Schuldenberge

Warum Sparpakete trotzdem wirken

Kommentar der anderen | Daniel Gros, 5. Februar 2012, 18:40

Eine Antwort auf die vielen Kritiker des von Deutschland angeordneten Sparkurses für die Eurozone - Von Daniel Gros

Die Nachfrage schwächt sich nur kurzfristig ab, aber die positive Wirkung eines kleineren Defizits ist nachhaltig.

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Europa scheint vom Sparen besessen. Ein Land nach dem anderen wird entweder von den Finanzmärkten oder der EU gezwungen, mit der Reduzierung seines öffentlichen Defizits zu beginnen. Und als wäre das nicht genug, haben sich gerade 25 der 27 EU-Mitgliedsstaaten auf einen neuen Vertrag (als "Fiskalpakt" bezeichnet) geeinigt, der sie zwingen würde, niemals ein zyklisch bereinigtes Haushaltsdefizit von mehr als 0, 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufzuweisen. (Zum Vergleich: Das Haushaltsdefizit der USA lag 2011 bei fast acht Prozent des BIPs).

Allerdings fragen sich viele Beobachter angesichts der Tatsache, dass die europäische Volkswirtschaft in die Rezession zu rutschen droht, ob eine derartige "Sparpolitik" nicht selbstzerstörerisch sein könnte. Könnte eine Reduzierung der Staatsausgaben (oder eine Erhöhung der Steuern) zu einem derart steilen Rückgang bei der Wirtschaftsaktivität führen, dass die Staatseinnahmen fallen und sich die Haushaltslage tatsächlich weiter verschlechtert?

Dies ist angesichts der Funktionsweise unserer Volkswirtschaften höchst unwahrscheinlich. Mehr noch: Wenn es so wäre, würde daraus folgen, dass Steuersenkungen zur Verringerung der Haushaltsdefizite führen, weil das größere Wirtschaftswachstum selbst angesichts niedrigerer Steuersätze für höhere Staatseinnahmen sorgt. Diese Annahme wurde in den USA schon mehrmals getestet, und immer folgten auf diese Steuersenkungen höhere Defizite.

In Europa gilt die Sorge stattdessen der Schuldenquote. Die Befürchtung ist hier, dass der durch die Sparpolitik bedingte Rückgang beim BIP tatsächlich so groß sein könnte, dass sich die Schuldenquote erhöht. Dies ist von Belang, weil die Anleger die Schuldenquote häufig als Indikator für die Finanzstabilität nutzen. Insofern könnte ein niedrigeres Defizit die Spannungen an den Finanzmärkten tatsächlich verschärfen.

Allerdings führt ein niedrigeres Defizit im Laufe der Zeit zwangsläufig zu einer niedrigeren Schuldenquote, selbst wenn sich die Quote kurzfristig verschlechtert. Schließlich gehen die meisten zur Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Fiskalpolitik genutzten Modelle davon aus, dass eine Senkung der Ausgaben etwa die Nachfrage zwar kurzfristig verringert, sich die Volkswirtschaft jedoch nach einer Weile erholt und wieder ihr früheres Niveau erreicht. Die Fiskalpolitik hat also keine bleibenden Auswirkungen auf die Produktionsleistung (oder nur sehr geringe). Hieraus folgt, dass alle eventuellen kurzfristigen negativen Auswirkungen der niedrigeren Nachfrage auf die Schuldenquote später (mittel- bis langfristig) durch die folgende Nachfrageerholung, die die Volkswirtschaft wieder auf ihr früheres Produktionsniveau zurückbringt, ausgeglichen werden.

Zudem bleibt die Verringerung des BIPs - selbst wenn man davon ausgeht, dass die Auswirkungen einer dauerhaften Absenkung der Staatsausgaben auf die Nachfrage und Produktionsleistung ebenfalls von Dauer sind - ein einmaliges Phänomen, während das niedrigere Defizit Jahr für Jahr eine anhaltende positive Wirkung auf das Verschuldungsniveau hat.

Man beachte, dass diese Schlussfolgerung keinen Rückgriff auf die von Paul Krugman und anderen verspottete "Confidence Fairy" ("Vertrauensfee") umfasst. In den USA mag es in der Tat unbegründet sein, zu erwarten, dass ein niedrigeres Defizit einen geringeren Risikoaufschlag zur Folge hat - aus dem einfachen Grund, dass die US-Regierung schon jetzt ultraniedrige Zinssätze zahlt.

