Unstimmigkeit in Koalition

Streit um Pensionen verhindert Einigung über Sparpaket

5. Februar 2012, 18:17

ÖVP prescht mit Details zum Sparpaket vor, SPÖ dementiert Nulllohnrunde bei Pensionisten

Wien - Das Vorpreschen von Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP), der bereits eine Einigung mit der SPÖ zum Sparpaket verkündet hat, sorgt für Unstimmigkeit in der Koalition. Die SPÖ dementiert eine Einigung und stellt etliche Punkte, die von Spindelegger verkündet worden waren, wieder infrage. Eine rasche Einigung über das gesamte Konsolidierungspaket, das Verhandler vor allem auf der ÖVP-Seite noch für diese Woche für möglich gehalten hatten, scheint vor allem wegen massiver Differenzen beim Thema Pensionen wieder unwahrscheinlich.

Die SPÖ weist die Darstellung über eine vereinbarte "Nulllohnrunde" für Pensionisten zurück. Kanzler Werner Faymann und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) dementieren, auch der VP-Seniorenbund-Obmann Andreas Khol weiß nichts von einer angeblich eingeholten Zustimmung.

Auch für das rasche Auslaufen der Hacklerregelung, das Spindelegger angekündigt hatte, gibt es noch keine Zustimmung der SPÖ. "Es gibt in diesem Bereich keine abgeschlossene Vereinbarung", heißt es aus dem Kanzleramt.

Faymann wandte sich am Wochenende gegen "Falschmeldungen" und kritisierte, dass sein Koalitionspartner mit einzelnen Punkten an die Öffentlichkeit gegangen ist, obwohl die Verhandlungen darüber noch nicht abgeschlossen seien. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) drängte die SPÖ am Sonntag dazu, "den Sack zuzumachen".

Als fix gilt, dass es bei den teuren Korridorpensionen zu Änderungen kommen soll. Dass das faktische Pensionsantrittsalter generell angehoben und der Zugang zur Invaliditätspension drastisch eingeschränkt wird, scheint ebenfalls politisch akkordiert zu sein.

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Wien - Mehr hat es nicht gebraucht. Ausgerechnet zu den Pensionisten, der roten Kernklientel schlechthin, posaunte der schwarze Parteichef am Wochenende die ersten konkreten Sparmaßnahmen hinaus. Für den Rest der freien Zeit war Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), wegen andauernder Verhandlungen eigentlich etwas ruhebedürftig, erst recht wieder sehr beschäftigt - nämlich vor allem damit, die von Michael Spindelegger angekündigten Einschnitte für die Rentner zu dementieren. Hundstorfer: Nein, eine Nulllohnrunde für alle Pensionisten komme nicht infrage. Nein, die Hacklerregelung bleibe so, wie sie ist. Und nochmals Nein, auch bei den Korridorpensionen werde das Antrittsalter nicht von 62 auf 63 angehoben.

Kanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann qualifizierte die angekündigten Verschlechterungen für Pensionisten gar als "Falschmeldungen" - und kritisierte, dass sein Koalitionspartner mit einzelnen Punkten an die Öffentlichkeit gehe, obwohl die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien.

Schwarze Tabus

Doch nicht nur Rot, auch Schwarz steckt auf der Zielgeraden zum Sparpaket erneut eigene Tabuthemen ab. Am Sonntag schloss Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), ebenfalls Mitglied des sechsköpfigen Regierungsverhandlungsteams, in der ORF-Pressestunde erneut eine Wiedereinführung der Erbschafts- und der Schenkungssteuer vehement aus: "Das wird mit uns nicht machbar sein." Und auch die ÖVP will ihre eigene Klientel schonen: "Familien wollen wir nicht wieder zur Kasse bitten." Vage blieb Mitterlehner freilich zu der von der ÖVP abgelehnten Reichensteuer oder Solidarabgabe von Spitzenverdienern ("wird diskutiert", "könnte möglich sein").

Angesprochen auf die roten Dementis zu den Pensionen, mahnte der ÖVP-Mann hingegen die SPÖ: "Wenn jeder aus dem Sack herausnimmt, was ihm nicht passt", werde es nicht gehen. Dazu erklärte der Minister wortreich, dass auch eine frühere Angleichung des Pensionsalters für Frauen "noch ein Diskussionsthema" sei.

