Ärger mit der reichen Schwiegermutter
In Witzen kommen Schwiegermütter meist schlecht weg. Wie etwa in diesem: "Was
heißt Schwiegermutter auf Französisch? Le grand malheur." Karl-Heinz Grasser
dürfte dem nun zustimmen, nachdem ihn Marina Giori-Lhota, die Mutter seiner Frau
Fiona, in eine pikante Erklärungsnot gestürzt hat. Über Geld, das der
Ex-Finanzminister für sie angeblich treuhändisch veranlagt hat - und das ihr nun
gar nicht gehören will. Dabei haben sich die beiden vor Kameras bisher immer so
lieb gehabt.
Schon einmal hatte sich die Miteigentümerin des Swarovski-Konzerns gegen
einen Schwiegersohn gewandt, und zwar gegen den ersten Mann ihrer Tochter Fiona,
einen gewissen Giovanni Mahler, der unter anderem ins Visier italienischer
Finanzbehörden geraten war.
Die operative Macht liegt in der Kristallfamilie zwar in Männerhänden, dass
die Swarovski-Frauen aber alles andere als geld- und machtlos sind, ist kein
Geheimnis. Die 68-jährige Giori-Lhota ist die Schwester des Clanchefs Gernot
Langes und Urenkelin des legendären Firmengründers Daniel Swarovski. Mit
kolportierten 13 Prozent besitzt sie nach ihm den zweitgrößten Anteil an der
Swarovski KG. An Konflikte ist sie gewöhnt: Hinter der glitzernden Kristallwelt
liefern sich die dutzenden Gesellschafter immer wieder harte Fehden. Zwar ist
die Signora ein in der Regenbogenpresse gern abgebildeter Jetset-Star -
mitunter flankiert vom schönen Schwiegersohn -, doch tritt sie nicht so schrill
und laut in Erscheinung wie ihre Tochter.
Pech mit Männern hatten beide schon. Die Ehe mit Rino Giori, Ex-Chef der
italienischen Gelddrucker-Dynastie Deal-Rue-Giori, hielt nur wenige Jahre. Dann
"passierte" ihr Benno: ein Koffervertreter aus Ulm, der sich in ihrem
heimeligen, 300 Jahre alten Moserhof bei Kitzbühel, den sie immer noch bewohnt,
einnistete. Er zog sie mit einem Hotelprojekt in eine Riesenpleite.
Aus der Ehe mit dem Schweizer Unternehmer Philipp Winter stammen die beiden
Töchter Fiona und Anouschka. Seit 2007 ist sie mit dem ehemaligen
Geschäftsführer des deutschen Automobilclubs, Adalbert Lhota, verheiratet. Die
Kristallerbin beherrscht das breite Tirolerisch ebenso gut wie den
englisch-italienisch-französischen Sprachmix der High Society. Dabei ist sie
kamerascheu und hasst Paparazzi. Die lukrativen Investments ihres Schwiegersohns
bringen sie nun jedoch hart ins Licht der Öffentlichkeit. (Karin
Tzschentke, DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2012)