungsprozesse - auf lokaler (Sri Lanka),
kontinentaler (Asien) und globaler Ebene. Reale Metamorphosen des
Lebens, des Erlebens, des Alltags werden visualisiert.
Österreich ist durch Hanna Hollmann und Hans Schabus vertreten, die
Niederlande durch Erik van Lieshout, die USA durch Martha Rosler,
Norwegen durch Erik Pirolt. Die interkontinentale Kollaboration ergänzen
N. S. Harsha aus Indien sowie die heimischen, aus Sri Lanka stammenden
Nachwuchskünstler Pradeep Chandrasiri, Janananda Laksiri, Anoli Perera,
Pala Pothupitiye, Vaidehi Raja, Anomaa Rajakaruna, Pradeep Thalawatta,
Chandraguptha Thenuwara und Jagath Weerasinghe. Zeitgenössische Kunst,
politisch, pointiert, inspiriert, konspirativ und assoziativ.
Akkordierend werden ab 6. Februar in loser Folge drei Tageszeitungen der
Wijeya-Newspaper-Gruppe in Sri Lanka - Daily Mirror, Daily Financial
Times und Sunday Times - sowie der Standard (siehe Abb. links) speziell für das Printmedium geschaffene Kunstwerke publizieren.
Dabei soll der demokratische Kunstbegriff freier Kulturvermittlung
direkt in Kontakt mit gesellschaftlichem und politischem
Konfliktpotenzial treten. (Gregor Auenhammer / DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2012)