Ex-Mitarbeiter von Kärntner Tochter Windtec der US-Firma AMSC verkaufte Daten an chinesischen Kunden
Klagenfurt - Die USA haben laut Sonntag-Ausgabe der "Kleinen Zeitung"
im Spionagefall rund um den Klagenfurter Windrad-Entwicklungsfirma Windtec -
Tochter des US-Riesen American Superconductor (AMSC) - ein Rechtshilfeersuchen
an Österreich gestellt. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestätigte das
Ersuchen. AMSC strengt gegen den Ex-Windtec-Kunden Sinovel in Peking eine
Milliarden-Klage an, nachdem ein ehemaliger Klagenfurter Windtec-Mitarbeiter
Daten an Sinovel Wind Group verkauft hatte und dafür im September 2011 zu drei
Jahren teilbedingter Haft verurteilt wurde.
"Zum Inhalt des Ersuchens nehmen wir keine Stellung", sagte der Sprecher der
Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Helmut Jamnig, Sonntagvormittag. Es gebe auch
noch "Nachwehen" bezüglich des Strafprozesses im September gegen den ehemaligen
Windtec-Mitarbeiter, der auch 200.000 Euro Schadenersatz zahlen muss. Dabei gehe
es um eine Beschwerde bezüglich der Ausfolgung der im Zuge der Ermittlungen
beschlagnahmten Daten bzw. Gegenstände. "Hierbei ist nun das Oberlandesgericht
Graz am Zug", so Jamnig. Näheres wollte er zu dem Fall nicht sagen.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters klagt AMSC Sinovel in Peking auf 1,2 Mrd.
Dollar. Schließlich handelte es sich bei den Chinesen um den wichtigsten
Windtec- und AMSC-Kunden, der nach dem Spionagefall vertraglich vereinbarte
Leistungen nicht mehr annahm und nicht mehr bezahlte.
Windtec ist eine Tochterfirma der Nasdaq-notierten American Superconductor
(AMSC) mit Sitz in Devens Massachusetts (USA). Der Sitz befindet sich in
Klagenfurt. Dort sind seit kurzem noch 100 statt der zuletzt 120 Dienstnehmer
beschäftigt. Im Sommer des vergangenen Jahres waren es noch 160 Mitarbeiter
gewesen. (APA)