Konkret sollen bei den Pensionen zwei Modelle auf dem Verhandlungstisch liegen. Modell eins sieht eine Pensionserhöhung von 2013 bis 2015 von nur einem Prozent vor. Wie die Summe verteilt wird (etwa für die Kleinstpensionen mehr) sollen die Pensionistenvertreter entscheiden. Laut Modell zwei steigen die Pensionen 2013 um 1,7 Prozent, in den Jahren 2013 bis 2016 müssen die Pensionisten aber einen um 0,5 Prozent höheren Beitrag zur Krankenversicherung zahlen.

Dass eine Nulllohnrunde für Pensionisten mit den Seniorenvertretern bereits paktiert sei, wurde am Sonntag dann auch von Andreas Khol, dem Obmann des Seniorenbundes und amtierenden Präsident des Seniorenrates, zurückgewiesen. Die Pensionistenvertreter seien mit diesem Vorschlag noch nicht einmal konfrontiert worden, hielt Khol erbost fest. Und: "Es ist für mich unvorstellbar, dass die Pensionisten höhere Lasten tragen müssen als die Aktiven." Am Montag wird erneut "sondiert". (Michael Völker, Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2012)

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jane doe2
21

Das Problem sind nicht die normalen Pensionisten, sonder die Frühpensionisten, die zwischen 50 und 60 in Pension gegangen sind, und das sind verdammt viele!

Die (gesunden) Frühpensionisten sind das Problem!!!!

S.W.A.T.
00
Politiker,Beamte und Bauern

sind das Problem. Wir Arbeiter bringen unsere Invaliden locker durch. Wenn die Obengenanten Schmarotzer nicht wären. Die sollen endlich eine eigene Rentenkassa gründen und nicht immer dem Arbeiter auf der Tasche liegen.

also nein
01
Die armen Kranken werden für die reichen Gesunden gequält und misshandelt!

Wohin kam der Rechtsstaat und die Menschenrchte?????

Henry44
12
Die SPÖ verteidigt die Hacklerregelung,

das verstehe, wer will.

Nutznießer sind vorwiegend höhere Beamte und auch Bauern, eher nicht rotes Klientel. Die echten Hackler haben davon am wenigsten, also weg damit.

Wer versteht die SPÖ?

locken
02
Wann wird der Bundesrat abgeschafft ,und Parteienförderung halbiert ?

DasFragezeichen
01
Einigung?

erst 2013, nach der Wahl, weil sie genau wissen wenn jetzt alles an Tageslicht kommt, 2013 nicht mehr in der Regierung sitzen.

Munis
35
Wir müssen den Generationenvertrag wiederbeleben

Dann ist die Pensionsproblematik keine Problematik mehr. Wer sein Leben keine Kinder grossgezogen hat und für sie selbst gesorgt hat sollte deutlich weniger Pension bekommen oder deutlich höhere PV-Beiträge bezahlen. Sein ganzes Leben als Single ohne Kind oder in einer DINK-Beziehung herumzugondeln ist kein Beitrag zum Generationenvertrag. Vor 50 Jahren war Kinderlosigkeit die Ausnahme und die paar unfreiwillig Kinderlosen konnten am Umlageverfahren mitnaschen. Heute entscheiden sich immer mehr Menschen bewusst gegen Kinder. Sie wissen sie haben eine "all inclusive Versicherung" für Kinderlosigkeit. Sie wissen: Der Staat zwingt die Kinder anderer für sie im Alter besser zu versorgen als ihre eigenen Eltern. Das muss sich ändern!!!

also nein
00

Familien werden unterdrückt, weil Singles für die Wirtschaft profitabler und Vereinzelte schwächer sind als Solidargemeinschaften.
Der Wettbewerb, das Korrenzdenken, die Spaltungen der Neidgesellschaft und Geschlechter sind taktisch gut durchdacht. Fragt sich nur wie lange wir noch auf psychologische Kriegsführung und Manipulationen hineinfallen wollen oder ob wir selbst zu denken und an uns selbst zu glauben beginnen.

Henry44
22
Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen

genauso ist es.

Jene, die mehrere Kinder großziehen subventionieren jene, die, aus welchem Grunde immer, keine Kinder haben.

