Armee richtete Blutbad in Homs an

5. Februar 2012, 18:13

Hunderte Tote nach Gedenken an Massaker von 1982 -Demonstranten stürmten syrische Botschaften

Die Botschaftsangestellten, die normalerweise Visaanträge bearbeiten, konnten nur noch den Totalschaden feststellen: Wütende Demonstranten waren am Wochenende in die syrische Vertretung in Kairo eingedrungen und hatten die Räume verwüstet. Das ganze Erdgeschoß ist ausgebrannt, die Einrichtung zerstört oder gestohlen.

Die syrische Botschaft war erst vor wenigen Wochen von einem Wohnquartier ins Botschaftsviertel umgezogen, weil man glaubte, dort sicherer zu sein. Jene in Kairo war nur eine von mehreren syrischen Botschaften, die am Wochenende von gewalttätigen Demonstranten beschädigt wurden. Diese Attacken waren ein Ausdruck der Hilflosigkeit angesichts der nicht zu stoppenden Gewalt, vor allem in Homs im Westen Syriens.

Die Opposition ist überzeugt, dass der Angriff der syrischen Armee mit Panzer- und Mörsefeuer auf mehrere Wohnviertel in Homs am Samstag geschehen konnte, weil Präsident Bashar al-Assad sich der russischen Haltung in der Uno sicher war. 220 Tote, davon 186 in Homs, zählten die lokalen Koordinationskomitees am Samstag. Andere Quellen sprachen von über 400 Toten und mehr als 1000 Verletzten. Tausende hatten in Homs der zigtausenden Toten gedacht, die 1982 bei einem Massaker ums Leben gekommen waren, befohlen vom Vater Assads. Anschließend soll es zu einem Angriff syrischer Deserteure auf Militärstützpunkte gekommen sein.

Der Samstag war der bisher blutigste Tag seit Beginn des Aufstandes im März. Augenzeugen berichteten gegenüber arabischen TV-Sendern von überlasteten Spitälern und einem Mangel an Blutkonserven, Sauerstoff und Verbandsmaterial und klagten die Regierung an, den Roten Halbmond in der Arbeit zu behindern. Das Bombardement ging auch am Sonntag weiter. Die Opposition rief zu zivilem Ungehorsam auf.

Viele Regierungen reagierten mit scharfen Worten auf den neuesten Gewaltexzess des syrischen Regimes. Der saudische König sagte ein beliebtes Festival mit lokalem Brauchtum, das ein Millionpublikum anzieht, ab. Tunesien wies den syrischen Botschafter aus. Eine Unterorganisation der Arabischen Liga empfahl allen arabischen Staaten, dem tunesischen Beispiel zu folgen. Die syrischen Muslimbrüder verlangten von der Staatengemeinschaft, dass die Schuldigen dieses Massakers gesucht und bestraft würden. Die ägyptischen Muslimbrüder fordern Wirtschaftssanktionen gegen Russland und China.

Assad-Anhänger brachten vor den Botschaften Moskaus und Pekings in Damaskus unverholen ihre Freude zum Ausdruck. Am Dienstag will der russische Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen nach Damaskus reisen. Moskau hat angeboten, einen Dialog zu vermitteln. Nach 6000 Toten ist aber in der Opposition kaum mehr jemand zu finden, der noch auf einen Dialog mit dem Regime setzt. (Astrid Frefel aus Kairo/DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2012)

omar chamra
13
Nun Fakt ist, Assad Vater hat im Februar 1982

über 20.000 Einwohner der Stadt Hama von seiner Soldateska massakrieren lassen und ließ Hama mit Artillerie und Flugzeugen beschiessen.
Zuvor hatten Mitglieder der Muslimbruderschaft in einer Militärschule mehr als 100 Schüler massakriert.
Assad Sohn darf jetzt mit russischer und chinesischer Unterstützung tausende Syrer massakrieren lassen, die am Anfang nur friedlich demonstriert haben.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf leugnen hier einige (vermutliche) Extremisten, die Verbrechen von Assad & Komplizen.

