USA ersuchen um Rechtshilfe wegen Betriebsspionage in Klagenfurt

5. Februar 2012, 16:18
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Ex-Mitarbeiter von Kärntner Tochter Windtec der US-Firma AMSC verkaufte Daten an chinesischen Kunden

Klagenfurt - Die USA haben laut Sonntag-Ausgabe der "Kleinen Zeitung" im Spionagefall rund um den Klagenfurter Windrad-Entwicklungsfirma Windtec - Tochter des US-Riesen American Superconductor (AMSC) - ein Rechtshilfeersuchen an Österreich gestellt. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestätigte das Ersuchen. AMSC strengt gegen den Ex-Windtec-Kunden Sinovel in Peking eine Milliarden-Klage an, nachdem ein ehemaliger Klagenfurter Windtec-Mitarbeiter Daten an Sinovel Wind Group verkauft hatte und dafür im September 2011 zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt wurde.

"Zum Inhalt des Ersuchens nehmen wir keine Stellung", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Helmut Jamnig, Sonntagvormittag. Es gebe auch noch "Nachwehen" bezüglich des Strafprozesses im September gegen den ehemaligen Windtec-Mitarbeiter, der auch 200.000 Euro Schadenersatz zahlen muss. Dabei gehe es um eine Beschwerde bezüglich der Ausfolgung der im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmten Daten bzw. Gegenstände. "Hierbei ist nun das Oberlandesgericht Graz am Zug", so Jamnig. Näheres wollte er zu dem Fall nicht sagen.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters klagt AMSC Sinovel in Peking auf 1,2 Mrd. Dollar. Schließlich handelte es sich bei den Chinesen um den wichtigsten Windtec- und AMSC-Kunden, der nach dem Spionagefall vertraglich vereinbarte Leistungen nicht mehr annahm und nicht mehr bezahlte.

Windtec ist eine Tochterfirma der Nasdaq-notierten American Superconductor (AMSC) mit Sitz in Devens Massachusetts (USA). Der Sitz befindet sich in Klagenfurt. Dort sind seit kurzem noch 100 statt der zuletzt 120 Dienstnehmer beschäftigt. Im Sommer des vergangenen Jahres waren es noch 160 Mitarbeiter gewesen. (APA)

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