Wir haben drei Kinder, zwei haben studiert, die alle in das System einzahlen. Meine Frau, die erst berufstätig, dann bei den Kindern zu Hause war, dann unter ihrer Qualifikation (HAK Matura) Teilzeit gearbeitet und ihre alte Mutter betreut hat, hat 500 Euro Pension.

So ähnlich geht es vielen, die für zukünftige Pensionszahler sorgen.

multatuli
02
Ihr Fall gleicht meiner ziemlich genau

es ist vollkommen absurd, dass meine kinderlose unverheiratete Kollegin viel besser aussteigt als ich (darf 5 Jahre früher in Pension, bekommt wesentlich mehr Pension wenn wir beide mit 62 in Pension gehen)

Ich kann das Argument nicht mehr hören der armen Frauen die 40% weniger als die Männer bekommen. Es gibt viele Frauen in guten Positionen die sehr gut verdienen. Die Pensionsunterschiede sind bei den Frauen sehr hoch. Natürlich muss man die Frauen die wenig haben (wegen Kinder!) bevorzugen.

Unsere Kinder wollen selber keine Kinder mehr, sind somit schlauer als wir.

also nein
00

Das Unrecht ist schon überall!

vincent preis
00
es ist so weit

der verteilungskampf ist voll entbrannt. das die schulpolitik dabei die leistungsbereitschaft der jungen nicht gerade emporhebt, lässt auch für die zukunft eine verschärfung des kampfes erwarten.

Rächer der Enterbten
411
Sparen bei den Pensionisten

Das ist die ÖVP:
Sparen bei den Pensionisten - Nulllohnrunden - höhere Abzüge= Sozialversicherung
Sparen bei den alten nicht mehr am Arbeitsmarkt vermittelbar = Korridorpension soll wegfallen. Wir müssen unbedingt auch die Pensionen für unsere Jugend erhalten. Damit wird die Kaufkraft erheblich gesenkt - als schwer chronisch Kranker habe ich sowieso sch sehr hohe Kosten für meine Krankeheiten + Diät. Als selbständiger habe ich zuviel gearbeitet - dadurch wurde ich krank - ich war schon mehrere Minuten tot. Ich habe Angst vor der Zukunft - schuld ist die "unmenschliche" Reichenpartei ÖVP
Sparen die Minister und Nationalratsabgeordneten bei sich auch??Wo??

fanta
116

Wenn Ihre Geschichte stimmt, sollten Sie sich bei den Kollegen Ihrer Generation beschweren - es ist der in vielen Fällen unberechtigte Zugang zur Invaliditätspension und Hacklerregelung, der unser System ins Wanken bringt!

Rächer der Enterbten
25
Ich verstehe Sie und gebe Ihnen mit meinen Ergänzungen recht

Ich verstehe Sie vollkommen - aber Ihre Generation ist im gleichen Boot wie meine und die gleichen Probleme kommen auf Sie zu - aus gesundheitlichen Gründen war ich sechs Jahre arbeitslos - und froh mich abe meinem 62. Lebensjahr Pensionist nennen zu dürfen. Antideprissiva ist doch keine Dauerlösung - man kann doch nicht alle Menschen in einen Topf werfen. Nicht alle sind unseriös in Pension gegangen. Ich habe 4 Jahre vor dem Sozialgericht darum gekämpft und sogar in dritter Instanz verloren. Die Sachverständigen waren einfach keine - aber einige haben sich gegenseitig widersprochen.
2009 bin gestorben und von jungen Ärzten zurückgeholt worden. Wir alten müssen gemeinsam um die Zukunft kämpfen und nicht von der ÖVP aufeinanderhetzenlassen

also nein
00
"2009 bin ich gestorben" - sicher topgesund und zu 100 % arbeitsfähig

Ihr Schicksal ist sehr bedauerlich, aber leider kein Einzelfall. Wir werden Lobbyismus-Opfer eines zutiefst menschenverachtenden, Korruptionssystems, das wieder nur mehr in Kosten-Nutzen-Rechnungen denkt. Sind es nicht meist anonyme Schreibtischtäterschaften, die dafür, daß sie intransparent ihre Grausamkeiten ausüben, überbezahlt werden und ihren Opfern kaum ins Gesicht sehen?
Vielleicht wird man sich in 50 Jahren fragen, warum in diesem wohlhabenden Land ALLE dabei wegsahen und keiner rechtzeitig Hilfe bekommen konnte? So wie bei den Malaria-„Therapien“ an Heimkindern, die nun bekannt wurden.