Leckereien
04
20.2.2012, 20:45
30 Jahre Frieden

1982 war daher klar ein Erfolgsrezept

Seine Durchlaucht
02
"Armee richtete Blutbad in Homs an"

Interessant wäre es, zu erfahren, welche Rolle die sog. "Rebellen" bei diesem Blutbad spielen, sind die "Rebellen" Opfer oder (Mit-)Täter dieses Blutbads?

Oddo Wolf
47
Die Propagandalügen der Medien vom Massaker in Syrien

-
1 Tag vor der UN-Resolution soll Assad ein Massaker veranstaltet haben? Wem würde das wohl eher nützen? Und die Propagandamedien meinen Assad wäre so blöd? Wohl eher nicht. Vielleicht meinen sie aber, daß ihre Leser so blöd sind das zu glauben.

Ja, ich weiß: Der Standard-Redaktion sind Hände und Füße gebunden. Deshalb muß ich die Meinungsfreiheit, die hier im Forum geboten wird loben. Die höchste, die in deutschsprachigen Onlinemedien zu finden ist. Die zu verteidigen ist sicher nicht gering zu schätzen. DANKE

- Hasenöhrl
24
Das war eine Lüge von Anfang an

nur dazu da den Russen eine Zustimmung zum Nanobombardement abzuringen - nur die Russen sind halt viel klüger als die Cowboys und deren europäischen Hilfskötern!

salman
 
33

Dieses angebliche Massaker wirft in der Tat Fragen auf. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Russland mit allen Mitteln auf Kurs gebracht werden soll bzw. alsd böser Bube dargestellt werden soll.
Verdächtig ist auch, dass einen Tag nach dem "Massaker" in den Medien kaum mehr darüber geredet wird.

egal9
15

"Unklar ist vorerst, was kurz vor der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat diesen Gewaltausbruch der regulären Truppen ausgelöst hat. Möglicherweise war es ein Angriff der Deserteure der „Freien Syrischen Armee“. Sie hatten kurz zuvor bei einem Angriff auf eine Straßenkontrolle der regulären Armee zehn Soldaten getötet. Nachdem die reguläre Armee ihre nächtlichen Angriffe auf die schlafenden Einwohner von Homs gestartet hatte, griffen die Deserteure abermals Stellungen der Armee an und töteten weitere 42 Soldaten."
(FAZ)

Wenn es nach der hiesigen Darstellung geht, ist die syr. Armee die Dümmste der Welt.
Lässt sich von der FSA widerstandslos massakrieren und tötet dann nur Zivilisten aus Rache. Absolut plausibel.

casus belli
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Tatsachen?

Es wird hier wie immer von einer Tatsache berichtet, dabei sind die Zahlen und Umstände gar nicht bekannt.

Hier wird der uninformierte Leser einfach denken: "Syrische böse Armee bombadiert ohne Grund Zivilisten" ohne dabei an die FSA und Feindstellungen zu berücksichtigen, die sie in Wohngebiete aufschlagen.

Reine Meinungsmache.

egal9
29

Warum wird von den Aktionen der FSA nicht berichtet? Vor dem "Massaker" in Homs soll die FSA einen Stützpunkt der Armee überfallen haben und 20 Soldaten dabei getötet haben (Quelle: FSA selbst)

Und gestern wurden weitere Armeeposten angegriffen
Vollzitat von Honzo
"In response to the Homs massacre, the FSA attacked one of the most notorious checkpoints, killing all snipers inside.
http://www.youtube.com/watch?v=v... xMaFKV_Lc"

Völlig ohne Wertung ist das doch völlig einseitig. Die FSA ist mit konkreten Aktionen in den Medien praktisch nichtexistent. Und die Armee beschießt angeblich nur Zivilisten, aber niemals die FSA. Wer soll das denn glauben?

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