Doch selbst ohne irgendwelche Vertrauenseffekte ist das überparteiliche Congressional Budget Office zu dem Schluss gekommen, dass eine Reduzierung des US-Defizits zwar die Nachfrage senkt, aber trotzdem zuverlässig zu einer geringeren Schuldenquote führt. Dies sollte für Euroländer wie Italien oder Spanien, die Risikoaufschläge von mehr als drei oder vier Prozent bezahlen, noch stärker gelten. Für diese Länder hat sich die Vertrauensfee zum Monster entwickelt.

Kurzfristig oder langfristig?

Die entscheidende Frage ist dann: Was ist wichtiger - die kurzfristigen Auswirkungen der Defizitreduzierung auf die Schuldenquote oder die langfristigen?

Potenzielle Käufer zehnjähriger italienischer Anleihen sollten sich die längerfristigen Auswirkungen einer Defizitreduzierung auf das Schuldenniveau ansehen, die mit ziemlicher Sicherheit positiv sein dürften. Natürlich kann es passieren, dass einige Marktteilnehmer in irrationaler Weise nach einer kurzfristigen Verschlechterung der Schuldenquote einen höheren Risikoaufschlag verlangen. Aber wer sich auf das Kurzfristige konzentriert, läuft Gefahr, Geld zu verlieren, weil der Risikoaufschlag letztlich fallen wird, wenn sich die Schuldenquote wieder verbessert.

Die Sparpolitik aus der Angst heraus aufzugeben, dass die Finanzmärkte kurzsichtig agieren, würde den Tag der Abrechnung nur hinausschieben, weil die Schuldenquoten langfristig steigen würden. Zudem ist es höchst unwahrscheinlich, dass etwa Italien bei höherem Defizit einen niedrigeren Risikoaufschlag zahlen würde.

Es wäre für die hoch verschuldeten Länder der Eurozone gefährlich, jetzt die Sparpolitik aufzugeben. Jedes Land, das stark verschuldet in eine Phase erhöhter Risikoaversion eintritt, hat nur die Wahl zwischen schlechten Entscheidungen. Die Umsetzung glaubwürdiger Sparpläne stellt das geringere Übel dar, selbst wenn sie die zyklische Abschwächung kurzfristig verschärft. (Daniel Gros, DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2012)

© Project Syndicate 2012. Aus dem Englischen von Jan Doolan

DANIEL GROS ist Direktor des Zentrums für europapolitische Studien in Brüssel.

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QUANTUM
00
25.2.2012, 02:13

deswegen werden staatsanleihen weiterhin auch nicht gekauft werden. langfristig simma alle tot. bei den hoorenden defiziten, die zahlungen nur dem volk und nicht den verursachern auftzubrummen ist in jeder weise kontraproduktiv. sieht man an griechenland. und weis man seit dem 2tn ww, und trotzdem gibt's immer wieder hirnrissige artikeln.

also dann ...
01
was ist denn dat für een "vwl. geschwurble" ... ?

der hr. autor ...
solle doch mal eine kleine empirische analyse z.b. zu den ergebnissen des sparens bei hr. brünning ... oder noch besser hr. eichel (2002-2005, DE) nachlesen, wie sich
- das hineinsparen in die rezession
- verbunden mit steueresenkungen f.d. unternehmer
- und das absenken von sozialausgaben (hallo...von den automat. stabilisatoren hat der herr nichts gehört ?)
auf die wirtschaft auswirkten.

bei lohnkürzungen um 20 % - n e t t o
und entlassung von 20 % der beamten
gibt es k e i n wachstum in den kommenden 10 jahren - mindestens !

Jake Gittes
22

Typisch neoklassische Argumentationslinie:

Wenn sie entdecken, dass in ihrem Modell etwas nicht stimmt, da die Realität doch irgendwie anders funktioniert, wenn sie also ein Argument einfach nicht vom Tisch wischen können (z. B. dass Sparen die Wirtschaftsleistung reduziert), dann sagen sie, das sind nur kurzfristige Auswirkungen. Mittel- und langfristig ist doch wieder alles richtig mit unserem Weltbild.

Das kann man wirklich bei fast jedem Argument so verfolgen.

Eberhard Krauss
00
Für die Möglichkeit,

dass Reformen mit z.T. großen und empfindlichen Einsparungen durchaus zu einem nachhaltigem Wachstum führen, ist Deutschland wohl das Paradebeispiel. Die ökonmische Entwicklung hat sich im letzten Jahrzehnt als relativ stabil erwiesen bzw. die Krisen 2005 und 2009 konnten in Rekordzeit wieder ausgegelichen werden.
Jetzt kommt das Totsxchlagsargument, das die internationale Wettbewerbsfähigkeit nur durch Lohndumoping erreischt wurde. Lohnrückgängen hat es gegeben, im Sektor geringqualifizierter Dienstleistungen. Allerdings nicht in der exportorienten Industrie. Zum Vergleich: Meine letztjähriger Brutttozuwachs waren 7%. Meiner Kollegen schnitten meindestens genauso gut ab. Das Argument Exportzuwächse durch Niedriglohn ist einfach Dünnschiss

Jake Gittes
10

Ja und diese ganzen wunderbaren Milliarden, die man sich mit dieser wundervollen Politik erwirtschaftet hat, muss man jetzt wieder nach Griechenland zahlen.