Bitte nicht mehr sterben, sondern möglichst viel darüber sprechen und posten! Die Menschenrechte müssen wieder neu verteidigt werden!

Alles Gute!

fanta
44

Das hat mit Aufeinanderhetzen absolut nichts zu tun! Wenn man sich das durchschnittl. Pensionsantrittsalter der ÖBB anschaut oder die durchschnittliche Beamtenpension - sorry, da kriegt jeder der jüngeren generation zu Recht einen Anfall!!! Wir werden diese goodies nämlich nicht mehr haben, es sollte Gerechtigkeit innerhalb der Generationen geben!!!!!!

Stbo
 
04
Sie haben teilw.recht, aber das unreflektierte Hetzen

einer Arb/Ang-Generation auf die andere ist wie ein Beissreflex. Warum haben Sie nicht geschrieben, die Politiker, etc. haben sich in den letzten 30 Jahren immer mehr Gehälter.Zuschüsse, Sitzungsgelder, etc. selbst genehmigt?
Warum beisst ein Kleiner nur auf den anderen Kleinen?

jane doe2
01

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Beides muß abgestellt werden, da beides falsch ist. Man kann nicht sagen, das ist falsch dafür sage ich beim anderen nichts! Beides gehört sofort abfgeschafft!!

Markus Alexander
03
Und die "Alten" kriegen einen Anfall wenn sie zuscheuen müssen....

...wie viele "Junge" jahrelang unnötig pseudostudieren anstatt zu arbeiten. Auch eine Sichtweise, oder ist das falsch???

Rächer der Enterbten
03
Vollkommen richtig

Bei Beamten und ÖBB sollten absolut geändert werden. Die haben jetzt wieder eine gegenüber uns normalen Bürgern eine weitaus höher Pensionserhöhung erhalten und gehen mit 80 % In Pension. - bzw. sollte man auch bei den
bei den Höchstpensionen eine kleine Solidarabgabe überdenken.

Markus Alexander
03
Sie gehen davon aus,

dass man sich all zu leicht eine Invaliditätspension "erschleichen" kann. Es mag Einzelfälle geben, denen das irgendwie gelungen ist. Das Gros aber IST arbeitunfähig. Ich empfehle Ihnen zu diesem Thema das Papier der Sozialpartner aus Bad Ischl zu lesen, die statistischen Daten sprechen für sich. Die überwiegende Zahl der Invaliditätpensionisten kommen aus jahrelanger Langzeitarbeitslosigkeit, v.a. Frauen. Im übrigen kriegen Invaliditätspensionisten nur einen Bettel an Pension, etwa in Höhe der Mindestsicherung und haben eine um Jahre kürzere Lebenserwartung. DIE sind nicht das Problem. Das Problem an all dem ist einzig die ÖVP und deren Versager.

Rächer der Enterbten
14
Auch Ihnen gebe ich Recht -

Im Zuge meines Pensionsverfahrens habe ich Leute kennengelernt die nicht gehen konnten mit 30 in Pension waren - die ich dann bei fusballveranstalltung und bei Tennis aktiv spielen gesehen habe. Leider wusste ich die Namen nicht mehr.
Diese Invaliditätspensionisten sollten auch laufend auf ihren körperlichen Zustand überprüft werden.
Auch ärgert mich in meinem Umfeld gibt es Eisenbahner die mit 45 Lj. in Pension sind - mit 80 % des Aktivbezugs

Stbo
 
05

Und warum hackt man immer nur auf den Eisenbahnern herum? Was ist mit den vielen Tausenden, die von den Firmen mit Golden-Handshakes in die Frühpension entlassen wurden (mit Zustimmung aller Beteiligten), um sich selbst Millionen an Dividenden auszahlen zu können?
Es gibt so viel Ungesetzliches, was unter der Hand tgl. auf unsere Kosten geht. Ich glaube, da macht man sich überhaupt keine Vorstellung.

Rächer der Enterbten
11
Auch Sie haben natürlich recht, aber alle jene die ungerechtfertigt in Pension gehen fallen uns im Moment nicht ein

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