Daran sieht man, dass so eine Politik eben nicht funktioniert, wenn man einen gemeinsamen Währungsraum hat.

Eberhard Krauss
00
Bei einer Insolvenz eben nicht,

da muss nur das Geld abschreiben, dass man in Form von Warenkrediten vorgestreckt hat. Das ist ein überschaubarerer Verlust. Unüberschaubar wird es, wenn man den Bankrott Griechenlands verschleppt. Im Übrigen ist eine Politik die auf Wettbewerbsfähigkeit stzt nuicht schlecht oder zum Scheitern verurteilt. Schon allein aus dem Grund, weil Europa nur einen kleinen Ausschnitt der Weltwirtschaft darstellt. Natürlich könnenn wir (in Europa) uns der Geschwindigkeit der Fußkranken anpassen. Dann müssen wir uns aber auch mit wachsender Badeutungslosikeit als Weltregion abfinden. Die Möglichkeit besteht durchaus. Aber wenn griechische Verhältnisse eienziehen, dann werde auch ich mein Schmiergeld beisammen haben und mir eine Taxilizenz besorgen.

Jake Gittes
01

Die Antwort ist ganz einfach: Die Südstaaten müssen produktiver werden, die Nordstaaten müssen die Löhne etwas mehr erhöhen. Und das in einem langjährigen Prozess bis sich die Niveaus angleichen.

Nur so kann man auf Dauer eine gemeinsame Währung haben. Insgesamt würde dadurch der Währungsraum an Stärke gewinnen, nicht verlieren wie sie es glauben.

Eberhard Krauss
00
Da kann ich Ihnen vollends zustimmen!

Produktiver wird man aber leider nicht von heute auf morgen. Mit dem langjährigen Prozesshaben sie recht. Bloß, wenn jemanden das Wasser bis zumHals steht, ist eben nicht die beste Zeit für strategische Überlegungen. Die von Ihnen angemahnte Lohnerhöhung in Mitteleuropa würde Griechenland leider auch nicht helfen, da eine Konkurrenz von deutschen und österreichischen Exportgüter zu solchen aus Griechenland kaum besteht. Starke Lohnerhöhungen würde lediglich die weltweite Wettbewerbsfähigkeit von AUT und D schwächen. Moderate Lohnerhöhungen in AUT und D dagegen beleben den Binnenkonsum und könnten Griechenland am meisten helfen. Aber an Strukturreformen wird Griechenland nicht vorbeikommen.

Jake Gittes
00

Na bitte, hamma uns ja getroffen. Voila. Es gibt ja noch Wunder im Standard Forum.

niemand der 1.
00
könnte so sein, oder doch nicht?

http://de.wikipedia.org/wiki/Sparparadoxon

Eberhard Krauss
00
Grundsätzlich

halte ich nichts davon einem Berechtigten (Pensionär, Arbeitsloser, Sozialhilfemepfänger etc.) irgnedewas wegzunehemen. Wohlgemerkt, ich sprach von Berechtigten. Allerdings habe ich über Griechenland in den letzten Monaten einiges erfahren, was ich mir nicht vorstellen wollten:
*Nichtbesteuerung Wohlhabender
*Rentenzahlung an Verstorbene
*eine flächendeckendeVtterleswirtschaft, die um Größenordnungen heftiger ausgeprägt ist als in Mitteleuropa.
* und Anreizsysteme, in denen geringproduktive Beschäftigungen besser entlohnt wurden als hoch produktive.
Fest steht Griechenland war schon vor 2008 völlig kaputt, nur die Auswirkungen kommen erst jetzt. Ein Fortschritt wäre wohl schon, wenn geltendes griechisches Recht auch umgesetzt würde.

vandermonde
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Was passiert, wenn...

...das Defizit trotz der Sparbemühungen nicht reduziert wird? Etwa so wie gegenwärtig in Griechenland:
http://www.querschuesse.de/griechenl... len-phase/

Sparpolitik ist nicht gleich Sparpolitik! Werden Maßnahmen gesetzt, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gravierend unterminieren fährt das Land an die Wand.

Die Spartheorien orientieren sich an Fällen, bei denen die betroffenen Staaten eine nationale Währung hatten (z.B. Argentinien) und sich entschulden konnten.

samba cat
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find ich super

dass in dem ganzen geschwafel ueber kurzfristig und langfristig zwar viel ueber anleihenzinsen und produktivitaet und schulden geredet wird, aber mit keinem einzigen wort erwaehnt wird, dass hinter all dem menschen stehen. die wirtschaft als selbstzweck zu sehen kotzt mich an.
"In the long run we are all dead. Economists set themselves too easy, too useless a task if in tempestuous seasons they can only tell us that when the storm is long past the ocean is flat again."
als haette keynes diesen kommentar gelesen...

Eberhard Krauss
00
Wenn man aber

durch kurzfristig wirksame Maßnahem die Gurndlge für neue Krisen schafft, dann muss man darüber nachdenken, ob eine Rosskur doch nicht in betracht kommt. Witzig finde ich schon, dass man nach der dotcom-Krise eine Politk billigen Geldes und staatlicher Interventioen fuhr und nachdem man acht Jahre später wieder an diesem Punkt steht, geht man wieder nach diesem Rezept vor. Man kann einem Diabetiker natürlich auch immer wetier Zucker geben. Aber auf längere Sicht sind wir ohnehin alle tot. Warum sollte man sich dann auch in der Gegenwart Gedanken um die Zukunft machen.

Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit
01

ich halte es für problematisch, dass bei all der diskussion um die "staatsschuldenkrise", die ursachen der krise vernachlässigt werden.

die ursachen liegen in den europäischen und internationalen ungleichgewichten und den amoklaufenden unregulierten finanzmärkten. außerdem wird nur die staatsverschuldung thematisiert, während die private verschuldung ignoriert wird. betrachtet man die zahlen vor der krise, ist in den südlichen eurostaaten die private verschuldung explodiert (bei sinkenden staatsschuldenquoten, ausnahme gr)

ein sparkurs der regierungen und daraus folgender konjunktureinbruch wird ein rückzahlen der privaten schulden - besonders bei niedrigverdienern - erschweren.

Christoph Karl Steininger
01
Die Sparpolitik ist schon im Ansatz falsch!

Einsparen kann man nur unnötige Ausgaben. Nötige Ausgaben zu reduzieren führt nur zu Verteilungskämpfen die für den notwendigen gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährlich sind.
Zweifellos gibt es in einem Staat wie Österreich unnötige Ausgaben. Die überkommene und unnötig fragementierte Verwaltung produziert solche Ausgaben in großen Mengen. Doch anstatt hier zu sparen wird sinnloserweise bei den nötigen Ausgaben im Sozialbeireich eingespart.
Überdies denkt auch niemand an Einsparungen bei den Infrastrukturinvestitionen. Auch hier gibt es Überflüssigkeiten, insbesondere die vielen Löcher die wir in die Gebirge graben, damit der Individualverkehr noch dichter wird. Auf Kosten der Umwelt!

Eberhard Krauss
00
Ihrer Überschrift muss man widersprechen

in der gleichen Tecnik, die Sie verwenden möchte icht dann meine Aussage auch relativieren. Dem zweiten Teil ihres Posts (kritische Prüfung von Infrastrukturprojekten etc.) kann ich vorbehaltlos zustimmen. Allerdings sollte man auch die Anreize, die das Sozialsystem schafft im Auge behalten. Das heißt nicht automatisch Kürzen. Sondern eine Analyse von Ursache und Wirkung sozialer Misere unternehmen und sinnvolle zweckmäßige Hilfsangebote und auch finanzielle Beihilfen bereitstellen. Das Prinzip Gieskanne ist dabei meist fürsorgliche Verwahrlosung.

Eberhard Krauss
00
Wirtschaftswachstum - Teil 2

In den heutigen Krisenländern hat zu beginn dieses Jahrhunderts ein Boom stattgefunden, der vorallem auf dem Anstieg des Konsums beruhte. Dieser wurde dadurch ausgelöst, dass sich die Leute aufgrund steigender Immobilienwerte reicher wähnten, als sie vormals waren. Leider wurde ich dieser Zeit der Produktivsektor(Industrie/industrienahe Dienstleistung etc.) nicht entsprechend entwickelt. Dies machte diesen Aufschwung so fragil. In dieser Etagre meiner Firmea zählte ich fünf spanische Ingenieure um die 30. Die machen sämtlich gute Arbeit, zahlen hier Steuern und SV. Sie wurden auf spanische Kosten ausgebildet und leisten hier Mehrwert. Das ist die eigentliche Tragik für Spanien und nicht temporäre Konsumeinbußen.

Hugo Strudl
01
Selbstverständlich wird ein Sparkurs mit höheren Steuern und Beschneidung des Sozialstaats in eine tiefere Rezession führen.

Der Grund, dass trickle down economics nicbt funktioniert hat ist, dass die oberen Einkommen die Gewinne aus den Steuersenkungen nicht investiert sondern selbst gehortet haben. Und somit kam eine Steuersenkung für die Reichen nun mal nur den Reichen zugute und hat nichts mit irgendwelchen anderen hier angeführten Schlüssen zu.

Die tiefere Rezession, die der bevorstehende Sparkurs verursachen wird ist nirgends auf der Welt ein Geheimnis unter Ökonomen. Es ist tiefste Tea Party Wirtschaftspolitik und wird ausschließlich von den reichsten 5% promotet, für die es billiger ist die wegfallenden Leistungen des Staates privat zu zahlen als 1-2% auf ihr Vermögenseinkommen abzuliefern was den Staat sanieren könnte.

Eberhard Krauss
00
Wirtschaftswachstum - Teil 1

Auch ich finde den Kommentar von Herrn Gros nicht ins sich schlüssig. Aber der Kern der Auseinandersetzung ist doch: Wie kann eigentlich Wirtschaftswachstum (möglichst nachhaltig und langfristig) generiert werden? Einigen Foristen scheint es rein logisch, dass Wirtschaftswachstum durch mehr Konsum zu erreichen ist. Wenn dem so wäre, wäre tatsächlich eine Sparpolitik kontraproduktiv.
Allerdings wird Wachstum in vorallem dadurch erreicht, dass eine Gesellschaft in der Lage ist Mehrwert zu generieren. Somit ist langfristig eine gute Bildungspolitik deutlich besser als eine expansive Finanzpolitik.
Weiterhin ist es zuweckmäßig, die richtigen Anreizsysteme zu schaffen. Wenn talentierte Jugendliche lieber Taxifahrer werden, sit es Verschwendung.

nö, mach ich nicht!
22
Warum wird hier eigentlich nur über die Effekte für die Wirtschaft geredet?

Schon mal drüber nachgedacht, was das Sparpaket für das Leben der lohnabhängigen Menschen bedeutet?

Wenn die Sparpakete in diesem System alternativlos sind - dann braucht es eine Alternative zu diesem System!

Mike Davis
 
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Ok. Aber das Problem, das etwa Krugman sieht, ist ja, dass es auch langfristig negative Auswirkungen hat, wenn man derzeit durch zusätzliche Sparanstrengungen die Wirtschaft noch zusätzlich schwächt.

Und noch ein Punkt: Die derzeitigen Probleme sind ja keinesfalls einem Mangel an Kapital zuzuordnen, sondern einem extremen Überfluss, allerdings nur bei denjenigen, die Geld nicht ausgeben u nur "sichere" Veranlagungen wollen. (Bsp dafür: Deutschland bekommt teilweise Geld fürs Ausleihen, nur weil es ein sicherer Schuldner ist!).

Sparen ohne die Verteilungsproblematik anzugehen ist daher der Gipfel der Dummheit: Das bedeutet, der Realwirtschaft weiter Geld entziehen u in Finanzmärkte pumpen -> Offenbar Ziel des Raiffeisenanhängsels ÖVP...

Sidlo
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Wenn Sparen zu weniger Staatseinnahmen führt,

dann heißt das noch lange nicht, dass Steuersenkungen zu Mehreinnahmen führen würden, denn die Multiplikatoren für beide Effekte sind keineswegs die gleichen. Der Mann ist also entweder inkompetent oder einfach nur ein Verbreiter von Europropaganda! Was der Mann auch nicht berücksichtigt, dass eine derartige cold turkey Politik auch in einigen Ländern zu irreversiblen und irreperablen politischen Verwerfungen führen kann, weshalb er ebenfalls die Risiken ein solchen Politk gar nicht wahr haben will.

Pareidolic
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Nicht nur dass die Multiplikatoren andere sind, es macht auch einen großen Unterschied ob man die Maßnahmen jeweils bei guter (oder zumindest passabler) Wirtschaftslage durchgeführt hat, oder bei katastrophaler Wirtschaftslage wie jetzt durchführt, bei stark eingebrochener privater Nachfrage.

tho_mi
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Das kommt halt davon, wenn man dem Otto-Normal-Bürger sowas "erklären" möchte, ohne Hintergrund-Infos scheint das da oben ja halbwegs plausibel zu sein.

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